Wasserburger Waldbesitzer raten: „Verschiedene Arten anpflanzen, irgendeine wird es ja wohl schaffen“

Ging mit der Politik hart ins Gericht: Ortholf Freiherr von Crailsheim (am Stehpult), Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg/Haag.
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Ging mit der Politik hart ins Gericht: Ortholf Freiherr von Crailsheim (am Stehpult), Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wasserburg/Haag.

„Uns macht die Klimaerwärmung zu schaffen, und wir haben Absatzschwierigkeiten am Holzmarkt, weil es zu viel Holz gibt“: So umreißt der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Wasserburg/Haag, Alexander Graßl, die großen Probleme der Waldbesitzer.

Von Winfried Weithofer

Wasserburg/Babensham – Vor 200 Mitgliedern hat die Vereinigung, die insgesamt mehr als 2000 Mitglieder zählt, ihre Jahreshauptversammlung im Gasthaus Brunnlechner in Babensham abgehalten.

Graßl hat auch positive Nachrichten: „Der Holzbau boomt, es werden immer mehr Häuser aus Holz gebaut“, sagte er am Rande der Veranstaltung. „Das Holz erfährt eine gewisse Renaissance.“ Ein zusätzliches Potenzial sieht er auch bei Hackschnitzelheizungen. Schön wäre es in seinen Augen, wenn Kommunen wie Wasserburg oder Haag auf diese Anlagen setzen würden.

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Graßl wies darauf hin, dass der notwendige Umbau des Waldes weiter voranschreitet – vom Nadel- zum Mischwald. Zum Borkenkäfer sagte der Geschäftsführer, dass dieser im vergangenen Jahr weniger Probleme gemacht habe. Die Waldbesitzer wären aber gut beraten, die Schäden, die durch den Sturm Sabine im Februar entstanden seien, rasch zu beseitigen, um den Käfer in die Schranken zu weisen.

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung, Ortholf Freiherr von Crailsheim, sprach in seiner Begrüßung von schweren Zeiten. „Wir wissen, dass wir etwas für unseren Wald machen müssen, wir müssen handeln.“ Das bedeute, den Wald einigermaßen für die Zukunft herzurichten: „Pflanzen wir verschiedene Arten an, irgendeine wird es ja wohl schaffen.“ Mehr könnte man momentan nicht tun. Von Crailsheim appellierte mit Blick auf die nächste Generation an die Waldbesitzer, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen: „Wir wollen ja den Wald weitergeben.“

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Hart ins Gericht ging er mit der Politik, durch die sich die Waldbesitzer benachteiligt fühlen müssten. Mit ihnen werde um Millionen gefeilscht, für anderes würden dagegen Milliarden ausgegeben. Die Höhe der Fördermittel für die bayerischen Waldbesitzer habe sich aber auf 80 Millionen Euro jährlich mehr als verdoppelt. „Das ist nicht das, was wir wollten, aber das ist definitiv ein großer Schritt nach vorn.“

Nachdrücklich forderte er dazu auf, die Fördermittel, die seit dem 1. März zur Verfügung stehen, möglichst zügig einzusetzen: „Lasst euch jetzt beraten, in ein paar Jahren ist es zu spät.“ Zugleich mahnte er eine enge Kooperation mit den Jägern an.

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