Werbering Haag aktiv zu Zeiten von Corona: „Da müssen wir durch, es geht weiter“

Die Grundversorgung ist gesichert, belegt auch Thomas Sax für den Sanitätshausbereich. Bauer

Im kleinsten Kreis trafen sich die Mitglieder des Werberings „Haag aktiv“ in privaten Räumen zur Krisensitzung aufgrund der Katastrophensituation. Vorsitzender Thomas Sax gab die Parole aus: „Da müssen wir durch, es geht weiter.“ Ziel müsse sein, die Situation schnell zu überstehen, fand stellvertretender Vorsitzender Christian Flamm.

Von Ludwig Meindl

Haag – Noch letzte Woche habe er die Kundschaft im Foto- und Lottogeschäft gelobt: „Die waren sehr diszipliniert und haben den Abstand eingehalten.“ Er wollte einen zusätzlichen Plastikschutz zur Abgabe der Lottoscheine aufbauen. Für die Gesamtsituation des Haager Einkaufs gilt nach Flamm: „Die Grundversorgung während der Corona-Krise ist gesichert.“

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Zum Ablauf der Krise unterstrich Vorsitzender Thomas Sax die kurzfristige Änderung der Marktverhältnisse, die alle überrascht habe und für keine Branche absehbar gewesen sei. „Die Ereignisse haben sich fast stündlich überschlagen“, so Sax. Die meisten Handelsgeschäfte empfänden die ersten Auswirkungen bereits als „herben Schlag“.

In einer Gegenmaßnahme organisierten die Gewerbetreibenden von „Haag aktiv“ eine Internetseite mit Lieferservice unter „haag-aktiv.de“. Viele Betriebe hätten bereits Kurzarbeit angemeldet, berichtete „Haag aktiv“-Chef Thomas Sax. Das solle dazu beitragen, dass sie in Zukunft bestehen können. Weiter wolle man sich nun Gedanken machen, was nach der Sperre passiert: „Erste Gedanken sind bereits gefasst. Jetzt tauen wir die Gefriertruhe ab, dann fahren wir wieder hoch.“

Senkung der Gewerbesteuer- und Grundsteuer?

Schon vorweg hatte Bürgermeisterin Sissi Schätz der Runde signalisiert, die Gewerbesteuerstundungen unbürokratisch zu gestalten. Im Rathaus habe man sich bereits die Kalkulation überlegt, ob Gewerbesteuer- und Grundsteuersenkungen anzustreben seien: „Das wollen wir dem Gemeinderat vorschlagen.“ Im Nebeneffekt könne das eventuell zu neuen Gewerbeansiedlungen in Haag führen. Generell gelte für die Krisensituation: „Wir können nicht das Füllhorn ausschütten.“

Erneuerung der Hauptstraße zurückstellen?

Schließlich kann sich die aktuelle Krise auch auf die nächsten Vorhaben der Gemeinde Haag auswirken. Um die Geschäftswelt nach diesem unvorhergesehenen Einbruch eine Schonfrist zu ermöglichen, sei zu überlegen, „ob nicht die Erneuerung der Hauptstraße auf der Prioritätenliste zurückzustellen“ sei: „Das müssen wir überlegen.“

Bernhard Gruber verglich die Situation mit dem Vorjahr: „Da habe ich schon einen Haufen Bikes verkauft.“ Ein Vorteil bestehe nun darin, dass die Ware vorrätig sei und, „wenn alles vorbei ist, der Einkauf nachgeholt werden kann“. Dann bräuchten die Leute „Radl für den Urlaub zuhause“. Momentan jedenfalls sei es „brutal staad“ in ganz Haag.

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