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Rau, fetzig und tanzbar

Wasserburger Band „Steam Skunk“ startet Crowdfunding für eigenes Album

„Eve has a gun“: Das Musikvideo zu diesem Song drehte die Crew im Sommer in der alten Essigfabrik. Die OVB-Heimatzeitungen begleiteten das Making-of. Unser Bild zeigt (von links) Christoph Riedenauer, Anna Schöll Sebastian Huber, Slavko Sponjak, Ben Leinenbach, Fabian Pleizier (als Double eingesprungen) und Stefan Schrag.
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„Eve has a gun“: Das Musikvideo zu diesem Song drehte die Crew im Sommer in der alten Essigfabrik. Die OVB-Heimatzeitungen begleiteten das Making-of. Unser Bild zeigt (von links) Christoph Riedenauer, Anna Schöll Sebastian Huber, Slavko Sponjak, Ben Leinenbach, Fabian Pleizier (als Double eingesprungen) und Stefan Schrag.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Fetzig, tanzbar, etwas schräg und rau: So lässt sich die Musik der Wasserburger Band „Steam Skunk“ beschreiben. An dem eigenwilligen Projekt wirken nicht nur Musiker mit, sondern auch Fotografen und Filmemacher sowie weitere kreative Köpfe. Mit einem Crowdfunding soll nun eine CD heraus gebracht werden.

Wasserburg – „Mit der Wasserburger Band ,Steam Skunk‘ geht es zurück in die Zukunft der Vergangenheit“, titelte die Wasserburger Zeitung im August. „Steam Skunk“ ist ein Kunstprojekt mit vielen Mitwirkenden der Kreativbranche aus der Region. Die Crew hat nun ein Crowdfunding gestartet, um eine CD herauszubringen. Das Prinzip: Viele Geldanleger stemmen mit kleinen Beträgen ein größeres Projekt.

Der Sound ist fetzig, tanzbar, etwas schräg und rau, und wird mit Maschinen- und Alltagsgeräuschen unterlegt – beispielsweise einer Waschmaschine, die zum Schleudern ansetzt. Die Texte sind – ganz im Sinne der Völkerverständigung – auf Deutsch, Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch und Russisch.

Machen war her in Zylinder, Melone und mit ihren Outfits: Fabian Pleizier an der Dohle (links) Stefan Schrag am Saxophon und Christoph Riedenauer am Horn.

Corona setzt den Kulturschaffenden zu

Musik-Projekte zu finanzieren, wird für Bands oder Solokünstler immer schwieriger. Erschwert werden die Bedingungen für sie seit Frühjahr des vergangenen Jahres durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie: Auch in der Wasserburger Region wurden Veranstaltungen abgesagt, Theater, Kleinkunstbühnen und Konzertsäle mussten schließen. Einige freie Kulturschaffende vor und auf der Bühne mussten aufgeben, andere fürchten seitdem um ihre Existenz. Not macht erfinderisch, ist der Volksmund überzeugt – oder spornt an zu mutigen Entscheidungen.

Dazu bereit waren im von Covid19 beherrschten Winter und Frühjahr die Grafik-Designerin Anna Schöll und der Sänger und Liedermacher Ben Leinenbach, beide aus Wasserburg. Mit „Steam Skunk“ will das Paar zusammen mit befreundeten Künstlern etwas Neues auf die Beine stellen, „ein Kunstprojekt, das Musik, Fotografie, Film, Grafik und Kostüme umfasst.“

Die Idee dazu kam ihnen auf einem Italien-Tripp im vergangenen Jahr auf der Insel Murano in der Lagune von Venedig. „In einer verfallenen Glasfabrik haben wir unsere Liebe zu Steampunk entdeckt“, sagt der 54-Jährige im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung.

Kein Punk-Genre

Steampunk? Übersetzt aus dem Englischen heißt „Steam“ Dampf, „punk“ bedeutet soviel wie Dreck oder Mist. Seit den 1970er Jahren ist Punk als eine Stilrichtung der Rockmusik etabliert, mit minimalistischem Sound. „Punk drückt eine rebellische Haltung aus, ist selten konstruktiv und schon gar nicht gesellschaftskonform“, heißt es auf der Musik-Plattform „Laut.de“.

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Aber Steampunk? „Es ist kein Musikstil aus dem Punk-Genre“, klärt Leinenbach auf, „eher ein Phänomen, eine Szene. Dieses Kunstgenre hat sich in den 1980er Jahren in Anlehnung an die Romane der Science-Fiction-Autoren Herbert George Wells und Jules Verne entwickelt“. Prägend waren dafür laut Leinenbach deren Romane „20.000 Meilen unter dem Meer“ beziehungsweise „Die Zeitmaschine“.

Die Crew von „Steam Skunk“ knüpft mit ihrem Setting, den Kostümen und Ideen an die Zukunftsvorstellung aus der Sicht des viktorianischen Zeitalters an, als die Dampfmaschine modern war.

Beim Dreh in der alten Essigfabrik: Ganz in blau ist Anna Schöll.

Bunt und detailversessen

Als Bühnen- und Kostümbildnerin fungiert Anna Schöll; sie zeichnet verantwortlich für die Ausstattung der Band mit bunten, detailversessenen und prächtigen Outfits und ebenso verrückten Instrumenten, die quietschen und kreischen – was beispielsweise gut zum Song „Transsibirska“ passt. Schöll nennt sich selbst „Geräusche-Anglerin“. Die Wasserburgerin ist auch Teil der Band und übernimmt auch Gesangsparts. Im Sommer drehte die Crew in der alten Essigfabrik das Musikvideo zu „Eve has a Gun“, wir berichteten vom Making-of.

CD mit 7 Songs ist das Ziel

Mit dem Crowdfunding auf „Startnext“ will man nun die Herstellung einer CD mit sieben brandneuen Songs (oder mehr), die Auszahlung von Gagen an die Mitwirkenden und die Produktion des nächsten Videos zu dem Song „Transsibirska“ sicherstellen – dazu kommt natürlich auch der digitale Vertrieb.

Unterstützer können auf „Startnext“ unter zahlreichen Give-Aways auswählen, neue Musik fördern oder sogar beim Filmdreh dabei sein – und sie helfen damit Künstlern, die alle unter der Corona-Krise zu leiden hatten, erklärt Leinenbach.

Eine ihm bekannte Band aus der Region habe ihr Projekt über diesen Finanzierungsweg erfolgreich durchgezogen. „Das hat mit Mut gemacht, den gleichen Weg zu gehen. Es gibt sonst kaum eine Möglichkeit, Geld zu kreieren“, sagt der Künstler.

Weitere Infos: www.startnext.com/steamskunk..

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Steampunk: „Einerseits werden moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht.

Steampunk fällt in den Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, also einer Vorstellung der Zukunft aus der Perspektive früherer Zeiten“, heißt es auf Wikipedia.

Auf den Punkt bringt es die Autorin Susan Hillman in ihrem Essay auf „gladrags.de“: Bedeutend bei Steampunk sei die Etikette und Sitte des viktorianischen Zeitalters.

„Es ist die Rede von einer romantisierten und idealisierten Sicht jener Zeit. Man trifft auf kultivierte Ladys und Gentleman, aber auch fleißige Menschen der Unterschicht, die dampfgetriebene Geräte erfinden. Der Punk kommt häufig in Form eines Querdenkers ins Spiel: Er widersetzt sich den Regeln der Gesellschaft und überzeugt häufig mit technischen Innovationen.“

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Die Mitwirkenden:

„Steam Skunk“ sind:

  • Ben Leinenbach - Gitarre, Gesang, Banjo / Komponist, Produzent
  • Anna Schöll - Percussion, Gesang / Graphikdesign, Ausstattung, Produzentin
  • Slavko Spionjak - Schlagzeug / Filmemacher, Produzent
  • Sebastian Huber - Bass / Filmemacher
  • Tom Zimmer - „Dohle“ (ein selbst gebautes dreisaitiges Instrument)
  • Christoph Riedenauer - Trompete
  • Stefan Schrag - Saxophon
  • John Cater - Fotografie
  • Adam Cater - Film
  • Peter Ludwig - Film
  • Finja Schmidt - Fotografie Stop-Motion-Filme
  • Fabian Pleizier, Martin Dau - Filmdoubles

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