Wasserburger Zeitung ist eine Stütze in der Krise – Kostenlose OVB-Abos für Senioren

Einen Morgen ohne ihre Heimatzeitungkann sich Dorle Irlbeck, Trägerin der Heiserer-Medaille, nicht vorstellen. Die Lektüre zum Frühstück ist ein tägliches Ritual. Weithofer
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Einen Morgen ohne ihre Heimatzeitungkann sich Dorle Irlbeck, Trägerin der Heiserer-Medaille, nicht vorstellen. Die Lektüre zum Frühstück ist ein tägliches Ritual. Weithofer

„Ich freue mich wahnsinnig über diese überwältigende Resonanz“, sagt Friederike Kayser-Büker. Die Seniorenbeauftragte des Stadtrates kann es noch immer nicht fassen, dass ihre Idee kostenloser Drei-Monats-Abos der Wasserburger Zeitung bei den Senioren so „sensationell gut angekommen“ ist. 114 haben das Angebot angenommen.

Wasserburg –Dass die Senioren nun drei Monate lang kostenlos die Heimatzeitung lesen können, haben sie nicht nur der Ideengeberin zu verdanken, sondern auch ihren Unterstützern: dem OVB-Medienhaus, der Arbeiterwohlfahrt und der Sparkasse Wasserburg. Sie sponsern das Projekt.

Osterbrief des Bürgermeisters

Bürgermeister Michael Kölbl hatte es in seinem persönlichen Osterbrief an 1600 Einwohner ab 70 Jahren als eine von mehreren Unterstützungsaktionen für die älteren Mitbürger in der Corona-Krise angekündigt. Nach den Feiertagen stand bei der Redaktionsassistentin der Wasserburger Zeitung, Juliane Wehringer, das Telefon nicht mehr still. Innerhalb von zwei Tagen waren über 50 Anmeldungen eingegangen, bis heute, zum Schluss der Aktion, sind es 114. Viele Anrufer haben sich in der Redaktion herzlich für das Sponsoring bedankt – voller Vorfreude auf drei Monate Lesestoff aus der Heimatstadt. Bürgermeister Kölbl und Initiatorin Kayser-Büker erreichten ebenfalls viele Anrufe, Briefe und Mails. Tenor: „Danke für diese Hilfe in schweren Zeiten.“

Einkaufs- und Lieferservice, Beratungsangebote, Hilfestellungen aller Art: Das brauchen derzeit viele Senioren, die in der Corona-Krise isoliert sind. Die Stadt Wasserburg hilft – unter anderem dank des Fahrdienstes der Heilig-Geist-Spitalstiftung und der Fußballer vom TSV. Kayser-Büker hat als Beauftragte des Stadtrates jedoch auch ein hohes Informationsbedürfnis festgestellt. Über die Situation in ihrer Heimatstadt könnten sich die insbesondere die Seniorinnen und Senioren am besten über die Zeitung informieren. Diese Information ist in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie besonders wichtig, findet die Seniorenbeauftragte. Denn vor allem ältere Bürger verlassen derzeit selten das Haus. Sie erfahren weniger, weil die üblichen Treffen mit der Familie und Freunden oder Seniorennachmittage ausfallen.

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Kayser-Büker kann sich selber gar nicht vorstellen, einen Tag ohne die Zeitung zu beginnen. In der Früh führt sie der erste Weg zum Briefkasten, dann wird beim Frühstück gelesen. „Das ist meine Mußezeit am Morgen. Nach einer halben Stunde fühle ich mich gut informiert über alles, was in Wasserburg los ist.“

So ergeht es auch der Awo-Vorsitzenden Anne Höffer von Loewenfeld. Sie weiß außerdem aus vielen Telefonaten: Viel mehr als sonst sind die Senioren auf Informationen angewiesen. „Wer gut Bescheid weiß, begegnet der Krise mit weniger Angst“, hat sie festgestellt. Vor allem Berichte über die vielen ermutigenden Hilfsprojekte in der Stadt seien in diesen Zeiten, „den schwierigsten nach dem Zweiten Weltkrieg“, notwendig, um der Krise mit Zuversicht begegnen zu können. Auch die persönliche Zuwendung durch den Brief des Bürgermeisters habe vielen Senioren gutgetan, berichtet von Loewenfeld.

Spontane Zusage des OVB-Verlegers Oliver Döser

Der Verleger der OVB-Heimatzeitungen, Oliver Döser, hatte spontan zugesagt, 50 Frei-Abos zu 50 Prozent zu sponsern. Nachdem es über 100 Anmeldungen geworden waren, weitete er seine Unterstützungszusage noch einmal aus. „Unsere Gesellschaft ist in der aktuellen Corona-Krise großen Herausforderungen ausgesetzt. Dies trifft insbesondere unsere älteren Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund ihrer Gefährdungslage nur wenig bis gar keinen Kontakt zu ihren Freunden und Familienmitgliedern haben dürfen. Es freut mich daher sehr, dass wir gemeinsam mit der Awo unseren Beitrag leisten dürfen und während der Zeit der Ausgangsbeschränkung unsere Heimatzeitung kostenfrei an die betroffenen Seniorinnen und Senioren liefern dürfen“, sagt er. „Gerade in Zeiten wie diesen ist die Versorgung mit verlässlichen Nachrichten aus der Heimat unglaublich wichtig“, ist Döser überzeugt.

Wichtige Versorgung mit verlässlichen Nachrichten aus der Heimat

Die Arbeiterwohlfahrt Wasserburg, die 50 Prozent der Kosten für die ersten 50 Abos übernimmt, hat für die Mitfinanzierung ihres Anteils an den weiteren 64 Bestellungen die Sparkasse Wasserburg mit ins Boot geholt. Vorsitzender Peter Schwertberger begründet das Engagement der Bank: „Wir befinden uns aktuell in einer Situation, die wir trotz Abstand voneinander nur gemeinsam bewältigen können. Sich gegenseitig zu unterstützen und zusammenzuhalten, zählt mehr denn je. Die Sparkasse Wasserburg engagiert sich schon immer für soziale Projekte in der Region. Ganz aktuell erst bei den Tafeln in Wasserburg und Rott, die aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kunden nicht mehr wie gewohnt versorgen konnten. Bürgermeister Michael Kölbl stellte mir die Idee von Frau Kayser-Büker vor und erläuterte auch, wie groß die Nachfrage bei den Senioren ist. Schnell war klar, dass sich die Sparkasse Wasserburg hier engagiert.“

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