WEGEN COVID: SUBVENTIONIERTE GUTSCHEINE

Wasserburger Stadtrat beschließt 65000 Euro Zuschuss für Corona-Hilfsaktionen

Erschwerte Bedingungen für den Wasserburger Einzelhandel, Lokale, Dienstleister und Kulturschaffende im Corona-Jahr haben den Wirtschaftsreferenten Christoph Klobeck und den WFV zu einer Gutschein-Idee beflügelt. Die Stadt schießt 65000 Euro dafür zu. Unser Bild unter den Arkaden entstand vor dem Lockdown.
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Erschwerte Bedingungen für den Wasserburger Einzelhandel, Lokale, Dienstleister und Kulturschaffende im Corona-Jahr haben den Wirtschaftsreferenten Christoph Klobeck und den WFV zu einer Gutschein-Idee beflügelt. Die Stadt schießt 65000 Euro dafür zu. Unser Bild unter den Arkaden entstand vor dem Lockdown.

„Die kleinen Läden, Cafés und die Kultur gehören zu Wasserburg wie die Innfassade“, sagte Werner Gartner, Zweiter Bürgermeister, in der Stadtratssitzung. Corona mache ihnen allen das Leben schwer, darum werde sich die Stadt mit einem Zuschuss von 65000 Euro an Corona-Hilfsaktionen beteiligen – der Beschluss erfolgte einstimmig.

Von Andrea Klemm

Wasserburg – Die Idee dazu stammt von Wirtschaftsreferent Christoph Klobeck (CSU), der den Wirtschaftsförderungsverband und weitere Akteure ins Boot geholt hat.

Internetriesen als Henker der Kleinen

Gartner (SPD), der erneut Bürgermeister Michael Kölbl, der sich noch im Krankenstand befindet und im Januar wieder in seinem Büro sein wolle, vertrat, sprach den zweiten Lockdown an. Die Light-Version habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht, darum sei nun ein strikter Lockdown notwendig gewesen.

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„Mich ärgert, dass davon nun ausgerechnet die profitieren, die der Henker der kleinen Betriebe und Läden sind: Die Internetriesen haben Hochkonjunktur“, so der stellvertretende Bürgermeister, „und das ist frustrierend“. Zwar habe auch er kein Rezept gegen die Krise, jedoch wollen Stadt und Stadtrat versuchen, im Kleinen zu helfen, und etwa Geschäftsleute, Dienstleister, Gastronomen und Kulturschaffende unterstützen – in Form eines finanziellen Beitrages.

Hintergrund der Fördermaßnahme sind die erheblichen Umsatzeinbußen durch die Corona-Beschränkungen. Die Kundenströme verschieben sich hin zu Internetangeboten, was einen Abfluss der Kaufkraft aus der Region führe. Dieser Trend drohe, sich zu verstetigen und das habe negative Auswirkungen auf die Innenstädte. Besondere Marketingmaßnahmen und Aktionen sollen ein Gegengewicht bilden.

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Angedacht sei, so der Wirtschaftsreferent, begleitet von einer entsprechenden Werbekampagne zu beginn des nächsten Jahres eine Sonderedition des „Wasserburg-Gutscheins“ aufzulegen, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einem Bonus eingelöst werden kann.

Drei Bedingungen

Im nichtöffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses war das Thema bereits wohlwollend vorberaten worden. Der Zuschuss ist an drei Bedingungen geknüpft:

• Alle Aktionen und marketingmaßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Stadt.

• Die Aktionen dürfen sich nicht nur auf WFV-Mitglieder beschränken.

• Teilnehmer an Aktionen leisten eine angemessene Eigenbeteiligung.

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„Ein breites Spektrum an Corona-Gebeutelten soll profitieren. Es soll nicht nur ein Hand aufhalten, sondern ein Geben und Nehmen sein“, resümierte Gartner.

Klobeck freute sich, dass seine Idee bereits im Hauptausschuss breite Zustimmung fand. „Die Hilfe ist im zweiten Lockdown dringender denn je. Wir Initiatoren der Aktion werden derzeit leider auch ausgebremst, weil ja keiner weiß, wie und wann es wieder losgehen kann. Wir können ja schlecht sagen, im Februar sind die Gutscheine gültig, wenn da vielleicht noch die Geschäfte, Lokale und Theater zuhaben – was keiner hofft. Doch die Planungssicherheit fehlt“, so Klobeck. Im Endeffekt sei die Zuschuss-Aktion ein Zuckerl für die Bürger, da sie von den Maßnahmen profitieren.

Stadtratsbeschluss mit Signalwirkung

Dr. Martin Heindl (SPD) fragte nach: Bürger können einen Gutschein erwerben, der mehr wert ist. So ist es, erklärte Klobeck. Norbert Buortesch (BF) sagte, „es ist ein ganz wichtiges Zeichen der Stadt, das zu machen, so dass alle Wirte, Ladeninhaber, Dienstleister und etwa Künstler nach dem Lockdown wieder durchstarten können.“

WFV ist froh

„Ich freu mich, dass der Stadtrat einstimmig hinter der Sache steht“, sagt Moritz Hasselt, Vorsitzender des WFV, auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung. Die Idee stamme von Christoph Klobeck. Er danke dessen Engagement. „Klobeck nimmt es in die Hand und bringt die Aktion voran“, so Hasselt. Er hoffe, dass die Gutscheine gut angenommen werden. „Der Start der Aktion hängt vom Ende der Corona-Maßnahmen ab. Im Moment liegt der Focus auf dem Infektionsgeschehen und der Belegung der Intensivbetten. Erst wenn die Zahlen wieder fallen, kann man mit guten Gewissen wieder Geschäfte aufmachen“, sagt Hasselt.

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