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Hilfskonvoi aus der Region unterwegs

Wasserburger hat alte Autos mit TÜV gesucht und gefunden: 21 Fahrzeuge für Flutopfer im Ahrtal

Christian Koal hat Fahrzeuge für mittellose Familien organisiert. Bis Donnerstag kurz vor Mitternacht hat er geschraubt, um auch das letzte fahrtüchtige Auto noch zu verladen. Jetzt ist es bereits auf dem Weg ins Artal.
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Christian Koal hat Fahrzeuge für mittellose Familien organisiert. Bis Donnerstag kurz vor Mitternacht hat er geschraubt, um auch das letzte fahrtüchtige Auto noch zu verladen. Jetzt ist es bereits auf dem Weg ins Artal.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Zum dritten Mal haben sich die „Bayernfreunde mit Herz“, Brummifahrer aus der Region um Mühldorf und Altötting, versammelt, um im Ahrtal beim Aufräumen zu helfen. Diesmal haben sie eine besondere Ladung dabei: Gebrauchte Fahrzeuge für die Familien, die alles verloren haben.

Ampfing/Mühldorf – Ein Kombi, mehrere Golf, ein Opel Zafira und ein Fiat. Der Laster ist vollgeladen, der sich am Freitagnachmittag auf dem Weg ins Ahrtal macht, wo Mitte Juli Starkregenfälle zu einer Flutkatastrophe geführt hatten. Ein weiterer noch leer. „Da kommen dann auf der Strecke noch Fahrzeuge hinzu“, erklärt Christian Koal, auf dessen Initiative insgesamt 21 Fahrzeuge zusammen gekommen sind, die nun ins Flutgebiet im Westen Deutschlands gebracht werden.

Geschickter Handel mit Autoverkäufern

„Es gibt einige Familien, die haben alles verloren. Auch ihre Fahrzeuge, die nicht den entsprechenden Versicherungsschutz hatten“, erklärt der Mann (Videooben), der in Ramerberg bei Wasserburg eine KfZ-Werkstätte besitzt. Er hat sich also umgehört, nachgefragt, wo es günstige Autos mit Rest-TÜV gibt und Autoverkäufer abgeklappert. „Alles Fahrzeuge, die noch einen Restwert von knapp 500 Euro haben.“ Er habe dann so manchen Händler überredet, dass er das Auto sogar kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

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Koal selbst hat die Fahrzeuge dann ertüchtigt, jeden Wagen mit neuem TÜV versehen. Auch um Ersatzteile musste er nicht lange betteln. Die seien ihm ebenfalls zum überwiegenden Teil kostenlos zur Verfügung gestellt worden, sagt der Wasserburger. Der letzte Wagen ist am Donnerstagabend um 23 Uhr in seiner Werkstatt fertig geworden. Gerade noch rechtzeitig, um verladen zu werden. Erst im Ahrtal wird er den Laster verlassen, um dann eine Familie glücklich zu machen, die seit der Flut keinen fahrbaren Untersatz mehr hat.

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Koal ist nicht der einzige, der am Wochenende in Arbeitshose und Gummistiefel schlüpfen wird. Diesmal sind es 36 Helfer um Koordinator Bastian Oberreitmeier, die sich auf den Weg machen, um ein ganzes Wochenende aufzuräumen. „Es liegt immer noch viel Unrat rum. Es muss einiges abtransportiert werden, Wohnanhänger für Obdachlose verteilt werden. Es gibt immer noch genug zu tun“, sagt Maik Hoffmann, der schon zum dritten Mal mit dabei ist.

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Georg Kaiser ist selbstverständlich wieder mit dabei. Der Bauunternehmer fährt zum dritten Mal ins Ahrtal.

Mit im Gepäck haben die „Bayernfreunde mit Herz“, wie sich die Gruppe mittlerweile nennt und wie auch auf den einheitlichen T-Shirts zu lesen ist, auch Spendengelder. Nachdem einige Personen aus dem Umfeld der Helfer gehört hatten, dass hier die Hilfe direkt und völlig unbürokratisch ankommt, flossen auch die Geldspenden. 5500 Euro hat der Eberhofer-Fanclub aus Frontenhausen gesammelt. Dessen Präsident Werner Fuhrmann hat den symbolischen Scheck nun an Bastian Oberreitmeier übergeben. Damit wollen die Bayernfreunde mittellosen Familien unter die Arme greifen. Auch Brennholz haben die Laster diesmal geladen. Und auch Georg Kaiser aus Wurmsham hat mittlerweile seine Radlader schon zum dritten Mal aufgeladen, um zu helfen. „Weil es nach wie vor Arbeit ohne Ende gibt. Einer muss es ja machen!“, erklärt er.

Geldsegen für die Bayernfreunde mit Herz: Der Eberhofer-Fanclub mit deren Präsident Werner Fuhrmann (links) übergab 5500 Euro an die Helfer, Zeilarns Bürgermeister Werner Lechl hatte einen Scheck über 700 Euro im Gepäck. Das Geld sollmittellosen Familien zugute kommen.

Auch Brennholz haben sie dabei

Vor der Abfahrt, die Brummifahrer haben sich wie üblich bei der Firma Kerbl in Ampfing gesammelt, übergab auch Werner Lechl einen Spendenscheck über 700 Euro. Aus Niederbayern war der Zeilarner Bürgermeister extra angereist, um seine Wertschätzung auszudrücken.

Wie Bastian Oberreitmeier mitteilt, wird es wohl der letzte Konvoi sein, der ins Flutgebiet fährt. Christian Koal jedoch will weitermachen. Er hält weiter die Augen nach billigen, aber dennoch fahrbereiten Autos aus und hat bereits den festen Plan gefasst, wieder einige Laster zu beladen, um weitere Familien zu unterstützen.

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