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Größter DRK-Hilfseinsatz in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg

Wasserburger BRK-ler kochen bis zu 10.000 Mahlzeiten in unwettergeschädigtem Ahrtal

Arbeiten unter Volldampf: Feldkoch Dominik Pache war im unwettergeschädigten Ahrtal im Einsatz, bei der größten Hilfsmaßnahme, die das Deutsche Rote Kreuz seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland aufgebaut hat.
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Arbeiten unter Volldampf: Feldkoch Dominik Pache war im unwettergeschädigten Ahrtal im Einsatz, bei der größten Hilfsmaßnahme, die das Deutsche Rote Kreuz seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland aufgebaut hat.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Die Wasserburger Norbert Pache und sein Sohn Dominik sind erschöpft aber glücklich zurück: Eine Woche standen sie im Ahrtal ab 3.30 Uhr morgens in einer Feldküche und kochten tausende warmer Mahlzeiten für Unwettergeschädigte und ihre Helfer.

Wasserburg – Eine Woche ist nun vergangen, dass zwei Einsatzkräfte der BRK Bereitschaft Wasserburg mit vielen anderen Rotkreuzhelfern aus ganz Deutschland aus ihrer Einsatzwoche im „Verpflegungszentrum 10.000“ des Roten Kreuzes wieder zuhause sind. Die beiden Wasserburger Norbert Pache und sein Sohn Dominik verraten: „Viele Eindrücke sind zu verarbeiten und der Körper kommt langsam wieder in den normalen Alltagstrott.“

Dienstbeginn in den Feldküchen zwischen 3.30 und 4.30 Uhr

Im Ahrtal herrschte hingegen Ausnahmezustand: Nicht nur wegen der sichtbaren Folgen der großen Unwetterkatastrophe, die viele Menschen in Not gebracht hat, sondern auch wegen der gigantischen Hilfsprojekte, die derzeit laufen. „Noch nie hatte das Rote Kreuz eine solch große Struktur innerhalb Deutschland aufgebaut.

Das Verpflegungszentrum wurde konzeptioniert um täglich mindestens 10.000 warme Mahlzeiten für die Bevölkerung und die Helfer im ‚Schadensgebiet Ahrtal‘ zu produzieren. Dafür wurden zwölf Feldküchen aufgebaut und die dazugehörige Logistik mit Lagerzelten, Kühl- und Gefrierwägen“, beschreibt der 57-Jährige.

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Anfang August erging der Personalaufruf des Deutschen Roten Kreuzes, in dem Personal für das „Verpflegungszentrum 10.000“ in Grafschaft/Rheinland-Pfalz gesucht wurden. Es wurden Einsatzkräfte für die Feldküchen und die Logistik drumherum gesucht. Dominik und Norbert Pache machten sich als Feldköche zusammen mit Siegfried Maier, einem Kollegen aus der BRK-Bereitschaft Rohrdorf, auf den Weg, um mit 20 anderen Rotkreuzlern die Kameraden der Vorwoche abzulösen. „Insgesamt sind pro Einsatzwoche rund 180 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland im Einsatz“, erklärt der Wasserburger BRK-Bereitschaftsleiter

Gemeinsam machten sich diese drei Rotkreuzler auf den Weg, um im Ahrtal zu helfen (von links): Siegfried Maier, Norbert Pache, und sein Sohn Dominik.

„Kurz nach Mittag wurden wir vom Beauftragten des DRK-Generalsekretariats, Uwe Mauch, begrüßt und bekamen auch eine Einführung in die Hintergründe des größten humanitären Einsatzes des Roten Kreuzes nach dem Zweiten Weltkrieg“, zeigt sich Pache beeindruckt.

Dienstbeginn für die Feldküchen war jeden Tag zwischen 3.30 und 4.30 Uhr. „Die genaue Zeit, wann der Wecker klingelte, richtete sich nach der Zubereitungsdauer für das jeweilige Tagesgericht und nach der Zahl der Portionen, die wir kochen sollten“, erklärt Norbert Pache.

Am Sonntag lautete der erste Auftrag für die Wasserburger im Küchenzelt: 1200 Kilogramm Spätzle zusammen mit etwa 900 Kilogramm Putengeschnetzeltem schmackhaft zuzubereiten. Außerdem sollten sie an diesem Tag noch rund 1000 vegetarische Portionen kochen. „So ging es die ganze Woche durch, die geringste Menge waren insgesamt 6000 Portionen“, erinnert sich der Koch. Als Beilagen gab es Nudeln oder Semmelknödel. Auch Salat war immer auf dem Speiseplan“, beschreibt er das Angebot.

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Das Essen musste spätestens um 9.30 Uhr fertig in großen Warmhalteboxen bereit stehen. Dann wurde es an über 40 Ausgabestellen im gesamten Ahrtal ausgefahren. „Die Problematik dabei war die teils noch sehr schlechte Verkehrsinfrastruktur auch mehr als vier Wochen nach dem Unglück. Den Bewohner des Ahrtales fehlt es an allem. Es gibt keinen Strom, Trinkwasser und Gas zum Heizen.

Viele Häuser sind abgerissen oder werden von den Anwohner in Zusammenarbeit mit Freiwilligen wieder in den Rohbauzustand versetzt. Allein in Ahrweiler fehlen zum Beispiel acht Brücken über die Ahr um beide Teile von Ahrweiler zu verbinden, an anderer Stelle mussten Bahngleise aus einem Tunnel entfernt werden, um eine Zufahrt zu diesem Ort zu ermöglichen“, beschreibt Pache die Situation.

Trotz der Strapazen auch Wehmut beim Abschied

Man sei mit den Hühnern aufgestanden und die meisten legten sich bereits gegen 22 Uhr schlafen, denn das Aufstehen war ja nicht mehr weit entfernt. Trotz dieser Strapazen sei die Stimmung in den Mannschaften super gewesen und viele neue Freundschaften seien entstanden. „So war auch ein wenig Wehmut dabei, als der Küchenchef am Samstagmittag nach dem Reinigen der Küchen das Einsatzende für diese Woche bekannt gab“, gibt Pache zu. Erschöpft aber sehr zufrieden, bei diesem Einsatz dabei gewesen zu sein, sei man zurück nach Wasserburg gefahren.

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