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Ein Nachmittag zum Staunen

Wasserburger entlarven Fassadenkunst beim Tag des Denkmals

Vor dem Gewandhaus Gruber: Stadtarchivar Matthias Haupt mit einer Gruppe von Teilnehmern am Tag des offenen Denkmals
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Vor dem Gewandhaus Gruber: Stadtarchivar Matthias Haupt mit einer Gruppe von Teilnehmern am Tag des offenen Denkmals
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Hunderte Schaulustige zog der Tag des offenen Denkmals nach Wasserburg. Bei fachkundigen Führungen könnten die Teilnehmer über die Illiusionsmalerei an der Fassade des Gewandhaus Gruber und über den Baukörper der Burg lernen. Es war ein Nachmittag zum Staunen.

Wasserburg – Ideales Spätsommerwetter und ein attraktives, vielfältiges Programm: Der Tag des offenen Denkmals hat am Sonntag Hunderte Neugierige in die Stadt gelockt. Lücken in den Teilnehmerlisten gab es kaum. Fachkundige und kurzweilige Führungen bescherten den Teilnehmern einen faszinierenden Einblick in die Wasserburger Geschichte. Stadtarchivar Matthias Haupt, der allein drei Termine übernommen hatte, sagte, es seien sehr viele Interessierte gekommen: „Das hat Spaß gemacht.“

Dachstuhl der Burg ist „außergewöhnlich“

Kreisheimatpflegerin Magdalena März informierte in vier Durchgängen ihre Besuchergruppen über den mächtigen ehemaligen Getreidekasten auf der Burg, sie erläuterte die Bedeutung der Wappen und erwähnte, dass der Kasten aus verschiedenen Baukörpern zusammengesetzt sei. Das Baujahr 1526 könne also nicht so genau genommen werden. Die Stützpfeiler, die Bodendielen, das Treppenhaus: Auch solchen architektonischen Details widmete sich März und schlug dabei einen Bogen zum damaligen Wasserburger Schloss.

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Ein Teilnehmer wollte wissen, warum das Innenleben des Bauwerks so gut erhalten sein. „Die Leute haben sich über Generationen um die Ziegel gekümmert, sodass keine Feuchtigkeitsschäden entstanden sind“, gab März zur Begründung an.

Die Konstruktion des Dachstuhls nannte sie „außergewöhnlich“, die aktuell noch laufenden Renovierungsmaßnahmen durch die Kreishandwerkerschaft Rosenheim seien „absolut gerechtfertigt“. Auf den Bau, der als Altenheim genutzt werden soll, könne Wasserburg stolz sein. Die Ebersbergerin Christine Lohmeyer (62) sagte nach der Führung: „Mich hat vor allem beeindruckt, dass der Dachstuhl noch im Original erhalten ist.“

Bemalung des Rathauses stammt aus dem 20. Jahrundert

Auch sonst äußerten sich die Teilnehmer voll des Lobes über die Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals: „Das ist eine Möglichkeit, sich Dinge anzuschauen und etwas darüber zu erfahren. Ich bin an Geschichte interessiert“, sagte etwa Wolfram Löfflad (67). Angetan zeigte sich Angela Pillatzki (30) insbesondere von der Führung im Rathaus. „Die Bemalung ist aus dem 20. Jahrhundert, aber das sieht man ihr gar nicht an.“ Die Museumsmitarbeiterin Ingrid Unger habe ihr Wissen „sehr gut vorgetragen“.

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Angelika Gut (69) sprach von einer sinnvollen Ergänzung der normalen Stadtführungen. „Man lernt hier andere Dinge kennen. In Wasserburg gibt es ohnehin immer noch genug Neues für mich zu entdecken.“ Unter anderem nahm sie sich am Sonntag das Thema „Sein und Schein – die Fassadenbemalung von prominenten Wasserburger Gebäuden“ mit Archivar Haupt vor. „Als das Gewandhaus Gruber vor 30 Jahren renoviert wurde, bin ich schon etwas erschrocken. Aber inzwischen finde ich die Fassade ganz toll.“

Gruber-Wand trägt Illusionsmalerei

Einprägsam deutete Haupt die Gestaltung der Fassade als „Illusionsmalerei“. Es sei allein die Malerei, mit der der dreidimensionale Eindruck vermittelt werden.

Ein hervorragendes Beispiel für aufwendige und den Betrachter täuschende Fassadenkunst sei auch das „Weisse Rössl“. Dabei sei leicht zu erkennen, dass die Fassade nicht aus der Renaissance stamme.

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Die Gruppe um Haupt hatte sichtlich Spaß daran, entlarvende Elemente auf der Hauswand auszumachen. Ein Bus auf der Wasserburger Brücke – nein, eine solche Darstellung kann nicht aus lang vergangenen Zeiten stammen. Ein Nachmittag zum Staunen.

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