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Volksmusiktage

„Volksmusik hat etwas Elementares“: Wasserburger Traditionsveranstaltung entfällt erneut

Familienmusik Geiger aus Wasserburg ist im Film, der als Alternative zu den Volksmusiktagen auf Youtube veröffentlicht wird, zu sehen. Auf dem Foto spielen von links: Claudia Geiger, Daniela Geiger, Andrea Herzog und Magdalena Geiger. Aufgenommen wurde das Projekt im Bauernhausmuseum Amerang.
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Familienmusik Geiger aus Wasserburg ist im Film, der als Alternative zu den Volksmusiktagen auf Youtube veröffentlicht wird, zu sehen. Auf dem Foto spielen von links: Claudia Geiger, Daniela Geiger, Andrea Herzog und Magdalena Geiger. Aufgenommen wurde das Projekt im Bauernhausmuseum Amerang.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Die Wasserburger Volksmusiktage müssen entfallen. Ein schwerer Schlag für eine Musikrichtung, die „von der Geselligkeit lebt“. Leiterin Claudia Geiger ist dennoch optimistisch und hat eine kleine Alternative geplant.

Wasserburg – Schlechte Nachrichten für alle Musikliebhaber in und um Wasserburg: Zum zweiten Mal in Folge müssen die Volksmusiktage, die normalerweise jedes Jahr zwischen Ende März und Anfang April stattfinden, ausfallen. Das bestätigt deren Leiterin Claudia Geiger. Einen kleinen Trost gibt es dennoch in Form eines Films. Dieser entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bauernhausmuseum Amerang und dem neuen oberbayerischen Volksmusikpfleger Bernhard Achhorner.

Hoffnung auf den Frühsommer

Normalerweise würden sich die Wasserburger dieser Tage in Lokalitäten zusammenfinden, doch die Pandemie lässt auch diesem Jahr nicht zu, dass die Volksmusiktage stattfinden. „Wir sind sehr traurig“, erklärt Geiger. Nach der sehr kurzfristigen Absage im vergangenen Jahr – das Programm war bereits geschrieben, die Gruppen schon eingeladen, als die Nachricht kam – hatte sie auf 2021 gehofft. „Aber es hat sich sehr bald abgezeichnet, dass es nichts wird.“ Auch die Idee die Veranstaltung zu verkleinern und nur drei kleine Konzerte anzubieten, erwies sich als nicht umsetzbar.

Geiger hofft nun auf eine bessere Infektionslage im Frühsommer. „Vielleicht können wir da ein paar kleinere Aktionen machen.“

Film als kleiner Trost

Bis dahin tröstet eine Aktion in Zusammenarbeit mit dem Bauernhausmuseum und dem oberbayerischen Volksmusikpfleger Bernhard Achhorner über die aufallenden Veranstaltungen hinweg. Drei Gruppen werden in der Kulisse des Museums gefilmt. Dazwischen gibt es Anregungen von der Museumsleitung Claudia Richartz, dem Volksmusikpfleger und auch Geiger selbst. Das Werk soll ab Palmsonntag auf dem Youtubekanal des Bezirks Oberbayern zu sehen sein und auch die inzwischen 45 Jahre währende Zusammenarbeit zwischen dem Bauernhausmuseum Amerang und den Volksmusiktagen feiern.

„Volksmusik hat etwas Mitreißendes“

Sorgen, dass die Pandemie der Volksmusik nachhaltig schaden könnte, hat sie nicht. „Volksmusik hat etwas Mitreißendes, etwas Elementares“, erklärt sie. Auch Gruppen, die ursprünglich nicht dieser Musikrichtung zugewandt waren, würden sie immer öfter für sich entdecken. „Erst vor Kurzem hatten wir ein Saxophon-Trio, die etwas ganz anderes gemacht haben. Jetzt fließen immer mehr volksmusikalische Elemente in ihre Stücke mit ein.“

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Der Vorteil sei auch, dass die Lieder meist einfachere Melodien und Rhythmen haben. „Dadurch können sie auch Anfänger schnell spielen“, erklärt Geiger. Natürlich würden einige der jungen Musiker dann in die Klassik oder in eine andere Richtung gehen, doch die Basis der Volksmusik sei weiterhin vorhanden.

Dennoch sagt Geiger: „Wir leben von dem geselligen Beisammensein“, vielleicht noch mehr als andere Musikrichtungen.

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Auch beim Herzstück der Volksmusiktage, dem Jugendwettbewerb, stelle sich die Frage, ob und wie dieser bei der nächsten Veranstaltung umgesetzt werden kann. „Die Gruppen haben derzeit keine Möglichkeit zu proben“, sagt Geiger, „da ist die Frage, ob ein Wettbewerb wirklich das Richtige ist.“

Hoagarten als Alternative

Denn vor allem für Jugendgruppen sei es wichtig, die Möglichkeit für regelmäßige Proben und Auftritte zu haben. „Dadurch, dass sie nicht auftreten können, könnte es sein, dass sie sich nicht trauen.“ Geiger und ihr Team überlegen deshalb, ob nicht ein Hoagarten die bessere Alternative wäre. „Zumindest beim ersten Mal.“

Eines ist jedoch sicher, sobald es die Pandemie zulässt, kommen die Volksmusiktage zurück. „Die Gruppen stehen in den Startlöchern“, erklärt Geiger, „bis dahin müssen wir aber geduldig sein. Das geht uns wohl allen so.“

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