Wegen Corona gibt es heuer kein Attler Herbstfest

Gefeiert wird heuer auch nicht am Attler Herbstfest – wegen Corona. Die Sicherheit geht vor.

Es gilt als Institution seit bald 48 Jahren. Das Attler Herbstfest ist das größte Inklusionsfest im süddeutschen Raum – und muss heuer wegen der Pandemie erstmals seit 1973 ausfallen. Jedes Jahr zieht es mehr als 15000 Besucher in die Einrichtung für Menschen mit Behinderung bei Wasserburg am Inn.

Von Michael Wagner

Wasserburg/Attel – „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Jonas Glonnegger aus dem Vorstand. „Aber aufgrund der aktuellen Lage wäre es unverantwortlich und fahrlässig, die bei Betreuten und Besuchern gleichermaßen beliebte Großveranstaltung wie gewohnt stattfinden zu lassen.“

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Attler Herbstfest war im September geplant

Die Absage betrifft das Attler Herbstfest, das vom 4. bis zum 7. September geplant war, sowie den Zeltflohmarkt (12. September). Alle Veranstaltung, die bis Ende August angekündigt waren, muss die Stiftung Attl aufgrund der Bestimmungen in Bayern ebenfalls streichen - wie den Angehörigen-Tag (15. Mai), den Attler Lauf (4. Juli), das Country-Fest (11. Juli) sowie alle Budenzauber-Konzerte und -Disco-Termine.

Attl bangt um weitere Veranstaltungen

„Sollte sich die Lage nicht ab September grundlegend bessern, gehen wir davon aus, dass auch die später geplanten Veranstaltungen ausfallen müssen“, betonen die Vorstände. Dies beträfe die Tour de Rolli (3. Oktober), den Sankt-Martin’s-Umzug (11. November), die Keltische Nacht (21. November), das Attler Adventssingen (28. November) sowie den Attler Advent (27. November und 4. Dezember). Eine endgültige Entscheidung erfolgt aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

„Die Absage des Attler Herbstfestes trifft vor allem die Bewohner der Stiftung Attl ins Mark“, sagt Vorstand Franz Hartl. Es sei für die Betreuten der mit Abstand wichtigste Termin und gilt als fünfte Jahreszeit in der Einrichtung.

Schade für die Bewohner

„Ein Hauptaspekt unserer Arbeit liegt darin, dass wir den Betreuten im Jahreslauf eine breite Vielfalt an Angeboten und Erlebnissen bieten, die sie in ihrem bekannten Umfeld mit der nötigen Begleitung und zu sozial verträglichen Preisen nutzen können“, erklärt Glonnegger.

Der Austausch mit den vielen Besuchern, das Miteinander, die Begegnungen und die große Vielfalt der Veranstaltungen sei ein wichtiger Bestandteil des Lebens in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung. „Die Absage bedeutet einen tiefen Einschnitt, aber das Leben und die Gesundheit der Bewohner geht vor.“

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