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Einzigartiges Projekt Grund zum Feiern

Wenn Musiker zum Werkzeug greifen: Zosseder und Kapelle schaffen Neues in Griesstätt

Die Musikkapelle spielte zur Feier des Tages auf.
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Die Musikkapelle spielte zur Feier des Tages auf.

Ein Gewerbebetrieb und ein Verein tun sich für ein Gemeinschaftsprojekt zusammen: Dieses ungewöhnliche Miteinander hat in Griesstätt funktioniert und war jetzt ein Grund zum Feiern im Dorf.

Griesstätt – Bürger und auswärtige Gäste strömten zwei Tage lang ins Gewerbegebiet am Klosterfeld, wo die Firma Zosseder und der Musikverein bei Tagen der offenen Tür ihr Gemeinschaftsprojekt vorstellten. Es ist ein neues Gewerbegebäude mit Musiheim entstanden. Das Vorhaben gilt als einzigartig.

Betriebsleiter Clemens Knoch erklärte die Funktion der Anlage.

In gut 14 Monaten Bauzeit war Am Leitenfeld nicht nur eine moderne Abwasserbehandlungsanlage mit Büroräumen und Lkw-Abstellhallen errichtet worden, sondern auch ein komfortables Probenheim für die Musiker, die sich damit einen Traum erfüllten. Allein am Sonntag nutzten gut 500 Besucher die Möglichkeit, sich auf dem Gelände umzusehen und sich über die neue Anlage und über weitere Betriebe im erweiterten Gewerbegebiet zu informieren.

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Stolz präsentiere die Musikkapelle mit ihrem ersten Vorsitzenden Hans Kaiser den Besuchern ihre neuen Räumlichkeiten im Erdgeschoss des künftigen Bürogebäudes. Die Räumlichkeiten überlässt Zosseder den Musikerinnen und Musikern mietfrei für die nächsten 40 Jahre. Dafür hatten die Mitglieder mehr als 10.000 Arbeitsstunden investiert – sozusagen als Mietvorauszahlung. Ein ungewöhnlicher Weg, der steuer- und arbeitsrechtlich abgesichert sowie notariell festgeschrieben worden war. Die Musiker – unter ihnen viele örtliche Handwerker – legten quasi ihre Instrumente weg, griffen zum Werkzeug und brachten in allen Gewerken ihre Arbeitsleistungen ein. Entstanden sind dabei ein großer Proben- und drei Unterrichtsräume, ein Raum, der als Büro und Archiv genutzt wird, sowie ein Abstellbereich mit zusätzlicher, behindertengerechter Toilette.

Unternehmer spielt das Flügelhorn

Besonders freute sich Geschäftsführer Simon Zosseder über dieses Gemeinschaftsprojekt, denn der Unternehmer ist auch Gründungsmitglied der Kapelle, in der er immer noch selbst aktiv mitmusiziert: Zosseder spielt hier das Flügelhorn. Für ihn ist das Projekt ein Vorbild. Es zeige, was man schaffen könne, wenn man zusammenhalte. Miteinander gehe es halt am besten, zeigte sich der Firmenchef überzeugt.

Anlage geht im Januar in Betrieb

Großes Interesse bei den Besuchern registrierten Geschäftsführer Michael Weiß und Betriebsleiter Clemens Knoch, die für die betriebliche und fachliche Präsentation der Emulsionsspaltanlage zuständig waren, für die jetzt auch die immissionsrechtliche Genehmigung des Landratsamtes vorliegt. Knoch verwies bei den Führungen durch die Anlage darauf, dass der TÜV zwischenzeitlich unter anderem Pumpen, Behälter und Rotationssiebe geprüft habe. Man könne eigentlich bereits loslegen. Die 14-tägige Einweisung der vier Fachkräfte, die sich um den Betrieb kümmern würden, stehe aber noch aus.

Der neue Probenraum der Musikkapelle

Flüssigkeitsabfälle werden gereinigt und getrennt

Wert legte Knoch bei seinen Ausführungen vor allem auf die Feststellung, dass alle Betriebsabläufe transparent und sicher ablaufen würden. Auch auf die Wiederverwertung des anfallenden, gereinigten Brauchwassers verwies der Betriebsleiter ebenso wie auf die Solarmodule auf den Süddächern der Anlage, die den eigenen Stromverbrauch zum Teil decken würden.

Nach einem Probebetrieb im Dezember will Zosseder die Anlage im Januar 2022 voll in Betrieb nehmen. Ein Aushängeschild der Firma mit Hauptsitz im Nachbarort Eiselfing, wie diese betont. Die Anlage am neuen Standort in Griesstätt solle als weiteres Puzzle-Teil dem Anspruch des Fachbetriebs für Abbruch, Entsorgung, Wertstoff und Sondermüll sowie Tiefbau „Der Oane für Ois“ gerecht werden.

In Griesstätt werden künftig Flüssigkeitsabfälle aus ganz Süd-Ost-Oberbayern gereinigt und getrennt. Dazu gehören unter anderem öl- und fetthaltige Emulsionen, die beim Bohren und Schleifen in Werkstätten bei der Metallbearbeitung entstehen, oder solche, die zum Beispiel in Waschstraßen anfallen, so die Unternehmensleitung. Die alte Anlage in Spielberg wird nach Inbetriebnahme der neuen stillgelegt.

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