Opfer der Wirtschaftskrise wegen Corona: Das Wasserburger Café „Schranne“ macht zu

Schließt nach 14 Jahren: das Café Schranne am Wasserburger Marienplatz. Foto: Klemm
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
    schließen
  • Winfried Weithofer
    Winfried Weithofer
    schließen

Seit Dienstag ist die "Schranne" zu. Inhaberin Monika Häuslmann nannte der Wasserburger Zeitung den Grund, der sie nach 14 Jahren zu diesem Schritt gezwungen hat. 

Wasserburg – Geschlossen haben derzeit noch alle Gastronomiebetriebe, viele behelfen sich mit Lieferdiensten. Pächterin Monika Häuslmann wird das Café Schranne am Marienplatz in Wasserburg jedoch auch nach Beendigung der Corona-Maßnahmen nicht wieder öffnen.

Ist es eines der ersten Gastronomiebetriebe, die den Überlebenskampf nicht überstanden haben? Es scheint so.

"Schranne"-Inhaberin Monika Häuslmann sagt, es seien „die gesamtwirtschaftlichen Umstände“ schuld, die „sehr schwierig“ seien. Natürlich hänge die Schließung des Cafés - zwölf Voll- und Teilzeitkräfte waren darin beschäftigt - auch mit der Coronakrise zusammen. 

„Es ist geschlossen, in der Form für immer, und mehr will ich dazu noch gar nicht sagen“, so Häuslmann. Sie fügte aber hinzu: Wer auf Qualität und eigene Herstellung setze, der habe zu geringe Margen. „Am Ende des Tages hat man keinen Puffer, wenn so was kommt“, sagte Häuslmann mit Blick auf Corona. 

Betroffen von der Schließung ist auch der Verein „Jazzinnitiative Wasserburg“, deren Mitglieder regelmäßig Konzerte im Café organisierten. 

Der Vorsitzende Manfred Braun sagte auf Anfrage: „Die Auftritte haben wir sehr genossen, wir waren da auch immer sehr willkommen.“ Die Schließung sei für ihn völlig überraschend gekommen. „Wir sind aber schon auf der Suche nach einer Alternative“, so Braun. „Wir machen definitiv weiter.“

Café Schranne war beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen

Verpächter des Cafés im historischen Rathausgebäude ist die Stadt Wasserburg. Auch sie wurde von der Entscheidung überrascht und wird einen neuen Pächter für die Gastronomie im Herzen der Stadt, eine „1-A-Lage“, suchen.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

+++

Das Café war ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Draußen pulsierte bei gutem Wetter das Leben, geprägt auch durch viele Motorradfahrer, die hier eine Kaffeepause einlegten. Auch drinnen war das Café stets sehr gut besucht. Häuslmann und ihr Team waren vor allem für ihre hausgemachten Kuchen und ihre saisonale Bioware mit Dinkelteig bekannt.

Bürgermeister Michael Kölbl bedauerte die Schließung

"Frau Häuslmann hat ihre Produkte selbst erzeugt, sie waren von hoher Qualität, es war ein besonderes Angebot", sagte Bürgermeister Michael Kölbl gegenüber unserer Zeitung. Gleichzeitig lobte er die gute Zusammenarbeit über gut 14 Jahre: "Ich möchte mich ausdrücklich bei unserer Mieterin bedanken." Die Stadt Wasserburg bringe Verständnis auf für diese Entscheidung in der aktuell schwierigen Situation. Letztlich sei der Schritt überraschend gekommen. "Ich habe aber schon Befürchtungen gehabt, nachdem allgemein die Schließung von Gastronomiebetrieben im Raum steht. Es ist schwierig, sich über Wasser zu halten. " 

Jetzt gehe es darum, den laufenden Mietvertrag abzuwickeln und die Neuvermietung vorzubereiten. "Es liegen schon einige Initiativbewerbungen vor, nachdem die Schließung bekannt geworden ist." Kölbl betonte, für die Stadt sei es sehr wichtig, einen qualifizierten Nachfolger zu finden, der auf eigene Produkte setze. Auf die Frage, ob er befürchte, dass ein weiteres wichtiges Geschäft in Wasserburg aufgeben muss, sagte er: "Zu Ohren gekommen ist mir bis jetzt nichts."

Kommentare