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Interview zum Filmfestival

Wasserburgs Kulturreferentin will Publikum zur „Biennale Bavaria International“ wieder mehr ins Kino locken

Freut sich auf das Filmfestival: Kulturreferentin Edith Stürmlinger. Für sie ist es eine Chance für Wasserburg.
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Freut sich auf das Filmfestival: Kulturreferentin Edith Stürmlinger. Für sie ist es eine Chance für Wasserburg.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Wasserburg wird Filmstadt: Die „Biennale Bavaria International“ findet hier vom 15. bis 19. September statt. Im Interview mit der Wasserburger Zeitung erklärt Kulturreferentin Edith Stürmlinger, warum sie sich dafür eingesetzt hat, dass das Festival in Wasserburg stattfindet und welche Filme sie empfiehlt.

Wasserburg – Auf dem Programm der „Biennale Bavaria International“ vom 15. bis 19. September stehen 41 Filme, die sich mit dem Thema Heimat auseinandersetzen. Bereits am Samstag, 11. September, geht es in Wasserburg los – ungewöhnlicherweise nicht mit einem Kinofilm, sondern mit einem Theaterstück: Im Rathaus tritt unter anderem Pfarrer Rainer Maria Schießler im „Jedermann“ auf.

„Was ist Heimat?“ Das ist die Kernfrage des Festivals „Biennale Bavaria International“. Was ist Heimat für Sie?

Edith Stürmlinger: Heimat ist für mich da, wo meine Familie ist. Glücklicherweise in Wasserburg und drum herum. Wasserburg ist meine Heimat, weil es weltoffen und tolerant und trotzdem fest in seiner Kultur verwurzelt ist.

Sie haben sich von Anfang an stark gemacht dafür, dass Wasserburg sich als Festivalort einbringt – auch gegen Widerstände. Warum ist Ihnen das Festival des neuen Heimatfilms so wichtig? Welche Chancen bietet der Veranstaltungsreigen für Wasserburg?

Stürmlinger: Wichtig ist mir das Festival, weil ich mir erhoffe, dass Wasserburg in der ganzen Region noch mehr als hochkarätiger Kino- und Kulturstandort wahrgenommen wird. Wir haben ein erlesenes Filmpublikum, das dem Kino Utopia mit seinem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm die Treue hält. Damit Kino aber weiterhin neben all den Streaming-Diensten bestehen kann, müssen wir Aufmerksamkeit erregen, neugierig machen und das Publikum wieder mehr ins Kinos locken.

Das Projekt fand ich von Anfang an spannend, weil es auch zeigt, dass der Begriff Heimat oder Heimatfilm nicht nur von ganz bestimmten politischen Gruppierungen belegt werden darf. Die vielfältigen Möglichkeiten von Heimat, neuer Heimat oder auch Heimatlosigkeit, werden bei dem Filmfestival sehr bewusst und zeitgerecht aufgezeigt. Für Wasserburg bedeutet der Veranstaltungsreigen auf jeden Fall mehr Beachtung in den Medien, vielleicht dadurch auch mehr Besucher, die unsere schöne Stadt besuchen, die Gastronomie bevölkern und hier einkaufen.

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Auf welchen der 41 Filme sind Sie besonders gespannt? Welchen werden Sie sich ansehen?

Stürmlinger: Besonders gespannt bin ich, ob der Film von Christian Lerch „Das Glaszimmer“, der eigentlich unter der Kategorie Kinder- und Jugendfilm antritt, einen Preis bekommen wird. Für mich ein absolut sehenswerter Film, auch für Erwachsene. Christian Lerch hat übrigens hier am Luitpold-Gymnasium Abitur gemacht. Neben dem Eröffnungsfilm „Der Beckenrandcowboy“ hab ich nur noch am Freitag, 23. September, Zeit, mir „Ein bisschen bleiben wir noch“ im Utopia anzuschauen. Die Geschichte von zwei tschetschenischen Flüchtlingskindern.

Im Rahmenprogramm gibt es viele Angebote auch außerhalb des Kinosaals: Konzerte, Lesungen, Diskussionen. Ein Thema: „Was ist der Heimat Kultur wert?“ Wie ist Ihr Eindruck: Hat die Wertschätzung für die Kultur in der Pandemie, die für fast alle Kunst-und Kulturschaffenden mit Auftrittsverboten verbunden war, gelitten?

Stürmlinger: Mein Eindruck ist eher gegenteilig. Durch den Mangel an kulturellen Angeboten hat die Wertschätzung zugenommen, denn man hat vieles schmerzlich vermisst. Das bedeutet aber leider nicht, dass die Künstler bisher davon profitieren konnten. Die Menschen trauen sich trotz 3G-Regelung noch nicht in ausreichender Zahl in Konzertsäle, Theater, Ausstellungen und Kinos. Ich hoffe so sehr, dass sich das bei aller Vorsicht bald bessert. Künstler brauchen Publikum!

Was wünschen Sie sich als Kulturreferentin des Stadtrates für das Festival in Wasserburg?

Stürmlinger: Ich wünsche mir vor allem, dass möglichst viele Leute teilhaben können, auch am wunderbaren Rahmenprogramm, das am Samstag um 20 Uhr mit dem „Jedermann“ im Rathaussaal startet. Vor dem Rathaus spielt zur Eröffnung Trio Tonale ab 18.30 Uhr. Am gleichen Tag gibt es eine sehr interessante Ausstellungseröffnung in der Essigfabrik und einen Malmarathon, eine eigenständige Veranstaltung des AK68. Im Theater Wasserburg findet am Donnerstag, 15. September, zum Thema passend die Lesung „Wem seine Heimat“ statt. Daneben gibt es noch hochkarätig besetzte Diskussionsrunden im Rathaussaal, für die ich hoffe, dass sich da auch noch Zuhörer und Diskutierende einfinden, was bei diesem reichhaltigen Programm sicher schwierig werden wird.

Wann ist es der Veranstaltungsreigen für Sie ein Erfolg?

Stürmlinger: Ein Erfolg ist das Festival in meinen Augen jetzt schon, weil es, trotz großer pandemiebedingter Komplikationen, überhaupt stattfinden wird. Eine Gelinggarantie gibt es natürlich nicht, aber ich zolle dem Veranstaltungsteam um Günter Knoblauch großen Respekt für die Hartnäckigkeit, mit der dieses Projekt nie aufgegeben wurde.

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