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Intensive Debatte

Weihnachtsbeleuchtung trotz Energiekrise? Das sagt der Haager Gemeinderat mitten im Sommer

Ob es heuer weihnachtliche Beleuchtung gibt – wie hier in der Hauptstraße in Haag – hat der Gemeinderat lang diskutiert.
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Ob es heuer weihnachtliche Beleuchtung gibt – wie hier in der Hauptstraße in Haag – hat der Gemeinderat lang diskutiert.
  • VonAnja Leitner
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Wird Haag heuer in festlicher Weihnachtsbeleuchtung erstrahlen? Über dieses Thema ist der Gemeinderat uneins. In der Sitzung gab es lange und kontroverse Diskussionen dazu. So hat das Gremium entschieden.

Haag in Oberbayern – Alle Jahre wieder ist die Weihnachtsbeleuchtung in Haag strittiges Thema im Gemeinderat, auch in der jüngsten Sitzung. Heuer kam zur Grundsatzfrage, wo welche Lichter wie lange erstrahlen sollen, die Thematik der Energiekrise hinzu. Das Gremium diskutierte lang und kontrovers.

Wegen der akuten Knappheit von Gas und Strom als Folge des Ukrainekriegs sind alle Bürger zum Energiesparen aufgerufen – und auch die verschiedenen Verwaltungsebenen. Die Appelle würden so weit gehen, dass unter anderem die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden reduziert oder abgeschaltet werden solle, teilt Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) im Gemeinderat mit.

Mit der Thematik hat sich auch die Lenkungsgruppe beschäftigt. In einer Sitzung im Juli tagten die Teilnehmer, zu denen Mitglieder des Gemeinderats, des Gewerbeverbands „Haag Aktiv“ und interessierte Bürger gehören, wie Kämmerer Christian Prieller auf Anfrage mitteilt.

Lenkungsgruppe gibt Vorschlag ab

Die Empfehlung des Gremiums: Im kommenden Winter soll die Münchner Straße nicht mit Weihnachtsbeleuchtung ausgestattet werden. In der Hauptstraße sollen – wie vergangenes Jahr auch – die Sterne an den Häusern angebracht werden. Zudem könnten der Marktplatz, der Kerngarten sowie ein großer Christbaum mit Lichtern ausgestattet werden.

Dieser Vorschlag stieß Stefan Högenauer (CSU) sauer auf. Er warf der Lenkungsgruppe vor, dass sie kein Konzept für die Münchner Straße erstellt habe. „Das bedeutet wieder, wir machen heuer nichts und schauen nächstes Jahr weiter“, monierte er. „Das finde ich wirklich enttäuschend. Seit drei Jahren wird nur geredet und jetzt wird die Energiekrise vorgeschoben. Hier hat das Gremium wieder eine Ausrede gefunden, nichts zu tun“, sagte er. Dabei gehe es ihm nicht darum, dass unbedingt Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt werde, sondern dass „nichts passiert ist“, verdeutlichte er.

Die Bürgermeisterin wehrte sich vehement gegen Högenauers Aussage, die sie als „unverschämt“ bezeichnete. Es würde sehr wohl ein Konzept geben. Sie habe der Lenkungsgruppe mitgeteilt, dass entsprechende Vorrichtungen für die Weihnachtsbeleuchtung in der Münchner Straße vorhanden wären. „Gleichzeitig habe ich zu bedenken gegeben, dass es heuer wegen der Energiekrise problematisch ist“, verdeutlichte die Rathauschefin, „dementsprechend hat sich das Gremium entschieden.“

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Dem stimmte auch Eva Rehbein (SPD) zu. Die erarbeitete Vorgehensweise, in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverband „Haag Aktiv“ entstanden, sei „logisch und vernünftig“. Sie stellte den Antrag, die Diskussion zu beenden, dieser wurde jedoch mit 10:7 Stimmen abgelehnt.

Siegfried Maier (SPD) meinte, dass die Debatte „zu einer politischen Diskussion“ ausarte. „Zu behaupten, es sei in der Lenkungsgruppe nichts passiert, ist unfair. Sollen wir Haag wirklich beleuchten – trotz Energiekrise? Das finde ich schräg“, meint Maier. Zudem habe der Gemeinderat beschlossen, sich dem Rat des Gremiums anzuschließen.

Klaus Breitreiner (CSU) meinte, dass die Allgemeinheit sich eine Weihnachtsbeleuchtung wünsche, „deshalb kämpfe ich darum“, sagte er. Christa Moser (Grüne) wies darauf hin, dass die Kommunen dazu angehalten wären, zehn bis 15 Prozent Energiekosten einzusparen. „Deswegen wäre ich dafür, Haag heuer überhaupt nicht zu beleuchten“, schlug sie vor. Thomas Sax vom Gewerbeverband „Haag aktiv“, der dem Gemeinderat sein Konzept zur Weihnachtsbeleuchtung vorstellte, verdeutlichte: „Wir sollten die Beleuchtung in zwei Bereiche unterteilen: Einerseits geht es um die Häuser. Hier sollten die Eigentümer gefragt werden, ob sie Beleuchtung aus einem Guss wollen – also dieselbe Lichtfarbe- und stärke – angefangen von der Mühldorfer Straße über den Bräuhausplatz bis zur Wasserburger Straße“. Der zweite Teil sei dann die Münchner Straße, das müsse klar getrennt werden, so Sax.

Der Gemeinderat entschied mit 10:7 Stimmen gegen den Antrag von Christa Moser, überhaupt keine Weihnachtsbeleuchtung anzubringen. Auch der Antrag von Klaus Breitreiner, den Christbaum bis Mitternacht zu beleuchten, wurde mit 14:3 abgelehnt.

Das Gremium entschied sich mehrheitlich für eine Weihnachtsbeleuchtung mit Sternen an den Häusern in der Hauptstraße und Teilen der Mühldorfer und Wasserburger Straße. Dies soll in Abstimmung mit dem Gewerbeverband und den Hauseigentümern geschehen. Auch der Marktplatz, der Kerngarten sowie ein großer Christbaum sollen mit festlichen Lichtern versehen werden, sie werden aber nur von Anbruch der Dämmerung bis etwa 20 Uhr betrieben. Von einer Weihnachtsbeleuchtung in der Münchner Straße wird aus Energiespargründen abgesehen, ebenso wird es aus technischen und Energiespargründen keine Lichter an den Überspannungen an der Haupt- und Wasserburger Straße geben. Der Beschluss dazu fiel mit 13:4 Stimmen.

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