Wegen Planungsfehler: Dachgeschoss in Griesstätt muss rückgebaut werden

Das Dach an dem Mehrfamilienhaus in der Alpenstraße, deren Bauherrin die Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG ist, war schon fertig, als ein Planungsfehler auffiel. Nun muss das oberste Geschoss rückgebaut werden. Die Arbeiten sind in vollem Gange.
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Das Dach an dem Mehrfamilienhaus in der Alpenstraße, deren Bauherrin die Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG ist, war schon fertig, als ein Planungsfehler auffiel. Nun muss das oberste Geschoss rückgebaut werden. Die Arbeiten sind in vollem Gange.

Wohnraum ist gefragt – auch in Griesstätt. Darum verwirklicht die Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG ein dreistöckiges Wohn- und Geschäftshaus in der Alpenstraße auf einem eigenen Grundstück. Wegen eines „Berechnungsfehlers des Planungsbüros“ muss nun das Dach rückgebaut werden.

Von Andrea Klemm

Griesstätt – Wohnraum ist knapp – auch in Griesstätt. Darum verwirklicht die Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG ein dreistöckiges Wohn- und Geschäftshaus in der Alpenstraße auf einem eigenen Grundstück. Wegen eines „Berechnungsfehlers des Planungsbüros“ muss nun das Dach rückgebaut werden, wie Melanie Lappöhn und Florian Kreuz aus dem Bankvorstand auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung bestätigen. Tragisch: Der Planer ist inzwischen nach langer Krankheit verstorben.

Mehrkosten durch Rückbau noch unklar

Ein großer Kran wurde in der Alpenstraße aufgestellt. Die Rückbau-Arbeiten laufen noch, wie Lappöhn sagt. Daher könne sie die Mehrkosten, die durch diese Maßnahme entstehen würden, noch nicht beziffern.

Durch die Bauverzögerung wird das Objekt – sofern das Wetter mitspielt – nun erst im Spätherbst fertig gestellt sein. 350 Quadratmeter Wohnfläche und etwa 80 Quadratemeter für „nicht störendes Gewerbe“ sind dann bezugsfertig.

Vollwertiges Wohngeschoss statt Dachgeschoss

Der Bau war eigentlich schon weit fortgeschritten – nun muss das Dachgeschoss rückgebaut werden, weil die Geschossflächenzahl (GFZ) überschritten wurde. Griesstätts Bürgermeister Robert Aßmus (parteilos) erklärt, „dass die Isolierung auf die Außenseite des Daches und nicht auf die Innenseite gemacht und falsch berechnet wurde“. Es wäre, statt eines Dachgeschosses ein vollwertiges Wohngeschoss mit Kniestock entstanden – was nicht genehmigt gewesen sei, so Aßmus.

„Wir als Gemeinde haben gemeinsam mit dem Landratsamt, dem Bauherrn und dem Planungsbüro nach einem gangbaren Weg gesucht, damit nicht rückgebaut werden muss“, so Aßmus. „Jedoch hätten wir Tür und Tor öffnen müssen, durch eine Bauplanänderung oder beispielsweise eine Aufhebung des Bebauungsplanes. Damit hätten wir diesem Bauherrn eine Möglichkeit geboten, die andere nicht haben. Und das im Nachhinein. Dann brauchen wir gleich keinen Bebauungsplan.“ Aßmus betont, er wolle niemandem den Schwarzen Peter zuschieben. „Uns hat das auch wehgetan, schließlich ist Wohnraum so wichtig. Aber wir können als Gemeinde keine Präzedenzfälle schaffen“, sagt der Bürgermeister.

Die Genehmigung lief im vereinfachten Freistellungsverfahren, also über den Tisch des Bürgermeisters. „Da braucht es keinen Gemeinderatsbeschluss, nur eine Kenntnisnahme seitens des Gremiums“, so Aßmus. Erfolgt ist die Genehmigung letztlich über das Landratsamt.

Abweichung von der Geschossflächenzahl

Die Abweichung von der Geschossflächenzahl hatte Brigitte Wieland vom Griesstätter Bauamt bei einer Besichtigung bemerkt. „Die lichte Innenseite des Dachgeschosses wurde berechnet, nicht die Außenseite, wie es korrekt gewesen wäre“, weiß Melanie Lappöhn, Vorstandssprecherin der Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG, inzwischen. Sie spricht von einem Berechnungsfehler des Planungsbüros.

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Es habe im Vorfeld eine Ausschreibung gegeben. „Unser Auftrag an das Ingenieurbüro war, einen Plan für Wohnraum nach den bestehenden Vorgaben des Bebauungsplanes zu schaffen“, so Lappöhn.

Büro bestreitet den Fehler nicht

Als der Fehler auffiel, war es nach ihren Angaben zu spät. „Wir als Bauherren haben verschiedene Versuche unternommen, das nachträglich genehmigt zu bekommen. Dennoch: Wir akzeptieren und respektieren die Entscheidung der Gemeinde und sorgen jetzt für Korrektur.“

Wegen der Mehrkosten, die der Bank im Zuge des Planungsfehlers entstehen, werde das Geldinstitut Regressansprüche an das Planungsbüro stellen, heißt es aus dem Vorstand der Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing.

Im Ingenieurbüro nachgefragt, erklärt die Tochter des verstorbenen Planers: „Unser Büro hat den Fehler nie bestritten. Wir haben versucht, alles zu tun, um eine Lösung zu finden.“ Das Büro werde nach dem Tod des Inhabers demnächst aufgelöst, die laufenden Geschäfte noch ordnungsgemäß abgearbeitet.

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