Wegen Corona dauert es, bis Wasserburgs längster Bartresen in der Badria-Gaststätte öffnet

"Wir wollen ein etabliertes Restaurant am Badria schaffen – unabhängig vom Badebetrieb“, sagen die Pächter Oguz (rechts) und Saban Korkmaz.
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„Wir wollen ein etabliertes Restaurant am Badria schaffen – unabhängig vom Badebetrieb“, sagen die Pächter Oguz (rechts) und Saban Korkmaz.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Wirte brauchen gute Nerven – vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Pächter der gastronomischen Anlagen im Badria, Oguz und Saban Korkmaz, stehen schon lange in den Startlöchern. Als eine Sanierung abgeschlossen war, kam der Lockdown. Nun hoffen sie auf eine Eröffnung nach Pfingsten.

Wasserburg – Als die Sanierung der notwendigen Gewerke im Gastro-bereich des Wasserburger Badria endlich abgeschlossen war, und auch das runderneuerte Lokal, die sogenannte „externe Gastronomie“ (hier gibt es keinen Zugang über das Bad), geöffnet werden sollte, kam der Lockdown wegen der Corona-Pandemie.

Bad und Lokal – Öffnung nach Pfingsten?

Die Pächter sind Oguz und Saban Korkmaz, bekannt vom „Café K“ aus Aßling und seit Sommer 2019 mit dem Stadtwerken vertraglich verbunden. Eine vertrauensvolle Partnerschaft auf Augenhöhe, wie Bürgermeister Michael Kölbl, Stadtwerkechef Marius Regler sowie die Korkmaz bekräftigen.

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Noch wird im Badria keine Pacht fällig

Eine Pacht wird erst fällig, sobald die Gaststätte gemeinsam mit dem Badria-Freibad eröffnen kann.Regler hofft auf die Tage nach Pfingsten.

Damit das gastronomische Konzept wirtschaftlich tragfähig ist, liegen Sauna-Bistro, das Schwimmbad-Lokal, der Außenkiosk und das elegante „externe“ Restaurant in einer Hand. So treffen weniger lukrative und attraktive Elemente in einem Vertrag aufeinander – eine Mischkalkulation für die Betreiber.

„Die Pächter haben viele Vorleistungen erbracht und die defizitären Monate März 2019 in der Sauna-Gastronomie und April 2019 in der Schwimmbad-Gastronomie übernommen – das war Bedingung“, so Regler über den damals vorläufigen Vertrag. Sie waren damals kurzfristig eingesprungen, weil der vorgesehene Pächter aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen war. „Sie übernahmen das pragmatisch und ließen uns nicht hängen“, so Regler. Anschließend habe man in einem längeren Prozess, der auch die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen berücksichtigte, einen langfristigen Pachtvertrag ausgehandelt.

500.000 Euro in Gastro-Bereich gesteckt

Der Stadtwerkechef weiß, dass es Tage geben wird, in denen man schlechtwetterbedingt als Badria-Wirt mit unter 100 Euro Umsatz heimgehe und dann wieder Tage, bei denen am Kiosk regelrecht Schlangen anstehen. „Ohne das Restaurant, das die beiden unabhängig vom Bäderbetrieb betreiben, wäre es wirtschaftlich schwer für sie, da die Auslastung der einzelnen Stationen recht unterschiedlich ist“, so Regler. Und auch bei begrenzten Umsatzmöglichkeiten müssen die beiden Wirte ein bestimmtes Angebot vorhalten.

Fenster aus Isolierglas

Die großflächige Fensterfront hat nun Isolierglas und in der Küche waren verschiedene Kühleinrichtungen wegen des Frischekonzeptes gefragt, sagt der Stadtwerkechef.

Insgesamt werden in die gastronomischen Anlagen im Badria 500.000 Euro investiert. Davon haben rund 200.000 Euro die Stadtwerke und die Pächter dieselbe Summe in die Hand genommen – für bewegliche Sachen. In den Außenbereich stecken die Korkmaz auch noch einmal bis zu 100.000 Euro.

Catering für Badria-Halle geplant

Eine hochwertige Schiebetür, die nur für das Personal zwischen dem externen Lokal und der Schwimmbad-Gastronomie da ist, verhindert, dass Wärme und Chlorgeruch ins Restaurant ziehen. „Der Chlorgeruch, jedes Mal, wenn die Tür aufgeht, weil wir hindurch müssen, wäre sehr störend für die Gäste im Speiserestaurant“, so Saban Korkmaz.

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Das Lokal bietet inklusive der großen Bar – der längsten in Wasserburg, wie die Betreiber sagen – 95 Sitzplätze. Wegen Corona werden die nächste Zeit wohl nur rund 40 Gäste bewirtet werden können. Zu essen gibt es große Burger „der gesunden Art“, Flammkuchen und leichte Speisen. Zudem soll es eine bunte Cocktailkarte geben. „Das wird eine Vollgastronomie mit Öffnungszeiten für mittags und abends. Der Bartbetrieb wird keine Nachbarn stören, wenn es mal bis 2 Uhr geht. Hier können sich jüngere und ältere Leute wohlfühlen“, so Saban Oguz. Die letzten Handgriffe sind noch zu tun und dann wollen Vater und Sohn zeitgleich mit dem Badria aufmachen und den Gästen ein Lokal präsentieren, das einen kompletten Imagewandel durchlebt hat, dessen Gestaltung von einem Lichtkonzept lebt sowie hochwertiger Ausstattung, wie etwa gemütlichen Chesterfield-Sofas. Derzeit basteln die beiden noch an einem Catering-Konzept, mit dem künftig auch die Badria-Halle, beispielsweise bei den Bällen beschickt wird.

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