Job-Wechsel

Wasserburgs Stadtwerkechef im Interview über seinen Wechsel: „Ich freue mich auf Haag“

Freut sich auf neue berufliche Herausforderungen: Marius Regler verlässt die Stadtwerke Wasserburg und wechselt zu den Kraftwerken Haag.
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Freut sich auf neue berufliche Herausforderungen: Marius Regler verlässt die Stadtwerke Wasserburg und wechselt zu den Kraftwerken Haag.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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Es war ein Paukenschlag, als Wasserburgs Stadtwerkechef Marius Regler ankündigte, das kommunale Unternehmen zu verlassen. Im Interview mit der Wasserburger Zeitung verrät er, dass es ihn nicht weit weg verschlägt und warum mit dem beruflichen Neuanfang auch ein privater verbunden ist.

Wasserburg – Zum Jahresende gibt Marius Regler (52) seinen Posten als Chef der Stadtwerke Wasserburg auf (wir berichteten). Diese Funktion hatte er drei Jahre lang inne. Künftig wird er für die Kraftwerke Haag tätig sein. Im Interview nennt er die Gründe für seinen Wechsel.

Marius Regler: Es kam auch für mich überraschend und ich habe meine Entscheidung, die mir anfangs sehr schwergefallen ist, sofort kundgetan. Und ganz aus der Welt bin ich ja nicht. Ich werde den Stadtwerken Wasserburg immer gerne meinen Rat anbieten, es gibt ohnehin gewisse Berührungspunkte zwischen den Kraftwerken Haag und den Stadtwerken Wasserburg. Im Grunde sind wir nicht Wettbewerber, sondern eigentlich Marktbegleiter, die sich gegenseitig unterstützen können. Ich denke, durch meinen Wechsel kann man die Kooperation noch intensivieren. Und nach wie vor liegt mir die Zukunft der Stadtwerke mitsamt ihren Mitarbeitern am Herzen. Ich sage nicht: In zwei Monaten bin ich hier weg und nach mir die Sintflut. Ich würde auch nicht ausschließen, irgendwann wieder zurückzukommen.

Was hat Sie zu dem Jobwechsel bewogen?

Regler:Ich habe unerwartet mehrere Job-Angebote erhalten, und ich habe festgestellt, dass die Rahmenbedingungen bei den Kraftwerken Haag für mich persönlich besser sind, unter anderem weil ich mich dort als Mitglied des Vorstands auf das unternehmerische Handeln konzentrieren kann.

Wofür stehen die Kraftwerke Haag?

Regler: Es ist ein privates, regionales Versorgungsunternehmen, das insbesondere im Bereich der Stromversorgung positioniert ist. Das Stromnetz und der Stromvertrieb sind deutlich größer als in Wasserburg, dafür gibt es aber auch keine anderen wesentlichen Geschäftsbereiche. Das Unternehmen versorgt in insgesamt 21 Konzessionsgebieten, es ist weit über Haag hinaus tätig, unter anderem als vorgelagertes Netz der Stadtwerke Dorfen.

Funktioniert das Geschäftsmodell, mit Strom Gewinne zu erzielen?

Regler: Ja, das geht. Auch bei den Wasserburger Stadtwerken ist der Strombereich der ertragstärkste Bereich, der Ergebnisse abwirft und damit insbesondere das Badria finanziert.

Regler: Nein. Es war mein Auftrag, das wirklich attraktive Bad unter den politischen Vorgaben möglichst effizient zu führen. Ein Schwimmbad ist nie dafür ausgelegt, Gewinne zu erwirtschaften. Es ging darum, das Bad so kosteneffizient wie möglich zu betreiben. Das erfordert natürlich auch unternehmerisches Handeln.

Haben Sie im Stadtrat genug Rückhalt gespürt?

Regler: Dazu möchte ich eigentlich nichts sagen. Operativ war die Zusammenarbeit sehr, sehr gut. Bezüglich strategischer Ausrichtungen stößt man in der Tat an Grenzen, Entscheidungswege sind oft zu lang.

Was für einen Rat können Sie Ihrem Nachfolger geben?

Regler: Ich habe dem Bürgermeister bereits einige Empfehlungen gegeben, weitere werden folgen. Welche das sind, möchte ich nicht in der Öffentlichkeit kundtun.

Was werden Sie am meisten vermissen, wenn Sie nach Haag gehen?

Regler: Das kollegiale Miteinander, das ist ja eine tolle Mannschaft hier. Vermissen werde ich auch die Beständigkeit und die Tradition, die man hier pflegt. Das ist ja auch an vielen Stellen gut. Auf jeden Fall hat der Job mir eine große Vielfalt geboten. Aber jetzt freue ich mich – wenn auch mit einem weinenden Auge – auf Haag, ich kenne bereits einige der insgesamt 35 Mitarbeiter dort. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat mir einen großen Vertrauensvorschuss entgegengebracht, die Zusammenarbeit wird offen und konstruktiv sein.

Werden Sie für die neue Aufgabe nach Haag umziehen?

Regler: Nein, Prien bleibt mein Wohnort.

Sie wirken sehr entspannt und zufrieden – alles im Lot also?

Regler: Um im Lot zu sein, ist das Private weit wichtiger als das Berufliche. Familie ist mir sehr wichtig. Meine Eltern bedürfen mehr und mehr Hilfe. Am kommenden Wochenende kommt ein großes Ereignis auf mich zu: Ich heirate meine Lebensgefährtin Claudia – und zwar in Wasserburg. Die Zeremonie wird Werner Gartner vornehmen, der Zweite Bürgermeister.

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