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Selbstentzündung im Abfall möglich

Wasserburger Experte warnt: Falsch entsorgte Lithiumbatterien sind brandgefährlich

  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Durchschnittlich alle sechs Monate brennt bei der Entsorgungsfirma Zosseder die Ladung eines Mülltransporters – weil sich im Hausmüll Lithiumbatterien, die hier nichts zu suchen haben, entzünden. Eine von vielen Bürgern verkannte Gefahr.

Wasserburg – Jeder hat sie schon mal in der Hand gehabt: die hilfreichen Lithiumbatterien, die Laptop, Handy, Akkubohrer oder E-Bike zum Laufen bringen. Aber nicht jeder weiß um die Gefahren, die diese Batterien in sich bergen. Bernhard Schachner, Leiter der Wasserburger Abfallwirtschaft, warnt als erfahrener Entsorger deshalb dringend vor leichtfertigem Umgang mit den besonderen Batterien: Sie können brandgefährlich sein.

Schachner: Lithium ist ein leicht brennbares Material

„Lithium ist ein sehr reaktionsfreudiges und leicht brennbares Metall, daher bergen diese Batterien bei unsachgemäßem Umgang Sicherheitsrisiken: Durch mechanische Beschädigungen oder Kurzschlüsse kann es zu Hitzeentwicklung kommen oder es können Brände entstehen, in deren Folge auch umwelt- oder gesundheitsgefährdende Stoffe austreten können“, beschreibt es der Fachmann. Er empfiehlt deshalb, alte Akkus oder Batterien aus den Geräten zu entfernen „und nicht in die Schublade zu den anderen alten Handys zu legen.“ Auch das Aufladen der Handyakkus über Nacht sei eine riskante Geschichte, warnt er. „Die Geräte sind ja heute so schnell aufgeladen, dass man das nicht unbedingt in unbeobachteten Momenten tun muss, wenn alle schlafen“, rät er.

Das bröselige Granulat Vermeculit in den Händen von Umweltschutztechniker Thomas Kellner soll verhindern, dass sich Lithiumbatterien im Entsorgungsbehälter entzünden. Vor ihm liegt eine alte Lithiumbatterie auf dem Tisch, die sich bereits aufgebläht hat und deshalb großes Potenzial für einen Kurzschluss hat.

Äußere Warnhinweise darauf, dass eine Lithiumbatterie oder ein Akku bereits beschädigt ist, seien ein verformtes Gehäuse, Schmelzstellen am Kunststoffgehäuse, Erwärmung des Akkus in abgeschaltetem Zustand oder das Auslaufen eines Akkus.

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Die Entsorgung der Lithiumbatterien darf natürlich keinesfalls über den Restmüll erfolgen – so wie auch die Entsorgung anderer Batterien, die keine Explosionsgefahr in sich bergen, aber auch umweltschädlich sind. Die Stadt Wasserburg ist als Kommune verpflichtet, die sachgerechte Entsorgung der Batterien zu regeln. „Wir brauchen dafür Fachleute, bekommen aber keinen Cent als Entschädigung für diese Aufgabe“, erklärt Schachner.

Um Kurzschlüsse und einen möglichen Brand zu vermeiden, empfiehlt der Abfallexperte, die Pole, lose Kabel und Kabelenden mit Klebeband abzukleben, damit nichts aneinanderreiben kann. Beim Wasserburger Wertstoffhof werden die gesammelten Lithiumbatterien in einem großen Behälter gesondert gelagert, bis sie der Verwerter abholt. Vor etwa drei Jahren stand diese Sammeltonne fast in Brand, erinnert sich Mitarbeiterin Gitti Zabelt. Als sie morgens zum Dienst kam, habe der Container bereits schwer geraucht. Die schnell herbeigerufene Feuerwehr konnte den Schwelbrand löschen, bevor es richtig zu brennen anfing, erinnert sich Zabelt. „Heute verwenden wir in dem Spezialbehälter ein Granulat, dass solche Brände verhindern soll“, erklärt sie.

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Es wäre schön, wenn mehr Leute wüssten, wie gefährlich die Batterien sein können, findet auch Gitti Zabelt. Erst kürzlich hätte ein Mann beim Wertstoffhof eine ganze Tasche mit Lithiumbatterien abgeben wollen. „Keine war abgeklebt, alle purzelten durcheinander, und der Kunde wollte über die Gefahr nichts wissen“, erinnert sich Zabelt traurig. Dabei wäre der sorgsame Umgang mit diesem brandgefährlichen Restmüll für jeden Verbraucher wichtig, findet sie.

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Thomas Kellner, seit 31 Jahren Umweltschutztechniker, ist mit dem Umweltmobil des Landkreises gerade am Gries in Wasserburg. Die Menschen stehen hier Schlange, um ihren problematischen Restmüll wie Lacke, Öle aber auch Batterien abzugeben.

Zwei beschriftete Kisten sind beim Wertstoffhof in Wasserburg für die Rückgabe von Batterien vorbereitet. Mitarbeiterin Gitti Zabelt hat morgens schon einmal einen Brand in einer der großen Entsorgungstonnen entdeckt, zu der die Kunden keinen Zugang haben.

Kellner kennt sich aus und warnt auch vor der Kurzschlussgefahr, die selbst von einer Lithiumbatterie ausgehen kann, die auf den ersten Blick vielleicht entladen erscheine. „Auch sie kann bei unsachgemäßem Umgang einen Brand auslösen“, warnt er. Dann zeigt er das grobkörnige Granulat, das der Fachmann zur Sicherung des gefährlichen Sondermülls verwendet, und zieht auch gleich eine aufgeblähte Lithiumbatterie hervor, die bei ihm auf alle Fälle in sicheren Händen ist.

Zosseder-Experte appelliert: Batterien richtig entsorgen

Simon Bichlmaier, Experte für Vertrieb und Abfallberatung beim Entsorgungsunternehmen Zosseder, weiß über die Gefahren, die in den Lithiumbatterien stecken. „In Wasserburg hat bei uns noch kein Müllwagen gebrannt, aber wir sind ja auch landkreisweit unterwegs, und da brennt ungefähr alle sechs Monate mal die Ladung eines Mülltransporters – meistens ausgelöst durch Lithiumbatterien, die im Hausmüll eigentlich nichts zu suchen haben“, beschreibt er die Lage. Das seien dann jedes Mal gefährliche Situationen für die Mitarbeiter.

Der Müll muss dann ganz schnell abgekippt werden, was auf einer Bundesstraße nicht so leicht möglich ist, und wird dann von den Fachleuten der Feuerwehr gelöscht. Zum Glück sei bis jetzt niemand dabei verletzt worden, aber die Gefahr, dass sich falsch entsorgte Lithiumbatterien im Hausmüll befänden, steige auch mit der Zunahme ihrer Verbreitung. Durch Erschütterung, Reibung und Hitze könne dann im Müllauto schnell ein Brand entstehen, beschreibt der Fachmann. Eine Gefahr, der sich viele nicht bewusst sind, glaubt Bichlmaier, der an die Verbraucher appelliert, ihre Batterien sorgsam zu behandeln und gesetzeskonform zu entsorgen.

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Rubriklistenbild: © Petra Maier

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