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Wiedersehen

Wasserburger Luitpoldianer feiern 60 Jahre Abi

Abiturjahrgang 1961 der Luitpold Oberrealschule Wasserburg, dem heutigen Gymnasium: vordere Reihe dritte von links: Studienprofessorin Luise Hemmer war hier in den 1940er Jahren kurzzeitig die erste weibliche Schulleiterin, zweiter von rechts: Studiendirektor Jörg Prantl, war der Gründungsvater der Basketballhochburg Wasserburg.
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Abiturjahrgang 1961 der Luitpold Oberrealschule Wasserburg, dem heutigen Gymnasium: vordere Reihe dritte von links: Studienprofessorin Luise Hemmer war hier in den 1940er Jahren kurzzeitig die erste weibliche Schulleiterin, zweiter von rechts: Studiendirektor Jörg Prantl, war der Gründungsvater der Basketballhochburg Wasserburg.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Ihr Abitur machten sie 1961 – doch aus den Augen verloren haben sich viele bis heute nicht. Jetzt feierten die Absolventen von damals das 60-jährigen Abitur-Jubiläum – es war ein Wiedersehen voller Erinnerungen und nostalgischer Ausflüge in die Schulzeit.

Wasserburg – Die ehemaligen Schüler des Abiturjahrgangs 1961 der Luitpold Oberrealschule Wasserburg, wie das heutige Luitpold Gymnasium damals hieß, haben sich getroffen. Auftakt zur nicht alltäglichen Veranstaltung bildete eine nostalgische Besichtigung der heutigen Schulgebäude.

Die Teilnehmer am 60-jährigen Abitur-Jubiläum des Jahrgangs 1961 an der Luitpold Oberrealschule Wasserburg, dem heutigen Gymnasium: (von links) . Günther Kohwagner, Peter Müller, Professor Dr. Manfred Christl, Klaus Langer, Willi Gröger, Wolfgang Klautzsch, Dr. Hans Maier, Dr. Norbert Mittermaier, Dr. Bernhard Zönnchen, Dr. Andreas Oberlinner.

Die Besucher führte der Mitarbeiter in der Schulleitung, Studiendirektor Bernd Siller, dessen verstorbener Vater auch Schüler dieser Klasse war. Er zeigte den Exschülern die seitdem neu errichteten Gebäudeteile neben dem Altbau mit den charakteristischen Treppengiebeln, der seinerzeit alle knapp 400 Schüler beherbergen konnte.

Unter den ehemaligen Klassenkameraden herrscht noch ein sehr reger Zusammenhalt. Den Grundstock legten zwei legendäre Lehrkräfte an der Schule: Studienprofessorin Luise Hemmer, die als erste Frau die Schule in den 1940er Jahren kurzzeitig leitete.

Verena Grillhösl erst die zweite Frau an der LGW-Spitze

Die heutige Oberstudiendirektorin Verena Grillhösl ist also erst die zweite weibliche Schulleiterin am LGW. Zum anderen war dies Studiendirektor Jörg Prantl, der Gründungsvater der heutigen Basketballhochburg Wasserburg. Diese beiden Lehrkräfte ermöglichten der Klasse jedes Schuljahr eine mehrtägige Wander- oder Skifahrt. Das war auch damals schon sehr ungewöhnlich, trug aber entscheidend zum guten Klassengeist bei. In der Unter- und Mittelstufe ging es vor allem in die bayerischen Alpen, in der Oberstufe waren es eine gletscherkundliche Exkursion ins Zillertal, eine Fahrt zur politischen Bildung nach Bonn und die Abiturreise nach Rom.

Start für die erste Schülerzeitung

Die Klasse war es auch, welche die erste, jeden Monat erscheinende Schülerzeitung herausbrachte. Zudem bildeten vier Jungen dieser Klasse den Rumpf der ersten Basketball-Schulmannschaft.

Nach dem Abitur traf man sich in regelmäßigen Abständen und unternahm auch anspruchsvolle Kulturreisen zum Beispiel nach Ägypten, Brasilien, Rom, mehrmals in die Türkei und zwei große Deutschland Rundfahrten.

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Von den 23 damaligen Absolventen erschienen zehn zur Feier, sechs sind schon verstorben, einige waren entschuldigt, zwei in Amerika nicht erreichbar. Die allermeisten übten akademische Berufe aus, sieben waren Lehrkräfte, vier Ärzte, zwei Chemiker, der Rest verteilte sich unter anderem auf Apotheker, leitender Bundesbahn-Beamter, Ingenieure, Offizier, Architekt.

Drei Schülergenerationen am Luitpold Gymnasium Wasserburg aus einer Familie: Wolfgang Klautzsch (Zweiter von links) war hier von 1952 bis 1961 Schüler und von 1977 bis 2002 Lehrer für Chemie, Biologie und Erdkunde. Zum Jubiläums-Treffen brachte er auch seinen Sohn Marcel (Abiturjahrgang 1996) und seine beiden Enkelkinder Moritz (7. Klasse) und Elisa ( 5. Klasse) mit.

Weitere zwei Tage verbrachten die Teilnehmer mit Gesprächen und Stadtführungen. Die 80-Jährigen äußerten die Hoffnung, auch in Zukunft noch Treffen veranstalten zu können.

Erinnerungen an den Alltag an einer „Höheren Schule“

Wolfgang Klautzsch gehörte zum Abiturjahrgang, der das 60-jährige Jubiläum feierte. Er erinnert sich an den Schulalltag.

Das heutige Luitpold Gymnasium Wasserburg hieß damals noch Luitpold-Oberrealschule. Das Einzugsgebiet war wesentlich größer, da es viel weniger höhere Schulen gab, die bis zum Abitur führten. Ein Großteil der Schüler bestand auch damals schon aus Fahrschülern, allerdings war ein Viertel davon im Schülerheim untergebracht, das sich auf dem heutigen Gelände der Stadtbücherei befand.

Es wurde stark ausgesiebt

Jeder Schüler musste sich einer Aufnahmeprüfung unterziehen, bis Weihnachten gab es noch eine Probezeit. Auch während der späteren Klassenstufen wurde stark ausgesiebt, sodass am Ende zum Abitur nur etwa zehn Prozent der ursprünglichen Schüler ohne „Ehrenrunde“ durchkamen. Der Anteil der Mädchen war merklich geringer als heute. Auch das Lehrerkollegium setzte sich hauptsächlich aus männlichen Mitgliedern zusammen. Kriegsbedingt gab es unter den Lehrkräften eine Reihe von Kriegsversehrten, die zum Teil mit einer Notausbildung unterrichteten. Auch in der Unterrichtsführung merkte man bei einigen noch die militärische Zucht und Ordnung. Aber einige waren hervorragende Pädagogen. So musste man die Lehrer mit Herr oder Frau Professor ansprechen, vor dem Unterricht aufstehen und gemeinsam grüßen. Junge, frisch ausgebildete Lehrkräfte waren sehr willkommen und wurden von den Schülern mit großen Erwartungen aufgenommen.

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Auch die Unterrichts-und Anschauungsmittel waren bescheidener, so war das erste Tonbandgerät an der Schule eine kleine Sensation. Das Gelände, wo sich heute Mittel- und Neubau befinden, war damals zugleich Pauseplatz, Sportplatz und auch Austragungsort des Sportfestes. Auch am Samstag gab es regulären Unterricht. Für das damals noch sehr verschlafenen Kleinstädtchen Wasserburg war die Schule ein geistiger, kultureller und sportlicher Mittelpunkt für die Schüler, denn die Ablenkungsmöglichkeiten waren gegenüber heute sehr begrenzt. Die Schule genoss hohes Ansehen bei der Bevölkerung. Beim Abitur legte man noch in sämtlichen Fächern eine schriftliche Prüfung ab und die Prüflinge hatten in einer festlichen Kleidung zum Beispiel im Anzug und Krawatte zu erscheinen.“

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