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Dringend Mitglieder gesucht

Wasserburger Verkehrswacht vor dem Aus

Richtiges Fahrradfahren will gelernt sein. Beim Linksabbiegen einhändig zu fahren, ist für viele Kinder eine Herausforderung, stellt Präsident der Landesverkehrswacht Bayern, Peter Starnecker, fest.
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Richtiges Fahrradfahren will gelernt sein. Beim Linksabbiegen einhändig zu fahren, ist für viele Kinder eine Herausforderung, stellt Präsident der Landesverkehrswacht Bayern, Peter Starnecker, fest.
  • VonAnja Leitner
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Viele Kinder könnten nicht mehr richtig Fahrradfahren, beanstandet Peter Starnecker, Präsident der Landesverkehrswacht Bayern. Es bräuchte mehr Mitglieder, die sich kümmern - deshalb sucht die Verkehrswacht Wasserburg dringend Mitglieder.

Wasserburg – Die Verkehrswacht Wasserburg hat erneut mit dem Fortbestand zu kämpfen. Der gerade für die Jugendverkehrserziehung im Grundschulalter elementar wichtige Verein hat Probleme, Vorstandsämter zu besetzen. Dabei hat der Verein viele Aufgaben: Verkehrsschulungen im Kindergarten, für Fahranfänger und Senioren, Elternabende, Alkoholprävention und Verkehrssimulationen.

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Das Problem in Wasserburg: „Es gibt niemanden mehr, der sich kümmert“, so Peter Starnecker, Präsident der Landesverkehrswacht Bayern und Polizeibeamter im Ruhestand.

Peter Starnecker

Besonders schlimm für den 63-Jährigen sei es zu beobachten, dass viele Kinder nicht mehr richtig Fahrradfahren könnten. Von den ersten bis zu den dritten Klassen müssten die Kinder sogenannte „Schonraumübungen“ machen, das heißt, sie fahren auf einem abgesperrten Platz.

Mehr Schüler fallen durch die Prüfung

Doch viele Schulen würden diese Übungen nicht machen, so Starnecker. Er bemerkt „teilweise erhebliche motorische Defizite bei Roller- und radfahrenden Schulkindern“. „Viele können das Rad nicht einhändig bedienen, beispielsweise beim Abbiegen und Handzeichen geben. Auch beim Anfahren zeigen einige Schwierigkeiten“, so der ehemalige Polizeibeamte. Das habe in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele Viertklässler bei den Prüfungen durchgefallen seien, so Starnecker.

Deswegen müssten die Kids in den ersten drei Schuljahren viel üben, besonders die motorischen Fähigkeiten. Und das gehe nur, wenn die Lehrer mitziehen würden, aber eben auch jemand von der Verkehrswacht da sei, der die Fahrräder und Roller stelle. Die Fortbewegungsmittel seien vorhanden, es brauche aber jemanden, der sich um die Logistik kümmere.

Helga Block, Schulleiterin der Grundschule Reitmehring, sieht in ihrer Schule den Glücksfall, dass der Pausenhof, beziehungsweise der Hartplatz, groß genug für das Geschicklichkeitstraining ist. Die Eltern bringen die Räder tags zuvor, die Kinder teilen sie sich. Die eine Gruppe fährt, die andere schaut zu oder erledigt währenddessen Hilfsarbeiten. „Das hat vergangenes Jahr wunderbar geklappt“, erzählt Block. 2021 hätten die zweiten Klassen Schonraumübungen absolviert, die seien gut gelaufen, bis auf einige Ausnahmen. „Die gibt es aber immer“, resümiert die Rektorin. Auch die Prüfung der vierten Klasse wäre kein Problem gewesen.

Anders sieht es in der Grundschule am Gries in Wasserburg aus. Rektorin Sabine Obermaier-Thanner bemerkt, dass viele Kinder bis zur vierten Klasse nicht richtig fahren könnten. „In der Stadt ist es natürlich viel schwieriger, die Kinder aufs Rad zu setzen und sie alleine loszuschicken. Außerdem wohnen viele im Burgerfeld oder in der Burgau, da ist es recht steil “, so die Schulleiterin. Corona durchkreuze außerdem sehr die Übungen von der ersten bis zur dritten Jahrgangsstufe. „Wir hatten jetzt Glück, dass unsere Viertklässler die Prüfungen machen konnten, aber ansonsten ist es wirklich schwierig, zu üben“, bedauert sie. Zumal der Parcours in der Alkorstraße – also stadtauswärts – sei. „Das ist logistisch sehr aufwendig mit den Kindern – vom Gries hoch zum Badria“, erklärt Obermaier-Thanner. Die Schule würde es – genauso wie Peter Starnecker – begrüßen, wenn jemand die Räder und Roller zur Schule bringen könnte. Lange Zeit hätte der bereits verstorbene Lorenz Grasbecker diese Aufgabe übernommen, erklärt Starnecker. Nachher sprang eine Polizistin ein, die allerdings ins Präsidium nach Rosenheim versetzt wurde. Somit schied sie aus. „Jetzt stehen wir wieder da“, klagt Starnecker.

Wichtige Unfallprävention

Dabei sei die die Tätigkeit der Verkehrswacht eine sehr sinnvolle Aufgabe. „Wer mithelfen will, Unfallprävention zu betreiben und einen wichtigen Beitrag zu leisten, ist bei uns genau richtig“, so der 63-Jährige. In allen Altersklassen werde Präventionsarbeit betrieben, aber gerade für Kinder und Jugendliche seien diese Übungen unabdingbar.

Im Frühjahr erfolge die Mitgliederversammlung, bei der entweder eine neue Vorstandschaft gewählt werde oder die Auflösung des Vereins beschlossen werden müsse, so die erste Vorsitzende Katharina Burger, die die kommissarische Leitung der Verkehrswacht Wasserburg übernommen hat. Wer Interesse hat, bei der Verkehrswacht Wasserburg mitzumachen, kann sich per E-Mail melden an starnecker@verkehrswachtbayern.de oder verkehrswachtwasserburg@gmail.com.