Weichenstellung für Krankenhaus

Der Sieger-Entwurf: An die Stelle des jetzigen Neurologie-Baus würde der Neubau kommen, Verwaltung und weitere Nachkriegsgebäude in Gabersee würden abgerissen. Zur Orientierung: Links des Ausschnitts ist die B 15, am rechten oberen Bildrand der Kreisverkehr. Foto re
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Der Sieger-Entwurf: An die Stelle des jetzigen Neurologie-Baus würde der Neubau kommen, Verwaltung und weitere Nachkriegsgebäude in Gabersee würden abgerissen. Zur Orientierung: Links des Ausschnitts ist die B 15, am rechten oberen Bildrand der Kreisverkehr. Foto re

Noch im Juli soll die grundsätzliche Weichenstellung für einen gemeinsamen Neubau der Romed-Klinik Wasserburg und des Inn-Salzach-Klinikums (ISK) in den politischen Gremien fallen. Heute und morgen wird dazu eine Vorstudie präsentiert.

Wasserburg - Selbst Aufsichtsratsmitglieder der Romed-Klinik GmbH wurden davon überrascht, dass heute und morgen die Ergebnisse des Wettbewerbs öffentlich gemacht werden, mit denen man den schon länger überlegten gemeinsamen Neubau vorbereiten will. In einem städtebaulichen Wettbewerb waren Architekten eingeladen, Vorschläge dazu zu machen, wie so ein neues Krankenhausgebäude in Gabersee am ISK untergebracht werden könnte.

Nicht nur den Flächenbedarf galt es dabei zu berücksichtigen, sondern auch die denkmalgeschützte Substanz der 1883 gegründeten Klinik. Am Dienstag bewertete eine Fachjury die 34 Entwürfe unter architektonischen und krankenhausfachlichen Gesichtspunkten.

Neubau wäre hier möglich

"Der Wettbewerb hat uns einen großen Schritt weitergebracht", stellt Günther Pfaffender, Geschäftsführer der Romed-Klinik GmbH, fest. Man wisse nun, dass ein gemeinsames Krankenhaus an dieser Stelle zu realisieren wäre. Und auch Dr. Theo Danzl, Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikums, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. "Wir waren uns bei den Preisträgern sehr einig."

Daher ist Danzl auch zuversichtlich, was den weiteren Weg angeht: Noch vor dem Sommer müssten die Gremien der GmbHs und die beiden politischen Instanzen, nämlich der Kreistag als Träger der ehemaligen Kreisklinik, und der Bezirk als Alleingesellschafter der "Kliniken Bezirk Oberbayern GmbH" (kbo), zu denen das Inn-Salzach-Klinikum in Gabersee gehört, über den weiteren Weg entscheiden. Dass dieser gemeinsam zurückgelegt werden soll, steht für Dr. Danzl außer Frage: "Alle Stellen sind überzeugt, dass der gemeinsame Neubau bei uns die beste Lösung ist."

Sollte die Entscheidung wie erwartet positiv ausfallen, könnte alles recht zügig weiterlaufen, ist Danzl überzeugt. Architekten-Wettbewerb, Bauleitplanung, Zuschuss-Beantragung, Eingabeplanung - alles müsste dann eng verzahnt passieren. "Und 2016 könnte Baubeginn sein."

So weit möchte Günther Pfaffeneder noch nicht gehen. "Ich möchte den Entscheidungen der Germien nicht vorgreifen, da bitte ich um Verständnis", so seine Antwort gestern.

Schnell ging es in den letzten Tagen auf alle Fälle mit dem Wettbewerb. Weil die Modelle im Festsaal des ISK nur bis Anfang der Woche stehen bleiben können, hat man sich kurzfristig entschlossen, sie heute und morgen zur Besichtigung freizugeben.

Dafür interessieren dürfte sich neben den gut 1500 Mitarbeitern der beiden Kliniken auch die Öffentlichkeit. Denn vor allem für die in Wasserburg immer noch als "Kreiskrankenhaus" bezeichnete Romed-Klinik bedeuten die Neuplanungen eine grundsätzliche Weichenstellung für den Erhalt des Klinikstandortes Wasserburg - und gleichzeitig den Abschied vom bisherigen Krankenhausgebäude aus dem Jahr 1964.

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