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Fest für bekanntesten Ehrenamtlichen

Wasserburgs Saubermann Heinz lässt sich zum 75. Geburtstag feiern – auf seine Art

Unterhaltsame Zwiegespräche: Kabarettist Michael Altinger (links) und Jubilar Heinz zeigten, dass sie beide nicht auf den Mund gefallen sind. W
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Unterhaltsame Zwiegespräche: Kabarettist Michael Altinger (links) und Jubilar Heinz zeigten, dass sie beide nicht auf den Mund gefallen sind. W
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Wasserburg hat am Samstag Heinz, den Saubermann der Stadt, gefeiert – mit einem Fest, das seine eigenen Regeln hatte. Der Jubilar brachte sogar Bühnenprofi Michael Altinger aus dem Tritt.

Wasserburg – Am Tag vor dem großen Fest wollte Heinz keine Emotionen zeigen. Auf die Frage, ob er sich freut, sagte er: „A bissele, net fui.“ Feiern – das sei er eben nicht gewöhnt. „Ich bin nicht aufgeregt, nicht nervös, gar nix“, beteuerte er lachend. So kennt man ihn, den Heinz, eigentlich Hendrick Plaweckay : heiter und bescheiden. Beim kurzen Schwatz am Freitagnachmittag in der Salzsenderzeile machte er das, was er schon seit vielen Jahren macht: Mit der Greifzange sammelte er Papierfetzen und anderen Abfall auf, penibel und unverdrossen.

Ehrengast zum 75. Geburtstag: Heinz freute sich über den Auftritt von Kabarettist Michael Altinger, der die Festrede hielt.

Am Samstag feierte die Stadt seinen 75. Geburtstag. Mögen überall Partys coronabedingt abgesagt worden sein, für ihn, die gute Seele von Wasserburg, war dann doch eine Feier möglich – mit Erlaubnis des Landratsamts.

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Ein Fest, das Laune machte: Die Penzinger Künstlerin Tamara Oswatitsch hatte die Jazz-Band „Kreiz und Quer“ mit fünf Musikern sowie den Kabarettisten Michael Altinger zum Auftritt in der Hofstatt gelockt. Wobei der Promi aus Bachmehring seine Verbundenheit mit Heinz mehrfach zum Ausdruck brachte: „Wer ihn in Wasserburg nicht kennt, der läuft blind durch die Stadt. Dem Heinz begegne ich regelmäßig“, so der Kabarettist.

Mit weiß-rotem Plastikband war ein Teil der Hofstatt ringförmig abgesperrt, in einem Kreis rund um die Überdachung des Marktstands hatten sich etwa 70 Gäste im Schatten der Bäume an diesem heißen Samstag zu Ehren des Jubilars versammelt.

Ein bisschen nervös war er schon, der Jubilar: „Er wollte vorhin abhauen“, berichtete die Organisatorin Oswatitsch. Doch auf einmal tauchte er wieder auf. Mit festem Willen, den Nachmittag zu seinen Ehren zu genießen. Freunde erzählen, dass Heinz auch mal energisch, grantig, ja zornig sein kann.

Gratulanten für Heinz (Mitte): Zweiter Bürgermeister Werner Gartner, Festorganisatorin Tamara Oswatitsch und Festredner Michael Altinger (von links)

Altinger kam jedenfalls lange nicht dazu, die Geburtstagsrede zu halten, wiederholt trat Heinz ans Podium und verwickelte den Festredner in ein Zwiegespräch – Szenen, an denen das Publikum seinen Spaß hatte: Da lässt sich einer nicht einfach unterbuttern.

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Wobei der Komiker schlagfertig konterte: „Wir können die Leute heimschicken und ratschen ein bisserl miteinander“, schlug er dem Jubilar vor. Schließlich zog sich Heinz auf eine Bank zurück und Altinger zündete ein Feuerwerk von Sprüchen: „Hierher kommen heute mehr Leute als zum FC Bayern in die Bundesliga. Das freut mich am allermeisten.“

So gar nicht eingehen wollte der Gefeierte auf den Vorschlag, einen Nachfolger als Stadtreiniger einzulernen. „Du bist also kein Ausbildungsbetrieb?“, fragte ihn Altinger mit gespieltem Interesse. Applaus und Gelächter, ein unterhaltsamer, vergnüglicher Nachmittag.

„Kreiz und Quer“ spielte zu Ehren des Jubilars in der Hofstatt auf, denn Musik liebt Heinz sehr. Seine Lieblingsband: die Amigos.

„Bekannter als der Bürgermeister“

Für die Stadt erwies der Zweite Bürgermeister Werner Gartner dem Jubilar seine Reverenz: „Vielleicht kennen mehr Wasserburger den Heinz als den Bürgermeister. Er ist eine Person, die einfach zu Wasserburg dazugehört.“ Gartner fügte an den Geehrten gewandt hinzu: „Es ist eine tolle Sache, dass du ehrenamtlich unterwegs bis, um den Müll aufzusammeln. Und das seit 13 Jahren!“

Ausdrücklich dankte Gartner der Veranstalterin Tamara Oswatitsch. Sie hat sich auch um Ausstellung von Fotos gekümmert, die Heinz in verschiedenen Szenen zeigen. Zu sehen sind die Bilder in Schaufenstern von Geschäften in der Altstadt. „Gfreust di, Heinz?“, wollte Altinger zum Abschluss der Feier wissen. „Und wie“, antwortete der Geehrte. Auch für Michael Hegenbart, 67, ein guter Bekannter des Jubilars, war es ein schöner Nachmittag. „Das war der typische Heinz, der sich nicht gleich automatisch auf das Programm einstellt, sondern seinen Weg geht.“ Renate Burkhart, 74, fand das Fest ebenfalls gelungen. „Es ist sehr schön, dass man auch mal solche Menschen ehrt.“

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