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Aus dem Gemeinderat

„Wenn wir das Geld nicht zusammenbringen, stirbt das Projekt“: In Isen soll ein Waldspielplatz entstehen

Auf 2.000 Quadratmetern soll in Isen ein Waldspielplatz entstehen mit einem Erlebnisweg und ersten Aktivitäts- und Spielgeräten aus Holz.
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Auf 2.000 Quadratmetern soll in Isen ein Waldspielplatz entstehen mit einem Erlebnisweg und ersten Aktivitäts- und Spielgeräten aus Holz.

Auf 2.000 Quadratmetern soll im Sollacher Forst ein Waldspielplatz entstehen. So soll das Projekt finanziert werden.

Von Anni Huber

Isen – Auf 2.000 Quadratmetern im Sollacher Forst soll ein Waldspielplatz entstehen. Geplant wurde der naturnahe Spielplatz vom Verein „Isenwerk“, finanziert werden soll er über Zuschüsse, Spenden und Crowdfunding. Der Markt Isen wird die Kosten für Pacht und Instandhaltung in einem Waldabschnitt bei der dortigen Christbauverkaufsfläche übernehmen.

Wie die „Isenwerk“-Architekten Udo Rieger und Tobias Priesemuth in der Sitzung des Gemeinderates erklärten, soll der Spielplatz in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Nach der ersten Ausbaustufe soll das Areal bereits mit einem Erlebnisweg und ersten Aktivitäts- und Spielgeräten aus Holz bestückt sein, weitere Geräte sollen sukzessive folgen.

30.000 Euro für ersten Bauabschnitt

Für diesen ersten Abschnitt rechnen die Architekten mit Kosten in Höhe von 30.000 Euro. Das Geld dafür soll über ein „Sammelsurium“ an Spenden und Crowdfunding aufgebracht werden, erklärte Rieger. Der Planer baut jedoch auch auf kostenlose Leistungen von Firmen und auf Großspender für einzelne Geräte. Außerdem gebe es Fördermöglichkeiten.

Über die Höhe der Pacht gebe es noch keine Aussage, erklärte Bürgermeisterin Irmgard Hibler (FW) auf Nachfrage von Gerhard Aimer-Kollross (SPD). Es sei jedoch ein „sehr humaner Pachtpreis“ versprochen worden, so Hibler.

Das Projekt funktioniere nur, wenn die Verhandlungen mit den Behörden abgeschlossen sind. „Wir stehen zwar mit Kraft und Tat bereit, können aber keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen“, sagte Rieger zu den nächsten Schritten, die jetzt auf die Kommune zukommen.

Zwar hätten die Staatsforsten Zustimmung signalisiert, nötig sei jedoch auch das Einverständnis des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Unteren Naturschutzbehörde. Erst wenn diese Zustimmungen vorlägen, gehe der Verein an die Mittelbeschaffung.

Skeptisch, ob 30.000 Euro tatsächlich ausreichen, zeigte sich Martin Jell (Mittbach-Liste). Diese Zweifel teilte Rieger zwar nicht, machte aber klar: „Wenn wir das Geld nicht zusammenbringen, stirbt das Projekt.“

Voll des Lobs war Bernhard Schex (CSU). „Wir können uns glücklich schätzen, dass das Projekt nur durch privates Engagement umgesetzt wird – Isen geht kein Risiko ein.“ Auch die von der Kommune auf jährlich 14.000 Euro geschätzten Unterhaltskosten sah Schex gelassen. Diese seien „verschwindend gering im Vergleich zum Gegenwert“.

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Ohne ausführliches Konzept tat sich Aimer-Kollross, schwer mit einer Zustimmung. Zusammen mit Erhard Aicher und Josef Keilhacker (beide CSU) votierte er schließlich gegen die Übernahme der Unterhaltskosten durch die Gemeinde. Die Notwendigkeit „für manches mehr Geld in die Hand zu nehmen als für Standardmäßiges“, betonte hingegen die Bürgermeisterin. Zum Vergleich: Der Unterhalt eines „normalen“ Spielplatzes kostet die Kommune rund 4.000 Euro jährlich. Die Verwaltung will außerdem versuchen, über die sogenannte Spielplatzablöse Mittel zu generieren. Sie zeigte sich auch überzeugt, dass sich der Autoverkehr zum Spielplatz in Grenzen halten werde.

Dem widerspricht Hannes Gmeiner, Ortsvorsitzender des Bund Naturschutz. In einem Schreiben an Kommune und Staatsforsten stellte er seine Bedenken dar. Er wies nicht nur auf die allgemeine Belastung des Sollacher Forstes durch Besucherverkehr hin, sondern auch auf die Gefährdung vieler Rote-Liste-Arten wie Gelbbauchunke und Laubfrosch. Auch Vogelarten wie Rohrdommel, Wiedehopf und Waldschnepfe reagierten empfindlich auf Lärm und Autoverkehr. Durch die Entfernung zum Ort sei anzunehmen, dass viele Besucher den Spielplatz mit dem Auto ansteuerten.

Ortsnahe Alternative vorgeschlagen

Gmeiner schlägt statt des Waldspielplatzes deswegen einen ortsnahen Abenteuer- und Wasserspielplatz am Schinderbach unterhalb des Gemeindefriedhofs vor. „Es gibt Alternativen, die unseren Sollacher Forst nicht als Rummelplatz disqualifizieren“, schreibt der Naturschützer, der sich bereits in den 80er Jahren in der Schutzgemeinschaft Sollacher Forst gegen den Bau einer Mülldeponie engagiert hat.

Auf rund 2000 Quadratmetern in einem Waldabschnitt bei der Christbauverkaufsfläche soll in Isen ein Spielplatz entstehen.

Eine Antwort, so Gmeiner, habe er auf sein Schreiben vom August 2021 allerdings nicht erhalten. Anders als Gmeiner ist Staatsministerin Ulrike Scharf bereits bereits eine prominente Fürsprecherin des Projekts.

Zum Konzept

Beim Spielplatzkonzept nehmen die Planer des Isenwerks die Inhalte der geplanten „Wandelwege Isen – Wege zur verbindenden Kommunikation über Natur, Kultur und Wald“ auf. Das übergeordnete Konzept stammt von Franziska Wolf, Studentin der Forst- und Umweltpolitik an der TU München. In ihrer Bachelorarbeit greift sie drei Faktoren auf, die zum Wandel des Sollacher Forst beigetragen haben: Sturm, Biber und Lehm. In danach benannten Stationen sollen die Besucher quasi persönlich von Baum, Biber und Ziegelstein über deren Lebenswege informiert werden – in Form von Hörspielen.

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