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Folge 8

Wasserburger Ferienrätsel: Kuno Maier und der Haager Raubritter

Der Gedenkstein am Schimmelberg. Der Schimmelreiter gehört zum traditionell Haager Geschichtsbild.
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Der Gedenkstein am Schimmelberg. Der Schimmelreiter gehört zum traditionell Haager Geschichtsbild.
  • VonLudwig Meindl
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Generationen von Haagern hörten in der Schule die sagenhafte Geschichte des Schimmelritts von Kuno Maier, dem Bezwinger des Raubritters. Viele Historiker erzählten sie und August Trautner vermutet in seinem Buch „Tausend Jahre Haager Geschichte“: „Vielleicht liegt doch ein kleines Körnchen Wahrheit in der allgemein bekannten Sage vom Raubritter in Königswart.“ Eine weitere Folge unseres Ferienrätsels.

Haag – Mit dem Bändchen „Königswart – Die Burg und der Raubritter“ setzte der Historiker Rudolf Münch neue Akzente auf die sagenhafte Gründung der Grafschaft: Schenkung und Schimmelritt finden bei ihm keinen Glauben mehr. Er spricht von der „wissenschaftlichen Aufarbeitung“ der „Haager Sage“ und des „Raubritters von 1058“.

Bereits die Kinder hätten im Unterricht von der Entstehung Haags die alten Erzählungen über die Niederstreckung des Raubritters und den Schimmelritt um die neue Grafschaft gehört.

Barocke Ausschmückung

Der wahre historische Kern liege tiefer, ein „Wust barocker Ausschmückungen“ habe sich darüber gerankt, so der Haager Geschichtsforscher. Wichtig scheint ihm dabei die innenpolitische Lage des römischen-deutschen Reiches.

Heinrich III. war früh gestorben, hatte einen fünfjährigen Sohn hinterlassen. Die Geschäfte führte Kaiserin Agnes, nach der in Haag eine Straße benannt ist. Wegen ihrer Fehlentscheidungen wurde die Kaiserin offen von den Fürsten bekämpft, so Münch. In den Reihen der Opposition befand sich auch der sogenannte Raubritter von Königswart: Friedrich II. Rocho von Andechs. Er kassierte die Mauteinnahmen von den Schiffen auf dem Inn, leitete sie aber nicht an die Kaiserin weiter. Rocho ging bei den Chronisten als „böser Mensch“ ein. Schuld daran waren nach Münch offensichtlich seine Drangsalierungen des Klosters Attel, das er ausgeplündert haben soll.

Der Sage nach hat nun Kuno Maier von Altdorf den Raubritter bezwungen und „zur Strecke gebracht“. Münch weist nach: „Er ist nicht durch einen Handstreich gestorben, sondern ins Schwabenland ausgewandert.“

Sein Grab könne man in einem Kloster im Schwarzwald besuchen. Der Umritt mit dem Schimmel, den Kuno Maier angeblich von Kaiserin Agnes für das Bezwingen des Raubritters zur Gründung seiner eigenen Grafschaft gestattet bekommen habe, demaskiert Rudolf Münch als „naive Laienvorstellung“.

Folge verpasst? Hier geht´s zur Folge 7 des Ferienrätsels Wasserburger Ferienrätsel: Vom Baumeister und der verlassenen Braut.

Das Haager Land sei bereits als „dichte Region geistlichen Grundbesitzes“ von einigen Bistümern beschlagnahmt gewesen. Die hätten sich auch nicht von einem „Agnes- Günstling“ enteignen lassen. Auf der Haager Burg, die ja 1058 schon stand, saßen die Edelfreien De Haga, die eine „dominierende Rolle“ ausübten „und sich nicht von einem Leibeigenen Kuno aus Altdorf ihr Eigentum umreiten ließen“. Die Episode von einer Schenkung der Kaiserin Agnes an den „getreuen Kuno“ wurde nach Münch wohl mit einer Landesschenkung an einen „Kuno in der Grenzmark“ vertauscht.

Damit beschwerte Münch das vertraute Geschichtsverständnis der Haager mit neuen Rätseln. Alles sprach für den Schimmelritt. Sogar das Zitat des Kuno Maier hatten die Alten überliefert, als ihn sein Schimmel nach Maitenbeth am später so benannten Schimmelberg nicht mehr tragen konnte: „Was? Hältst du schon, Kurre?“ Kurre ist mit Mähre erklärt. Das Geschlecht der Gurren, nach denen Haag auch Gurrenhaag genannt war, wählte den Schimmel für ihr Wappen, das bis heute den Rathaussaal und offizielle Urkunden ziert.

Wappen zeigte früher Kaiserin Agnes

Anfangs war daneben eine Frau mit Becher zu sehen: Kaiserin Agnes, die Kuno zum Dank auch noch den Wein reichte – und das soll alles erfunden sein?

Doch egal, wie viel Wahrheit in der Gründungssage von Haag steckt. Die Grafschaft gab es. Heute suchen wir den Namen des letzten Grafen aus dem Geschlecht der Fraunberger. Tragen Sie den zweiten Buchstaben seines Namens in Kästchen zwölf und 20, den fünften Buchstaben in 34 und 52, und den achten Buchstaben in die Kästchen 27 und 31.

Das Wasserburger Ferienrätsel. Bitte denken Sie an Adresse und Telefonnummer auch bei Einsendungen per E-Mail.

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