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Ilona Picha-Höberth und Irene Kristen-Deliano

Zwei Wasserburgerinnen bieten Stadtführungen, die aus dem Rahmen fallen

Stadtführungen, die aus dem Rahmen fallen, bieten Irene Kristen-Deliano (links) und Ilona Picha-Höberth seit zehn Jahren in Wasserburg an.
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Stadtführungen, die aus dem Rahmen fallen, bieten Irene Kristen-Deliano (links) und Ilona Picha-Höberth seit zehn Jahren in Wasserburg an.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Fakten und Fantasie: Das verbinden Ilona Picha-Höberth und Irene Kristen-Deliano seit zehn Jahren zu spannenden Stadtführungen. Sie erzählen anhand von Geschichten die Geschichte der Stadt Wasserburg. Ein Doppelportrait.

Wasserburg – Sie können kaum unterschiedlicher sein und haben dennoch viel gemeinsam: Die eine hat im Sommer Geburtstag (Ilona- Picha-Höberth), die andere im Winter (Irene Kristen-Deliano). Die eine liebt historische Fakten, die andere mystische Erzählungen. Wie sie zueinander gefunden haben, wissen die beiden bei einem Gespräch mit der Wasserburger Zeitung selbst nicht mehr so genau. „Unsere Wege haben sich gekreuzt“, beschreibt es Ilona Picha-Höbert, ihres Zeichens freie Erzählerin. Irene Kristen-Deliano, ehemalige Buchhändlerin und langjährige Stadtführerin, stimmt ihr zu: „Vor etwa zehn Jahren haben wir uns gefunden, als ich einen Bericht über dich schreiben wollte, und dabei stellten wir fest, dass wir uns seit Langem vom Sehen kannten.“

Dinge betrachten nd ergründen

Sie ist zurückhaltender als ihre Kollegin, mit der sie in Wasserburg das neue Metier der Erzählführungen geschaffen hat. „Stadtführungen, die aus dem Rahmen fallen“, nennen die beiden ihr Angebot, das sie erst kürzlich auch in einem gemeinsamen Buch publiziert haben. Corona habe ihnen die Möglichkeit gegeben, dieses Werk zu verwirklichen. Ein Vorhaben, das schon lange auf ihrer Agenda stand.

Schon beim ersten Kennenlernen habe sich ihre gemeinsame Leidenschaft für die Wasserburger Geschichte gezeigt. Die eine hatte jahrelang Zahlen und Fakten gesammelt, die andere berührende Märchen und Geschichten erzählt. „Gemeinsam brennen wir aber für die Stadt Wasserburg. Wir lieben beide die historischen Gemäuer und den Kontakt mit den Menschen bei unseren Führungen“, beschreiben die beiden ihre gemeinsame Motivation.

Fakten und Fantasie

Das Rezept für eine gelungene Stadtführung, die aus dem Rahmen fällt, lautet: Dinge betrachten und zu ergründen versuchen.

Die Aufgabenverteilung dafür ist schnell umrissen: Die Faktensammlerin mit ihrem kunstgeschichtlichen Interesse trägt die historischen Details zusammen: Wann entstand das Gebäude, welche Funktion hatte es, wie hoch ist es, wie breit, was ist das für ein Baustil, wo gibt es die Schlüssel, um ins Innere zu kommen? Die Erzählerin benutzt diese Hintergrundinformationen, um Geschichten entstehen zu lassen, die zwar ihrer Fantasie entspringen, aber trotzdem genauso hätten passieren können.

„Indem wir die Historie erweitern, kann ich den Zuhörern authentische Zahlen präsentieren, die sie dann durch das geschilderte Schicksal der erfundenen Personen berühren“, beschreibt Picha-Höberth und ihre Kollegin ergänzt: „Es gab sogar schon mal die eine oder andere Träne.“

Mancher Hinterhof wird zu eng bei Corona

Dabei sei es gar nicht so einfach, das bunte Publikum auf der Straße mit einem Programm zu fesseln. „Das ist eine ganz andere Situation, als wenn ich in einem Saal vortrage“, macht die Erzählerin deutlich. „Auf der Straße sind die Zuhörer viel eher mal abgelenkt durch vorbeifahrende Autos und wir sind auch viel angreifbarer, als wenn wir auf einer Bühne stehen würden.“

Momentan sei es durch Baustellen in der Altstadt und die Corona-Abstandsregeln gar nicht so einfach, für ihre Rundgänge die passenden Wege zu finden. Von zehn ausgearbeiteten Führungen bieten sie derzeit nur fünf an. „Wir können nicht zur Burg, die Jakobskirche ist verhüllt und mancher Hinterhof zu eng bei Corona“, zählen sie auf.

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Gebucht werden die beiden für Familienfeiern und Betriebsausflüge von Reiseveranstaltern und Privatpersonen aus der näheren und weiteren Umgebung. Verkleidet laufen sie bei ihren Führungen nicht herum – „nicht mal mit Hut“, lachen sie. „Für mich zählen das gesprochene Wort und dann die Bilder, die in den Köpfen der Zuhörer entstehen“, betont Picha-Höberth. „Damit können wir dauerhaft Werte vermitteln, ganz ohne mit dem erhobenen Zeigefinger Moral zu predigen.“

Eine Geschichte belehrt nicht, sie wirkt

Egal, ob sie in ihren Geschichten Liebesgeplänkel beschreiben, einen handfesten Streit oder einen mysteriösen Knochenfund, es gehe auch immer um Respekt vor den anderen und vor dem, was einem selbst vielleicht fremd ist. „Eine Geschichte belehrt nicht, sie wirkt. Respektvoller Umgang mit dem Gegenüber ist dabei sehr wichtig, auch für unsere Zusammenarbeit“, betonen sie.

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