Wasserburger Innbogen soll attraktiver werden - Stadtentwicklung abseits der Millionenprojekte

Die Innschleife aus der Vogelperspektive: Am Ufer sollen in Zukunft noch mehr möglich sein als wandern, laufen, spazieren gehen.
+
Die Innschleife aus der Vogelperspektive: Am Ufer sollen in Zukunft noch mehr möglich sein als wandern, laufen, spazieren gehen.

Egal ob maxi oder mini: Mikroprojekte sollen bei der Stadtentwicklung in Wasserburg nicht im Schatten der Millionenvorhaben stehen. Doch auch die Umsetzung kleiner Maßnahmen ist gar nicht so einfach.

Von Heike Duczek

Wasserburg – Neubau von Feuerwehrhaus und Zentraldepot, Sanierung der Stadtmauer, Planung eines Fußgängerstegs über den Inn und eines neuen Wohngebiets auf dem Gelände der Essigfabrik: Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sind das die großen Brocken. Doch es gibt auch viele Mini-Projekte, die nicht im Schatten der Megavorhaben stehen sollen.

Lesen Sie auch: Stadtmauer in Wasserburg: Einzigartiges Bauwerk auf Probe saniert

Die Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum-Freie Wähler-ÖDP hat einige Mikro-Projekte zum Thema eines Antrags an den Bauausschuss gemacht. Für die Freiflächengestaltung am Innufer soll ein Planungsauftrag vergeben werden, forderte die Fraktionsgemeinschaft. Sie schlug Konzepte für mehr und einheitliche Sitzbänke, für Wassererlebnisse, Barrierefreiheit und Freizeitaktivitäten vor.

Das stieß im Gremium auf Verwunderung: Denn diese Maßnahmen stehen alle im ISEK-Programm. Und das wurde im Stadtrat bereits beschlossen, muss also auch abgearbeitet werden. „Der Antrag ist überflüssig“, fand Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). „Das wird doch Stück für Stück durchgeplant“, zeigte sich Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen, verwundert. Abgekupfert hätten Bürgerforum, Freie Wähler und ÖDP aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept, war SPD-Fraktionsvorsitzende Friederike Kayser-Büker sogar überzeugt. „Ich verstehe den Antrag nicht“, betonte sie angesichts der Tatsache, dass die Maßnahmen im Programm sogar schon priorisiert worden sind.

Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) bestätigte, dass sich die im Antrag genannten Maßnahmen für das Innufer mit Projekten aus dem ISEK-Paket decken. Die Fraktion wollte, so kristallisierte sich heraus, die Umsetzung der Mikrovorhaben ankurbeln.

Das könnte Sie auch interessieren: Wasserburgs Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann: Mit Ordnung an die dicken Bretter

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann nahm der Fraktion die Initiative nicht übel. Die Realisierung der Kleinprojekte stehe schon lange auf der Agenda, berichtete sie, doch eine Umsetzung sei derzeit nur bedingt möglich. „Wir haben Millionenprojekte und keine Zeit für Kleinprojekte“, betonte Kölbl.

Inndamm: „ein Hochwasserbauwerk, keine Liegewiese“

So einfach ist es auch nicht, am Inndamm Freizeiteinrichtungen zu verwirklichen. Punkt eins: „Das ist ein Hochwasserbauwerk, keine Liegewiese“, betonte der Bürgermeister angesichts des Vorschlags von Wolfgang Schmid (CSU), mehr Rasenfläche zu schaffen. Punkt zwei: Der Stadt gehören die Grundstücke nicht, sondern dem Freistaat. Jede Maßnahme müsse mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim abgesprochen und genehmigt werden, so Kölbl weiter. Punkt drei nannte Budenhofer selber: Sitzen, spielen, planschen am Wasser kann gefährlich sein. Er möchte trotzdem, dass das Ufer aufgewertet wird, schließlich sei es auch eine beliebte Wander- und Laufstrecke.

Die Stadt hat einen Praktikanten drauf angesetzt, Vorschläge für neue Bänke zu erarbeiten.

Das ist außerdem geplant und im Antrag der Fraktionsgemeinschaft aufgelistet:

• Bessere Zugangsmöglichkeiten zum Inndamm für Menschen mit Behinderungen, Familien mit Kleinkindern und Fahrradfahrern.

• Schaukästen, die zeitgemäße Themen des Landschaftsraums modern aufarbeiten.

•Ein Wildbienenhotel und Bienenhaus

•Freizeitspielmöglichkeiten wie eine Boulebahn.

•Ein Kulturbiergarten.

Kulturbiergarten schon weit gediehen

Letzterer ist, wie berichtet, bereits weit gediehen. 2021 wird er eröffnen. Für weitere Projekte am Innbogen wird jetzt ein Planer die überlastete Bauverwaltung unterstützen. An Mikroprojekten wie einem „Best-Ager-Treff“ in Anlehnung an den Palmanopark und dem Ausbau der Themenspielplätze wird die Verwaltung weiterarbeiten. Und das gibt es bereits: die essbare Stadt (wird nach Angaben der Verwaltung nur schwach angenommen), die Erfassung von Bäumen mit QR-Codes (Projekt der Mittelschule) und den Schrebergarten für alle (internationaler Garten).

Kommentare