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GEGEN COVID19

Wasserburger Internist piekst ab sofort: Thomas Wilsmann über holprigen Praxis-Impfstart

Einverstanden! Patient Marian Jesionek (rechts) unterschreibt die nötigen Papiere, bevor ihn  Thomas Wilsmann mit Astra-Zeneca gegen Corona impft.
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Einverstanden! Patient Marian Jesionek (rechts) unterschreibt die nötigen Papiere, bevor ihn Thomas Wilsmann mit Astra-Zeneca gegen Corona impft.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Zwei Wochen vor dem eigentlichen Impfstart in den Hausarztpraxen startet der Wasserburger Internist Thomas Wilsmann im Rahmen eines Pilot-Projektes mit den Impfungen. Der Mediziner freut sich, dass etwas vorangeht im Kampf gegen die Pandemie. Gleichzeitig kritisiert er den „deutschen Überregulierungswahn“.

Wasserburg – Die Hausärzte und -ärztinnen marschieren dem Impfstart entgegen. Auch in Wasserburg. Ein weiterer Schritt in der Pandemiebekämpfung ist getan, auch wenn er, nach Meinung einiger Hausärzte, etwas holprig vonstattenging.

Erstmal Fieber messen, bevor Patient Marian Jesionek seine Impfdosis bekommt.

Absagen wegen Impfstoff-Bedenken

Mediziner Thomas Wilsmann, Internist in der Burgau, impft seit Gründonnerstag. Er hat sich für ein Pilot-Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns angemeldet. Zwanzig Impfdosen Astra-Zeneca soll er erhalten. Zwei Wochen vor dem eigentlich Impfstart, bei dem dann Biontech gespritzt wird. Der Impfstart durch Hausärzte ist eine gute Nachricht, davon ist Wilsmann überzeugt. Getrübt wird seine Freude aber vom „deutschen Überregulierungswahn“ und vom schlechten Ruf des Astra-Zeneca Impfstoffs.

Warteliste wächst

„Wir haben im Moment fünfzig bis sechzig Patienten auf der Impfliste“, erklärt Wilsmann, „die haben wir alle nacheinander angerufen und ihnen eine Impfung mit Astra-Zeneca angeboten.“ Mehrere Personen hätten ihm abgesagt und gaben als Grund, ihr mangelndes Vertrauen in den Impfstoff an.

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Erschwerend kam laut Wilsmann hinzu, dass der flächendeckende Impfstart mit Biontech nun doch eine Woche früher stattfinden soll. Dadurch überlappt sich das Pilot-Projekt mit Astra-Zeneca. „So habe ich jetzt noch mehr Diskussionsstoff bei den Patienten“, erklärt Wilsmann.

Marian Jesionek ist der erste Patient, der am Gründonnerstag in der Wasserburger Praxis von Thomas Wilsmann, gegen Covod19 geimpft wurde. Der 79-Jährige bekam Astra-Zeneca.

Biontech begehrter

Er befürchtet, dass mancher von ihnen einen Rückzieher macht und auf den Biontech-Impfstoff warten will. „Wir werden aber auf keinen Fall Impfstoff wegwerfen. Falls es zu Diskussionen kommt, haben wir eine Liste mit den Telefonnummern anderer Patienten.“ In einem solchen Fall sei ihm auch die Priorisierung egal. „Hauptsache ist, die Leute sind geimpft und der Impfstoff wird nicht weggeworfen.“

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Generell kritisiert Wilsmann den „deutschen Überregulierungswahn“, der die Impfungen und den Start in den hausärztlichen Praxen begleitet. „Bei den Impfzentren werden die Personen mit einem Algorithmus ausgesucht, hier in der Praxis suche ich die Patienten auch danach, wer von einer Impfung am meisten profitieren wird“, erklärt er. Die Gefahr, dass er sich im Nachhinein dafür rechtfertigen müsse, warum er jene Person schon gespritzt habe und eine andere nicht, sieht Wilsmann durchaus als vorhanden an.

Dr. Arnold startet am 16. April

Nicht ganz so kritisch wie Wilsmann betrachtet Doktor Raimund Arnold, Allgemeinarzt mit Praxis im Burgerfeld, die Situation. Er wird am 16. April mit den Impfungen starten, zunächst nur mit Biontech. Insgesamt, vermutet er, können er und sein Team etwa 20 Dosen pro Woche verabreichen, bei mehr müsste er den normalen Praxisalltag einschränken.

Asthmatiker können auf Mai hoffen

„Ich hätte mir einen Start zwei, drei Wochen früher gewünscht“, erklärt Arnold, „dann wären die Infektionszahlen jetzt auch besser.“ Arnold hat aber auch Verständnis dafür, dass ein solches Unterfangen immer einige Wochen Vorlaufzeit braucht.

Arnold hat vor, zunächst alle Patienten, die nicht mobil sind und damit nicht nach Rosenheim ins Impfzentrum fahren können, zu spritzen.

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Im Nachhinein möchte er dann alle weiteren Personen der Priorität Zwei impfen. „Damit können wir wahrscheinlich im Laufe Mai dann mit den Patienten der nächsten Gruppe starten, zum Beispiel Asthmatiker“, so Arnold, „Wir kommen auf jeden Fall voran.“

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