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Kultur in der Pandemie

Wasserburger Klaviersommer entfällt erneut – kleine Alternative ist geplant

Im nächsten Jahr möchte Professor Klaus Kaufmann den Wasserburger Klaviersommer wieder organisieren, bis dahin gibt es eine kleine Alternativveranstaltung im Juli.
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Im nächsten Jahr möchte Professor Klaus Kaufmann den Wasserburger Klaviersommer wieder organisieren, bis dahin gibt es eine kleine Alternativveranstaltung im Juli.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Der Wasserburger Klaviersommer muss auch in diesem Jahr ausfallen. Eine kleine Alternative ist aber trotzdem geplant.

Wasserburg – Der logistische Aufwand, einen Klaviersommer mit Hygienemaßnahmen zu organisieren, ist einfach zu hoch, erklärt Organisator Professor Klaus Kaufmann seine Entscheidung. Schließlich kommen bei der Veranstaltungsreihe nicht nur Pianisten aus der Region zusammen, sondern aus der ganzen Welt. „Wir haben das Problem, Veranstaltungsorte zu finden und die Teilnehmer untezubringen.“ Hinzu komme noch die Frage, wie viele Personen im Publikum sitzen dürften und unter welchen Umständen. „Es sind zu viele Faktoren“, sagt Kaufmann, der als Dozent an der Universität Mozarteum in Salzburg tätig ist, schlicht.

„Es ist ein künstlerisches Kaleidoskop“

Es tue ihm sehr leid, dass nichts aus dem Klaviersommer werde, auch für die Teilnehmenden. „Sie fragen immer wieder, wann denn wieder Klaviersommer ist.“

Denn die Veranstaltung sei einzigartig. „Es ist ein künstlerisches Kaleidoskop“, erklärt Kaufmann. Jährlich kommen in Wasserburg junge Pianisten aller Könnerstufen zusammen. Angefangen bei Musikern, die noch nicht so gut sindbis hin zu den richtigen Jung-Profis. Eine Mischung, die anderswo kaum zu finden sei.

Besonders stolz ist Kaufmann auf die Teilnahme von Mao Fujita. „Das ist der zukünftige Lang-Lang“, sagt Kaufmann mit Überzeugung. Fujita hat vor zwei Jahren beim Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau, einem der härtesten Klavierwettbewerbe der Welt, den zweiten Platz belegt. Kurz davor war er in Wasserburg zu Gast. „Sein Sieg hatte natürlich nichts mit uns zu tun, aber es trotzdem toll, dass auch solche Künstler nach Wasserburg kommen.“

Klaviersommer als „voneinander lernen“

Doch obwohl diese Spitzenqualität regelmäßig vertreten ist, möchte Kaufmann keinen Wettbewerb aus dem Klaviersommer machen. Im Gegenteil: „Ich war schon immer darum bemüht, dass hier ein Miteinander herrscht.“ Dass sich eine Hierarchie bei den Teilnehmenden bildet, wollte er von Anfang an verhindern. Natürlich, die Unterschiede im Können blieben bestehen, aber es sei eher ein voneinander Lernen, als eine wettbewerbslastige Atmosphäre.

Nächstes Jahr soll es klappen

Umso tragischer, dass der Klaviersommer auch heuer nicht stattfinden kann. „Wir sind noch optimistisch, dass wir im nächsten Jahr den Klaviersommer veranstalten können“, sagt Kaufmann, der sich aber trotzdem keine Illusionen macht. Corona werde nachhaltige Auswirkungen auf die Kulturszene haben. „Vielen Künstlern, die keine Festandstellung in einem Orchester oder einem Theater haben, ist alles weggebrochen.“ Er selbst habe noch Glück, seinen Unterricht könne er weiterhin geben, über Zoom. „Ich habe zwei Studiomikrofone“, erklärt er, seine Studierenden ebenso, „damit ist bei der Tonqualität kaum ein Unterschied zu merken.“ Dadurch könne er auch seine Studierenden in Peking weiter unterrichten.

Diese Flexibilität und die Tatsache, dass die Leute Kultur wieder mehr zu schätzen wissen, seien aber auch das einzig Positive, was er Corona abgewinnen könne. „Vorher waren Theater und Konzerte ganz selbstverständlich.“ Doch, ob diese Vorteile die Nachteile aufwiegen könnten, sei zu bezweifeln.

Lesen Sie auch: Theaterunternehmer Jörg Herwegh über Arbeitsalltag während Corona: „Im Gröbsten etwas Positives finden“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Denn nicht nur die Künstler selbst, auch die Veranstalter hätten zu leiden. Insbesondere bei den kleineren zweifelt Kaufmann daran, ob diese auch nach Corona noch so stattfinden können wie bisher. „Die können das einfach nicht mehr stemmen.“

Kleines Konzert am 24. Juli im Rathaussaal

Der Wasserburger Klaviersommer soll aber nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb möchte Kaufmann eine Alternativveranstaltung anbieten. Am 24. Juli im Rathaussaal sollen fünf ehemalige Teilnehmer auftreten. Die Details werden gerade ausgearbeitet. „Wir wollen zeigen, wir sind noch da“, erklärt Kaufmann. „Der Wasserburger Klaviersommer existiert noch, zwar am Tropf und im Sauerstoffzelt, aber er ist da und wird zurückkommen.“

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