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Landkreis-Dekan im Redemptoristen-Orden

Wegen Steffi Graf zu spät zur Messe und Fan des FC Bayern: Ulrich Bednara ist ein besonderer Pater

Für eine Brotzeit mit Schafskäse und Quark reichen die Tomaten gerade noch, meint Ulrich Bednara.
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Für eine Brotzeit mit Schafskäse und Quark reichen die Tomaten gerade noch, meint Ulrich Bednara.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Ulrich Bednara treibt selbst keinen Sport – außer Denksport. Zu seinem 40-jährigen Professjubiläum haben wir den Landkreisdekan in Gars in seinem Mini-Garten besucht. Dort verrät er, dass er FC Bayern-Fan ist und Tennis mag. Wegen Steffi Graf kam er auch mal zu spät zur Messe. Ein Porträt über einen besonderen Pater.

Gars – „Für eine Brotzeit mit Schafskäse und Quark reichen die Tomaten noch“, meint Dekan Pater Ulrich Bednara, und zupft in seinem Mini-Garten die restlichen Cocktail-Tomaten von den Stauden. Er sei mehr oder weniger Selbstversorger und erklärt: „Freilich kann ich im Kloster jederzeit ein Essen einnehmen, aber ich bemühe lieber Gerichte aus der Tiefkühltheke“.

Bankkaufmann mit Bundeswehrzeit

Und wenn das Menü auch noch Kartoffelbrei enthält, dann ist die Welt des Paters aus kulinarischer Sicht sowieso in Ordnung. Der 68-jährige Redemptorist feierte im September sein 40-jähriges Profess-Jubiläum. Seit acht Jahren bekleidet er das Amt des Landkreisdekans. Vorher ist er drei Jahre Dekan für Waldkraiburg gewesen. Der Weg zum Ordensmann und Priester war bei Ulrich Bednara nicht unbedingt vorgegeben, wenngleich sein Großonkel in der ehemaligen DDR ebenfalls den Beruf des Pfarrers ergriff.

Soldatenwallfahrt nach Lourdes

Der heutige Landkreisdekan machte nach der mittleren Reife zuerst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Die Bundeswehrzeit absolvierte er in Itzehoe. Was Bednara bis heute beeindruckt: Die internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes.

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Vielleicht als kleines Vorzeichen für sein späteres Studium zu bewerten. Allerdings ging es vorerst wieder zurück zur Bank. Später entschied sich der junge Bednara das Clemens-Hofbauer-Kolleg in Bad Driburg zu besuchen. Dort legte er sein Abitur ab. „Eigentlich wollte ich Kinderarzt werden. Nach einiger Überlegung wählte ich dann doch die Theologie. Dieser Studiengang gewährt auch Einblicke in Medizin und Psychologie was mir insgesamt gefallen hat“, beschreibt der Dekan seine Beweggründe. Eine realistische Darstellung, denn, so gesteht der Ordensmann: „Im Bezug auf meinen Beruf bin ich im Vorfeld weder vom Blitz noch von einer Eingebung getroffen worden“.

Seit 1980 Redemptorist

Ulrich Bednara trat im August 1980 dem Orden der Redemptoristen bei. Ein Jahr später legte er in Forchheim das Ordensgelübde ab. Im Jahre 1987 wurde Bednara in Gars zum Priester geweiht.

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Den eingeschlagenen Lebensweg bereut er bisher noch keine einzige Minute. Seine Erfahrungen: Als Priester brauche man genügend Selbststand. Man dürfe sich auch nicht von oben her drangsalieren lassen. Wichtig sei zudem der Austausch mit Menschen außerhalb der Kirchenmauern. Die Frauenrolle in der Kirche bezeichnet der Pfarrverbandsleiter schlichtweg als „bescheiden“. Für ihn wären Diakoninnen oder Pfarrerinnen kein Problem. „Aber die Kirche denkt hier in Jahrhunderten“, bedauert der Garser. Emanzipation findet der 68-Jährige gut, Emanzen weniger.

Ab in die Allianz-Arena

Was der Redemptorist noch gut findet: Den FC Bayern. Da geht es schon mal in die Allianz-Arena zu einem Fußballspiel.

Früher, als Steffi Graf noch den Tennisschläger in der Hand hielt, interessierte sich der Dekan auch für diesen Sport und gibt schmunzelnd zu: „Einmal habe ich eine Messe fünf Minuten später angefangen, weil ich unbedingt noch wissen wollte, ob die Gräfin das Spiel gewinnt“. Selbst treibt Ulrich Bednara allerdings keinen Sport. Höchstens Denksport und da kommt ihm Günther Jauchs Spielshow „Wer wird Millionär“ gerade recht.

Die Hurtigruten mit dem Postschiff

Wie schaut es beim Landkreisdekan eigentlich mit Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft aus? Schließlich hat er im November Geburtstag und da sind Wünsche ja erlaubt. „Was das Große und Ganze betrifft, da würde ich mir mehr Verständnis der Menschen untereinander wünschen. Und für mich persönlich visiere ich irgendwann noch mal eine größere Reise an. Und zwar mit dem Hurtigruten Postschiff entlang der norwegische Küste“. Dieses Abenteuer gönnte sich Bednara schon mal und er schwärmt bis heute von Fjorden und Polarlichtern. Auch die Seeadler haben es ihm angetan.

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Der Pater erinnert sich mit Freude: „Da wirft man Brotstücke in die Luft und schon sind die Greifvögel da und schnappen sich die Happen. Ein beeindruckendes Schauspiel“.

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