Wasserburger Theatermacher Herwegh über Corona-Regelungen: Gäste sind verunsichert

Ehepaar und Dream-Team auf der Bühne: Jörg Herwegh und seine Frau Constanze Baruschke-Herwegh.
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Ehepaar und Dream-Team auf der Bühne: Jörg Herwegh und seine Frau Constanze Baruschke-Herwegh.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Die Maßnahmen rund ums Infektionsschutzgesetz für Kulturaufführungen sind seit Wochen missverständlich, sagt der Wasserburger Theatermacher Jörg Herwegh. Obwohl Söder die Maskenpflicht für Theaterbesucher indoor lockert, spielt das Theater Herwegh derzeit lieber draußen. „Einfach, um das Risiko zu minimieren“.

Wasserburg – Jörg Herwegh vom „Theater Herwegh“ sagt im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung, nachdem Ministerpräsident Markus Söder am 30. Juni verkündet hat, dass die Maskenpflicht für Kulturgäste gelockert wird, er stehe in engem Austausch mit den Kommunen, in denen er derzeit sein„FreiLuft“ Open-Air Theater spielt. „Durch die Bank sind die Vertreter der Ordnungsämter mit mir einer Meinung, dass die Ankündigungen der Lockerungsmaßnahmen seit Wochen sehr missverständlich sind, die schriftlichen Ausführungen der Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes, die über Mitteilungsplattformen der zuständigen Staatsministerien erst die Lockerungen erlauben, sehr unklar“, so Herwegh.

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Söder habe von der Lockerung bei der Maskenpflicht indoor gesprochen. „Outdoor gilt sie auf den Plätzen eh nicht mehr“, so Herwegh. Sein Ensemble spiele seit dem 20. Juni unter freiem Himmel. Geplant seien im Moment open-Air-Aufführungen bis Ende September. Wenn es das Wetter zulasse, auch länger. „Die aktuelle Lockerung ändert nichts an unserem Veranstaltungsangebot, da ja die Mindestabstände im Zuschauerraum und auf Bühne weiterhin gelten. Zwar darf ich aus dramaturgischen Gründen auf der Bühne den Mindestabstand zwischen den SchauspielerInnen aufheben. Dennoch werden kleinere Formate mit wenigen Akteuren das Mittel der Wahl sein“, so Herwegh. Und weiter: „Einfach, um das Risiko zu minimieren.“ Wie schnell es gehen könne, habe das Staatstheater Nürnberg erlebt, das ein Ensemble in Quarantäne schicken musste und nun den Spielplan ändert. Kleinere Theaterbetriebe aber haben nicht mehrere Ensembles. „Indoor werden wir nur dort spielen, wo es sich unter Einhaltung der Auflagen wirtschaftlich rechnet. Das Theater Herwegh hält bei seinen Aufführungen die Auflagen strikt ein. Wir bemerken bei etlichen Besuchern oder Stammgästen eine große Verunsicherung. Deswegen wollen wir Vertrauen erwecken.“

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