Wegen Corona: St. Wolfganger Gartlertag wird heuer zum grünen Markt umfunktioniert

Eine große Erleichterung bietet die automatische Saftabfüllanlage.
+
Eine große Erleichterung bietet die automatische Saftabfüllanlage.

Der große Gartlertag des Gartenbauverein St. Wolfgang muss wegen der Corona-Pandemie heuer ausfallen. Doch es gibt einen kleinen Ersatz.

Von Wolfgang Weingartner

St. Wolfgang – Der große Gartlertag des Gartenbauverein St. Wolfgang muss wegen der Corona-Pandemie heuer ausfallen. Die beliebte Veranstaltung mit alljährlich bis zu 2000 Besuchern sei wegen Corona-Auflagen für die Gartler nicht zu organisieren und zu verantworten, berichtete der Vorsitzende Rudi Brand im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Am traditionellen Veranstaltungstag, Samstag, 3. Oktober, wird es daher nur einen Obst- und Gemüsemarkt im kleineren Rahmen am Vereinsheim in Gumpenstätt geben.

Der Gartlertag, ein Veranstaltungs-Highlight in der Gemeinde St. Wolfgang, wird heuer eine Art „grüner Markt“, beschreiben ihn Brand und der stellvertretende Vorsitzende Johannes Ober. Bei dem Obst- und Gemüsemarkt wird es zur keine Bewirtung und Verpflegung der Besucher vor Ort kommen, betonten die Beiden. Zwischen 10 und 16 Uhr können die Gäste an zehn Ständen am und um das Vereinsheim Äpfel und Birnen, gepresste Säfte, Fruchtaufstriche, Käse, Honig und Most sowie Gemüse und Kartoffeln der Jugendgruppe aus eigenem Anbau kaufen. An einigen zusätzlichen Ständen werden zudem gartennahe Produkte angeboten. Weiter gibt’s heuer nur bereits abgepacktes Sauerkraut, Tipps zu Heil- und Wildkräutern und den Pflanzentausch.

Lesen Sie auch: Corona kann Gartler in St. Wolfgang nicht stoppen, doch eine Veranstaltung muss kürzer treten

Mit viel Aufwand wurden umfangreiche Hygienemaßnahmen erarbeitet und sorgen zusammen mit genauen Verhaltensregeln für die Sicherheit der Besucher, betonte der „Gartler-Chef“.

Das Pressen in der eigenen Bandobstpresse im Vereinsheim laufe trotz Corona „wie gewohnt gut“, freut sich das Team. Die Obsternte sei heuer zufriedenstellend. Mit einer Investition von rund 23 000 Euro wurde eine automatische Saftabfüllanlage angeschafft, berichtete Brand. Damit wolle man nicht mehr umsetzen, sondern das sei vor allem eine Arbeitserleichterung. Nach dem Obstpressen wird der Saft durch einen Erhitzer gepumpt und dann abgefüllt in fünf oder zehn Liter-Behälter. Das funktioniert nun automatisch. In nur sechs Sekunden wird jetzt ein Zehn-Liter-Saftbeutel befüllt. Trauben werden heuer gar keine gepresst und Quitten nur ohne Erhitzen.

Pandemie erschwert die Jugendarbeit

Corona habe die Jugendarbeit sehr erschwert, berichtete Jugendleiterin Andrea Hammer. Dennoch sei man kreativ gewesen, um den 30 bis 40 Gartler-Kindern etwas zu bieten. Durch „Homeworking“ mit Planzkisten für Gemüse konnte der Nachwuchs zuhause garteln. Schade sei, dass man heuer draußen im Vereinsgarten lange nichts habe unternehmen können. Nun hofft der Verein auf Lockerungen, so Hammer, damit die Kinder wieder draußen mit ihren Händen arbeiten können. hew

Kommentare