Weniger Autos und ein Bauernmarkt in der Altstadt

Wasserburg – Nach langer Planung startet im April der Wasserburger Bauernmarkt in der Hofstatt.

Nur eine Straße weiter herrschen erneut Diskussionen zur Verkehrsberuhigung in der historischen Altstadt.

Im Herbst fand die Gründungsveranstaltung des Wasserburger Bauernmarkt-Vereins statt. Einige Mitglieder hat der Verein seitdem dazugewonnen und so werden es 18 Anbieter sein, die beim ersten Bauernmarkt an der Hofstaat im April ihre Produkte vom heimischen Hof anbieten. Jeden Donnerstag ist dann künftig Bauernmarkttag in Wasserburg.

Welches Sortiment und welcher Standort vorgesehen sind

Angeboten werden Obst und Gemüse, verschiedene Wurst- und Käsesorten, Brot und Backwaren, Kartoffeln, Eier, aber auch Produkte wie Lammfelle, Wolle, Bastelartikel oder Blumen. Noch nicht ganz geklärt sei, so der Vorsitzende Werner Froewes, wie der Verkauf von Fleisch angeboten werden könnte. Anmeldungen sollen aber auf jeden Fall möglich sein. Mit einem Anfangskapital von rund 10 000 Mark startet der Bauernmarkt rechtzeitig vor Ostern.

Vorerst werden die Stände unter dem Dach der Hofstatt aufgebaut. Ob und welcher Anteil des Erlöses für weitere Investitionen an den Verein gehen und wie die Stände an die Anbieter verteilt werden, soll in der nächsten Hauptversammlung geklärt werden.

Schluss mit Parken in der Herrengasse und der Färbergasse?

Werden die parkenden Autos endgültig aus dem Bereich Herrengasse und Färbergasse verbannt? Noch ist die künftige Regelung für den Altstadtkern offen, doch zeichnet sich eine Mehrheit für eine solche radikale Lösung ab, nachdem Hermann Klobeck im Stadtrat für eine Überraschung sorgte: Die CSU sei zu der Überzeugung gekommen, dass nur eine solche Lösung dauerhaft einen Fortschritt bedeute, so der Wirtschaftsreferent des Stadtrates.

Zwar gibt es mittlerweile deutlich weniger Durchfahrer im Kern der historischen Wasserburger Altstadt als gleich nach der Einführung der verkehrsberuhigten Zone. Doch es seien immer noch zu viele Autos, vor allem solche, die einen Parkplatz suchen und dabei mehrmals durch die Stadt kurven, so die einmütige Einschätzung im Stadtrat.

In erster Linie soll deshalb die Fahrt von der Ledererzeile zum Marienplatz unmöglich gemacht werden. Dafür würde die jetzige Trasse über Färber-, Schuster- und Herrengasse unterbrochen, das Stück an der Pfarrkirche komplett gesperrt.

Weitere Meldungen in der Woche vom 2. bis zum 8. März 1995:

Washington – US-Präsident Clinton hat angeordnet, 200 Tonnen spaltbaren Materials aus Nuklearlagern der USA zu entfernen, und drängt auf eine weltweite Anerkennung des Atomwaffensperrvertrags.

Das Material „würde für Tausende von Atomwaffen ausreichen und wird niemals wieder dazu benutzt werden, eine Waffe zu bauen“, erklärte Clinton. Er bekräftigte seinen Aufruf, den im April auslaufenden Atomwaffensperrvertrag ohne Bedingungen und zeitliche Begrenzungen zu verlängern.

München – Preisschock bei Bayerns bekanntesten Festbieren: Die Zehn-Mark-Grenze ist gefallen. Zwar wird der Marktführer unter den Starkbieren, der „Salvator“ mit 9,95 Mark noch schamhaft unter der Grenze liegen, doch andere Festbiere wie der „Triumphator“ werden die magische Linie überspringen.

Der Bierpreis hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Im Jahr der Münchner Olympiade 1972 kostete eine Maß Wiesn-Bier noch 3,05 Mark.

Tirana – Deutschland will dem 50 Jahre lang von Europa abgeschotteten Albanien beim Aufbau seiner Wirtschaft und seiner demokratischen Strukturen helfen. Bundespräsident Herzog versicherte dem albanischen Präsidenten Berisha, die Deutschen wüssten um die Probleme, die die Umwandlung eines heruntergewirtschafteten Systems mit sich bringe.

München – Das bayerische Landeskriminalamt wertet die elektronische Wegfahrsperre bei Personenwagen als „bisher größten Fortschritt im Kampf gegen den Autoklau“.

Der Rückgang der Autodiebstähle habe sich auch 1995 weiter fortgesetzt. Der Polizei sei kein Fall bekannt, bei dem die seit Anfang 1995 bei deutschen Pkw serienmäßigen Wegfahrsperren überwunden worden seien.

Fort Worth – Die Strafgefangenen im amerikanischen Bundesstaat Texas dürfen nicht mehr rauchen – nicht einmal im Gefängnishof. Für die etwa 100 000 Insassen des texanischen Strafvollzuges gilt jetzt, dass bereits der Besitz von Tabakwaren und Zündhölzern strafbar ist.

Bis in die 80er-Jahre wurden Zigaretten, Schnupf- und Kautabak in vielen amerikanischen Gefängnissen frei verteilt: Es galt dabei allgemein, dass eine ausreichende Versorgung der Raucher dazu beitrage „Ruhe und Ordnung“ aufrechtzuerhalten.

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