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Neue Ausstellungsstücke

Wasserburgs Schatztruhe wächst weiter

„Obere Innstraße“ von Otto Geigenberger
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„Obere Innstraße“ von Otto Geigenberger
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Wasserburg, die kleine Stadt am Inn, inspiriert viele Künstler. Bernd Joa hat wieder viele ihrer Werke für seine Ausstellung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ erstanden. Nun wurden dem Stadtrat die neuesten ersteigerten Werke vorgestellt.

Wasserburg – Die Ausstellung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ fristet an ihrem Standort am Brucktor eher ein Schattendasein, obwohl sie prächtige Exponate beherbergt. Auf vier Etagen sind Kunstgegenstände aus der Geschichte Wasserburgs zu bestaunen: Gemälde, Stiche, Skulpturen, aber auch Keramik, Silber, Zinn, Tabakdosen, Dirndl. Und ein altes Sportgewehr. Eine besondere Attraktion ist der „Wasserburger Saal“ mit Gemälden von Otto Geigenberger, Hans Ganser, Willi Reichert, Karl Wähmann, Ludwig Weninger und anderen. Die ältesten Stücke der Sammlung sind Silberpfennige, die aus dem Jahr 1396 stammen. In der Regel kann die Ausstellung freilich nur im Rahmen einer bei Bernd Joa gebuchten Führung besichtigt werden: joa.bernd(@)freenet.de

Ofenfüße aus dem 19. Jahrhundert.

Mit Schenkungen bereichert Joa, Mäzen und Träger der Joseph-Heiserer-Medaille, die Sammlung im ehemaligen Spital von Jahr zu Jahr. Bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats schlug wieder seine große Stunde: Er übergab der Stadt bei der mittlerweile 15. Ergänzung des Schenkungsvertrags insgesamt 36 Kunstwerke – Gemälde, Krüge, Schalen, Skulpturen und anderes -, die er in den vergangenen Monaten erworben hat. Fündig wird er, so hat er es einmal gegenüber unserer Zeitung enthüllt, vor allem bei seinen Streifzügen durch Internet, so auch auf der Online-Plattform Ebay. Zudem nimmt er an Online-Auktionen teil, und er pflegt Kontakte mit Händlern, die ihn kennen und ihm Angebote machen.

Neue Variationen der Stadtansicht

Wer glaubt, er hätte schon zur Genüge Gemälde mit Stadtansichten von Wasserburg gesehen, staunt, dass es Joa immer wieder gelingt, neue, spannende Variationen dieses grandiosen Motivs zu entdecken. So erwarb der frühere Pfarrer schon 2021 ein Aquarell von Geigenberger aus dem Jahr 1944 mit dem Titel „Obere Innstraße“. Sorgsam hat es Joa mit dem berühmten Wasserburger Rot umrandet und mit einem Silberrahmen versehen. Andere Maler, die den Schatz der Stadt nun vergrößern, sind Josef Koch, Ludwig Weninger und Hedwig Pilartz-Emmel.

Für die Stiftung bedankte sich Bürgermeister Michael Kölbl (rechts) bei Bernd Joa (links). 

Die Präsentation der neu angeschafften Werke unterfütterte Joa im Gremium mit interessanten Details. Weil auf Kochs Bild die Wasserburger Brücke mit Eisbrechern dargestellt wird, kann es nach seinen Worten erst nach 1930 entstanden sein. Und er erinnerte anhand der Zeichnung „St. Achatz“ an das Schicksal des begnadeten und lange Zeit vergessenen Malers Ludwig Weninger, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erschossen wurde. An Hans Rieders Bild vom Marienplatz (1953) fand Joa Gefallen, weil dieser die Frauenkirche raffiniert angeschnitten habe. Beim Werk „Mystik über Wasserburg“ von Gabi Schmid gilt für ihn die Empfehlung, „hineinzudenken, was man will“. Ebenfalls sehr eindrucksvoll: das Votivbild, auf dem ein Bauer für seine Pferde betet.

„St. Achatz“ von Ludwig Weninger

Aber auch bei Skulpturen griff Joa in diesem Jahr zu: Ofenfüße aus dem 19. Jahrhundert, die hässliche Eisenstangen verdecken sollten, gehören nun zur Sammlung. Und als Highlight zum Schluss: ein geschmiedetes Zunftzeichen der Wasserburger Schiffleute aus dem 17. Jahrhundert. Auf jeden Fall gewann der Kunsthistoriker aus Leidenschaft einmal mehr die große Aufmerksamkeit des Stadtrats, der ihm kräftig applaudierte.

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