Wasserburger Feuerwehren halten Hilfsfrist – fast – immer ein

Gefahrenabwehr in Wasserburg: Die neue Drehleiter hier vor der Kulisse des Rathauses – hat sich bereits bewährt.

Effektiv muss eine Feuerwehr sein, schließlich geht es um die Gefahrenabwehr. Doch auch wirtschaftlich soll sie arbeiten. Zwei Punkte, die im Feuerwehrbedarfsplan untersucht werden. Einstimmig hat der Stadtrat das neue Konzept, das bis 2025 gilt, verabschiedet. Es zeigt, wie wichtig die Feuerwehrstandorte sind, um die Hilfsfristen einzuhalten.

Von Heike Duczek

Wasserburg – Effektiv muss eine Feuerwehr sein, schließlich geht es um die Gefahrenabwehr. Doch auch wirtschaftlich soll sie arbeiten. Zwei Punkte, die im Feuerwehrbedarfsplan untersucht werden. Einstimmig hat der Stadtrat das neue Konzept, das bis 2025 gilt, verabschiedet. Es zeigt, wie wichtig die beiden Feuerwehrstandorte sind, um die Hilfsfristen einzuhalten.

Eigentlich sollte der Feuerwehrbedarfsplan schon im März beschlossen werden. Doch die Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Jetzt hatte der neue Stadtrat die Aufgabe, ihn zu verabschieden. Die Mitglieder konnte guten Gewissen zustimmen, denn der Plan war über Arbeitskreise mit Vertretern der Stadt und des alten Stadtrates sowie der Feuerwehren intensiv vorbereitet worden.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Das Gutachten Plan schreibt den Vorgängerplan aus dem Jahr 2013 fort. Es zeigt den Ist-Zustand bei der Gefahrenabwehr in Wasserburg auf – und macht Vorschläge zur Entwicklung der Organisation und der Ausstattung.

Basis ist der gesetzliche Auftrag der Kommune, die ihn an die Feuerwehren, die im Ehrenamt tätig sind, weitergegeben hat. Neben der kommunalen gibt es eine überörtliche Gefahrenabwehr in Abstimmung mit dem Landkreis. Oben drauf kommen personelle und technische Ausstattungen, die freiwillig geleistet werden – unter anderem für die Jugendförderung oder um dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger noch mehr gerecht zu werden als gesetzlich gefordert.

Überschreitungen nur ein bis zwei Minuten

Kernthema des Bedarfsplans: Kann eine Feuerwehr die Hilfsfrist gewährleisten. Zehn Minuten ist Zeit zwischen Eingang der Brandmeldung bei der Integrierten Leitstelle (ILS) in Rosenheim, deren Meldung an die Feuerwehr, die Fahrt der Aktiven zum Feuerwehrhaus und danach zum Ausrücken bis zum Brandherd. Für den Laien kaum vorstellbar, dass das zu schaffen ist. „Eine sportliche Vorgabe“, räumte denn auch der Gutachter von der Firma IGB ein. Doch die Hilfsfrist wird in Wasserburg fast überall eingehalten. Nur in Teilen von Penzing, Bachmehring, Gabersee und Attel ist es in den neun noch verbleibenden Minuten nach der Meldung durch die Leitstelle nicht möglich. Die Überschreitungen betragen jedoch auch nur ein bis zwei Minuten. Kompensationsmöglichkeiten gibt es nicht.

Das könnte sie auch interessieren: Niko Baumgartner ist neuer Wasserburger Feuerwehrkommandant

Dass es fast immer klappt mit Einhaltung der Hilfsfrist, liegt auch an der Tatsache, dass es zwei Feuerwehrstandorte gibt: in Wasserburg-Stadt und Reitmehring. Daran wird also nicht gerüttelt, will heißen: Die Feuerwehr Wasserburg bekommt ein neues Haus, für das die Planung bereits läuft, die Feuerwehr Attel-Reitmehring für ihr Gebäude ebenfalls eine Lösung. Sanierung, An-, Um- oder Neubau?

Der Feuerwehrsbedarfsplan macht auch Aussagen zur Frage, ob die technische Ausstattung ausreicht. 2019/2020 hatte die Stadt 1,4 Millionen Euro in zwei neue Fahrzeuge und eine Drehleiter investiert. Personell sind die beiden Feuerwehren ebenfalls gut gerüstet, das heißt auf dem Weg die Mindestzahl der Einsatzkräfte zu überschreiten. Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) ist überzeugt: „Die Feuerwehr ist gut aufgestellt“. Feuerwehrreferent Armin Sinzinger (Wasserburger Block) erinnerte daran, dass der Bedarfsplan, dessen erster Entwurf stark kritisiert worden war, nachgebessert worden sei und bat um einstimmigen Beschluss. Den gab es.

Kommentare