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Aus dem Gerichtssaal

Wasserburger vor Gericht: Anwendung eines halluzinogenen Mittels nicht nachweisbar

Auch in der zweiten Verhandlung konnte einem Wasserburger eine verbotene Verwendung eines halluzinogenen Färbemittels nicht nachgewiesen werden.
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Auch in der zweiten Verhandlung konnte einem Wasserburger eine verbotene Verwendung eines halluzinogenen Färbemittels nicht nachgewiesen werden.
  • vonTheo Auer
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Einem Wasserburger konnte das Amtsgericht Rosenheim die verbotene Verwendung von Mimosa-Pulver nicht nachweisen. Das Mittel kann eine halluzinogene Wirkung entfalten.

Wasserburg/Rosenheim – 2017 flog in Saarbrücken ein Internethändler auf, der mit Vorliebe psychedelisch wirksame Mittel vertrieb, die sich in der Grauzone zwischen noch nicht verbotenen und gerade eben verbotenen Drogen bewegten. Am bekanntesten sind wohl die sogenannten Badesalze und Kräutermischungen. Weil bei Ebay die Kaufvorgänge peinlich genau aufgelistet sind, wurde aus Saarbrücken die hiesige Staatsanwaltschaft darüber informiert, dass ein 30-jähriger Wasserburger im Oktober 2017 bei dem Saarbrücker 500 Gramm Pulver aus einer südamerikanischen Pflanze bestellt habe. Sie könnte eine halluzinogene Wirkung erzeugen – so verwendet unterliege sie dem Betäubungsmittelgesetz.

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Daraufhin veranlasste die Staatsanwaltschaft im Mai 2020 eine Durchsuchung der Räume des Angeklagten: von dem exotischen Pulver keine Spur. Allerdings befanden sich in der Wohnung geringe Mengen von Cannabisöl und Haschischharz.

Seife gefärbt?

Nun erklärte der Verteidiger, Rechtsanwalt Michael Kümpfböck, sein Mandant habe dieses südamerikanische Pulver benutzt, um eine biologisch heilkräftige Seife zu färben. Die Existenz des Cannabisöles rühre aus einer ärztlich verschriebenen Therapie und das Haschischharz stamme von einem Mitbewohner. Deshalb beantragte der Verteidiger die Einstellung des Verfahrens gegen seinen Mandanten.

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Dazu ließ sich allerdings die Staatsanwaltschaft nicht bewegen. Diese beantragte die Einvernahme weiterer Zeugen, um Beweise für oder gegen den Angeklagten zu erheben.

In der zweiten Verhandlung bestätigte ein Mitbewohner, der als Drogenkonsument bei der Wasserburger Polizei amtsbekannt ist, dass er tatsächlich der Besitzer des Haschisch gewesen sei. Der Saarbrücker Ermittler berichtete, dass der Drogenhändler dort verstorben sei, bevor man ihm den Prozess habe machen können und dass der Einkauf des Angeklagten tatsächlich ein einziges Mal erfolgt sei.

Cannabisöl als Medikament

Auch den möglichen Einsatz als Färbemittel des versendeten Pulvers bestätige er. So verblieb von der Anklage lediglich der Besitz des Cannabisöls, das der Angeklagte – wenn er es nicht selber missbräuchlich verfremdet hätte – durchaus als Medikament hätte besitzen dürfen.

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Nach einem Rechtsgespräch einigten sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Melanie Bartschat darauf, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen und dem Angeklagten eine Geldauflage von 1000 Euro zu erteilen.

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