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Nur noch letzte Restarbeiten

Wasserburger Stadtmauer fertig saniert: Welche Millionensumme der Bau gekostet hat

Hoch zufrieden mit der Sanierung der Stadtmauer sind Bürgermeister Michael Kölbl und Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann.
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Hoch zufrieden mit der Sanierung der Stadtmauer sind Bürgermeister Michael Kölbl und Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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„Eine solche Sanierung, die macht Spaß“, erklärte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann mit einem Blick auf die Stadtmauer. Seit März 2021 laufen die Arbeiten am Denkmal, jetzt im Sommer 2022 sind sie in den letzten Zügen.

Wasserburg – Das Gerüst ist bereits abgebaut, die Steine wieder frei zu sehen. An der ein oder anderen Stelle werden noch die Restarbeiten mit Hammer und Nagel verrichtet, aber grundsätzlich ist eine der größten Sanierungen der Altstadt damit abgeschlossen. „Es ist richtig beeindruckend“, fand Bürgermeister Michael Kölbl beim Pressetermin an der Stadtmauer. „Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder die Mauer hochgestiegen und entlang gelaufen sind, aber so hat sie noch nie ausgesehen.“

Restarbeiten an Bahnhof und Burg

Etwas mehr als zwei Jahre seien die Handwerker nun schon am Mauerwerk zugange „und das alles in Handarbeit“, betonte Stadtbaumeisterin Herrmann. Jetzt würden nur noch Restarbeiten fehlen. „Wir sind beinahe fertig.“ Nur in Richtung Bahnhof und Burg müssten noch Teilstücke instand gesetzt werden.

Mit dem Fortschritt sind sowohl Kölbl als auch Herrmann zufrieden. Noch in diesem Jahr sollen alle Gerüstarbeiten fertiggestellt werden. Im Sommer nächsten Jahres werden wahrscheinlich noch ein paar wenige Maßnahmen folgen. „Ab Anfang Oktober können wir nicht mehr arbeiten“, erklärte Herrmann. Der Mörtel dürfe nicht unter vier Grad kalt werden. Deshalb werde der Abschluss der Feinarbeiten wohl erst 2023 erfolgen.

Gesamtkosten etwas höher als geplant

Ein Fazit konnte aber jetzt schon gezogen werden. 1,93 Millionen Euro wird die Sanierung der Mauer insgesamt kosten, erklärte Kölbl. „Etwas mehr, als ursprünglich geplant.“ Zu Beginn waren 1,8 Millionen veranschlagt. Doch „in diesen Zeiten können wir damit sehr zufrieden sein“, meinte Kölbl. Zumal von Anfang damit gerechnet wurde, dass die Sanierung eines solchen Denkmals einige Überraschungen zutage fördern werde. „Und die Stadtmauer war auch noch mit Efeu bedeckt, dass sich da drunter einiges verstecken wird, war klar“, setzte Kölbl hinzu.

Der Efeu: ein problematisches Naturdenkmal

Die Pflanze, die im Jahr 1850 eingesetzt worden war, stellte vor allem anfangs ein Problem für die Sanierung dar, denn sie gilt als Naturdenkmal. Ursprünglich hatte sich deshalb vor allem die Naturschutzbehörde gegen das Entfernen der Pflanze gewehrt. „Das Problem ist aber, der Efeu macht das Mauerwerk kaputt“, erklärte Herrmann. Die Ranken würden sich zu tief in das Gemäuer schlagen. Nach einigen Verhandlungen sei man schließlich mit der Naturschutzbehörde zu einem Kompromiss gekommen, erklärte Kölbl. Für den Efeu werden nun Rankhilfen vor den Mauern installiert. „Wahrscheinlich werden wir aber trotzdem einmal im Jahr den Bauhof hier durchschicken müssen und die Pflanzen entfernen müssen“, meinte Herrmann.

Grün wird es an der Stadtmauer trotzdem geben. „Wir haben auch einige Mauerpflanzen, die bleiben werden“, so Herrmann, diese Pflanzen würden dem Denkmal nicht schaden.

Die Stadtmauer wurde saniert. Nur noch letzte Restarbeiten müssen erledigt werden. Bis Ende des Jahres sollen die Gerüstarbeiten fertiggestellt werden. .

Statik der Mauer schwierig

Ein Problem stellte aber nicht nur der Efeu dar, auch die Statik der Stadtmauer musste dringend verbessert werden. „Ursprünglich hatte die Mauer überall zwei Außenschalen“, erklärte die Stadtbaumeisterin, „beim Übergang von Fuhrwerk zum Auto wurden die Straßen aber an manchen Stellen zu eng. Die Außenschale wurde abgetragen.“ Dadurch war das Fundament der Mauer an einigen Stellen nur noch 30 Zentimeter dick, während die Mauerkrone 50 Zentimeter Breite aufwies. „Dem Statiker war da nicht mehr gut, als er das gesehen hat“, erklärte Herrmann. Die Mauer drohte auf die Straße zu fallen.

Der Efeu ist zwar ein Naturdenkmal, darf aber zukünftig nicht mehr direkt an der Mauer wachsen. Beim Entfernen legt auch die Stadtbaumeisterin Hand an.

Betongerüst verbessert die Statik

Mit einem Betongerüst im Friedhof wurde das Problem gelöst. „Diese Pfeiler halten die Mauer jetzt zurück“, erklärte Kölbl. Es sei wichtig gewesen, so Herrmann, dass die Konstruktion als modernes Bauwerk erkennbar sei. „Damit auch zukünftige Generationen sehen, dass hier etwas hinzugefügt wurde.“ Zudem sei eine Konstruktion angedacht gewesen, die auch wieder weggenommen werden könne. „Falls es in der Zukunft einen besseren Weg gibt, die Statik zu erhalten“, erläuterte Kölbl. Anfangs, so gibt er zu, sei er von der Konstruktion nicht begeistert gewesen, „aber jetzt, wenn ich das ohne Gerüst sieht, finde ich, es fügt sich sehr gut ein.“

Insgesamt, so fassen Kölbl und Herrmann zusammen, sei man sehr zufrieden mit der Sanierung. „Für so etwas macht man den Job“, erklärte die Stadtbaumeisterin.

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