Wegen Corona: Auch der Wasserburger Palmesel darf nicht raus

Jesus auf dem Palmesel: Wegen Corona muss die Figur daheim bleiben. Weithofer
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
    schließen

Heuer sollte er bei der Palmprozession seinen ersten Einsatz haben: der Palmesel der Heilggeist-Spitalstiftung in Wasserburg. Doch er muss noch bis 2021 warten, bis er seine Premiere feiert. Corona hält ihn auf.

Wasserburg – Was für ein Kunstwerk: Jesus sitzt auf dem Palmesel, sein Blick ist offen, erwartungsfroh. Eine ganz besondere Würde liegt in seiner Erscheinung. Er hat einen Vollbart, trägt ein graues Gewand mit goldenen Applikationen, auf dem Haupt einen Strahlenkranz. Feingliedrig sind die Füße, die Hände fehlen. Das Zaumzeug des Esels ist sorgsam angelegt. „Diese Figur aus der Barockzeit ist von Pfarrer Ludwig Bauer in den 80er Jahren in München ersteigert worden“, weiß der Kunstsammler Bernd Joa. Die Holzskulptur soll aus Bayern stammen.

Corona-Pandemie verhindert Prozession am Palmsonntag

Auf jeden Fall gehört sie jetzt der von der Stadt Wasserburg verwalteten Heiliggeist-Spitalstiftung. Zum Fotografieren wurde sie zur Ausstellung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ geschoben. Eigentlich sollte die Figur am Palmsonntag, erstmals in einer feierlichen Prozession von der Frauen- zur Pfarrkirche gezogen werden – Corona verhindert es.

+++

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

+++

Diese Feier ist ein österlicher Brauch, die vom Einzug Jesu nach Jerusalem erzählt. Fester Bestandteil sind die Palmzweige. Palmen galten schon im Altertum als heilige Bäume. In nördlichen Breiten werden Zweige anderer Pflanzen verwendet, Buchsbaum, Wacholder oder auch Weiden, die bereits „Kätzchen“ tragen.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

"Etwas Fröhliches", auch während der Corona-Pandemie

Der großen alten Dame der Stadt, Dorle Irlbeck, war es ein Anliegen, den Wasserburger Palmesel, der früher als österlicher Vorbote seine Dienste tat, wiederzuerwecken. Und sei es derzeit nur in der Weise, von ihm ein Foto in der Zeitung zu präsentieren – „damit wir in dieser düsteren Zeit etwas Fröhliches, Traditionelles haben“, so Dorle Irlbeck.

Mehr zum Thema

Kommentare