Wasserburger Unternehmer: Mit Gutscheinen aus der Corona-Krise?

Damit es auch demnächst wieder so beschwingt in Wasserburg zugehen kann, wie hier beim italienischen Fest, sollten die Kunden schon heute Gutscheine für morgen kaufen. Darauf setzt auch der WfV Wasserburg. Weithofer
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Damit es auch demnächst wieder so beschwingt in Wasserburg zugehen kann, wie hier beim italienischen Fest, sollten die Kunden schon heute Gutscheine für morgen kaufen. Darauf setzt auch der WfV Wasserburg. Weithofer

Neue Wege aus der Corona-Krise werden auch in Wasserburg händeringend gesucht. Die derzeitige Situation stellt Unternehmern, Selbstständige und Geschäftsinhaber vor neue Herausforderungen. Der örtliche Wirtschaftsförderungsverband setzt jetzt auf den Kauf von Gutscheinen bei den Gewerbetreibenden in Wasserburg.

Von Petra Maier

Wasserburg– Damit könnte manches kleine Geschäft vor dem drohenden Ruin bewahrt werden, glaubt auch Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wirtschafts-Förderungsverbandes Wasserburg (WFV).

Idee erfolgreich umgesetzt

Renate Steinbichler von der Wasserburger Tafel kennt diese Idee – und hat sie bereits erfolgreich umgesetzt: „Mein Mann hat vergangene Wochezu diesem Thema einen Beitrag verfolgt.“ Das Ehepaar Steinbichler sei sofort begeistert gewesen und hätte gleich mal bei ihren Lieblingsrestaurants nach Gutscheinen gefragt – und auch welche gekauft. „Die Geschäftsleute brauchen jetzt unsere Unterstützung, sie müssen ja oft Miete zahlen und sonstige fixe Kosten“, weiß Steinbichler.

Für manchen wird die Liquidität knapp

Viele Betriebe müssen derzeit ganz erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen, bestätigt auch der WfV. Zahlreiche Kosten fallen unabhängig vom Geschäft an: Mieten, Ausbildungsentgelte, Löhne (auch bei Kurzarbeit Vorleistungen des Arbeitgebers), Lieferungen von bereits lange bestellten Waren und einiges mehr. Trotz Soforthilfen des Freistaaates Bayern und verschiedener anderer Hilfsprogramme wird für manche bereits jetzt die Liquidität knapp.

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Um den Händlern in dieser schwierigen Situation zu helfen, seien Gutscheine ideal, findet Steinbichler. Die Gewerbetreibenden bekommen wieder Geld in ihre Kassen und die Kunden könnten sich, beispielsweise auf einen Besuch bei ihrem Lieblingsitaliener, freuen. Das Schöne an dieser Aktion wäre, dass jeder mitmachen könne. „Wir haben doch alle unser Lieblingslokal, unseren Lieblingsfriseur, einen Lieblingsyogalehrer oder die Lieblingsfloristin“, glaubt Steinbichler. Ein Anruf in dem jeweiligen Geschäft genüge oft oder auch ein Blick auf die Internetseite des Betriebs und dann könnte man in den meisten Fällen ganz leicht einen Gutschein bestellen.

Der WfV Wasserburg will bei der Zusammenführung von Kunden und Geschäftsleuten helfen: In der „Wasserburg liefert“-Liste des WFV finden sich im Interneteine Reihe von Kontaktdaten.

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„Man zahlt heute und kauft morgen ein.“ Unter diesem Motto will der WfV das Gewerbe stärken. So gut wie alle Wasserburger Betriebe bieten für ihre Produkte und Leistungen Gutscheine an. Die können leicht per Post verschickt werden oder lassen sich bei manchen sogar elektronisch übermitteln. Je nach Anbieter kann per Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte, Paypal oder Ähnlichem bezahlt werden“, erklärt Hasselt.

Geschäfte direkt unterstützen

Mit Gutscheinen könne jeder Kunde sein Lieblingsgeschäft direkt und schnell mit Liquidität unterstützen. Gerade jetzt sei das auch eine gute Möglichkeit, jemandem eine Freude zu machen. „Zum Beispiel Oma und Opa, weil man wegen der Ansteckungsgefahr nicht mit ihnen Ostern feiern kann. Da könnte man doch einen Gutschein schicken“, schlägt Hasselt vor.

Es sei wirklich Zeit zu handeln. „Wenn die Schließungen noch länger dauern, wird sich die Angebotsstruktur in Wasserburg merklich verändern“, fürchtet der WFV-Vorsitzende. Trotz eigentlich tragfähiger Geschäftsideen müssten dann Betriebe aufgeben, weil sie sich sonst zu stark verschulden würden.

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