Wasserburger Badria nutzt Corona-Lockdown für Sanierungsarbeiten: „Badria-Elefant war auf der Beautyfarm“

Runderneuert ist der Badria-Elefant, der fast so alt ist, wie das Bad selbst. Bald steht er wieder als Kinderrutsche am Wasser.
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Runderneuert ist der Badria-Elefant, der fast so alt ist, wie das Bad selbst. Bald steht er wieder als Kinderrutsche am Wasser.

Die Schließung des Badria aufgrund der Corona-Pandemie reißt einein großes Loch in die Einnahmen der Wasserburger Stadtwerke. Die Lockdown-Zeit wurde nun genutzt, um die technische Revision vorzuziehen. Rund 500.000 Euro hat die Sanierung heuer bisher gekostet. Stadtwerkechef Marius Regler hofft nun auf eine Öffnung des Freizeitbades nach Pfingsten.

Von Andrea Klemm

Wasserburg – Seit 17. März ist wegen der Corona-Pandemie das Badria geschlossen – und damit auch die Sauna und die Gastronomie. Den Stadtwerken fehlen dadurch im Schnitt 150.000 Euro monatliche Einnahmen. Die Fixkosten und rund 50 Prozent Personalkosten schlagen dennoch zu Buche.

Den Lockdown genutzt

„Die Lockdown-Zeit wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen“, sagte Bürgermeister Michael Kölbl bei einem Pressegespräch im Freizeitbad, indem derzeit technische Revisionen stattfinden. Die Begehung fand mit Masken und dem gebotenen Abstand statt. Die nötigen Arbeiten wären im Herbst ohnehin in einer zweiwöchigen Schließung erledigt worden. „Jetzt können wir auch Dinge anpacken, die wir in den zwei Wochen nicht geschafft hätten“, erklärte Stadtwerkechef Marius Regler.

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Rund die Hälfte der 40 Mitarbeiter des Badria sind auf Kurzarbeit, je nach Tätigkeitsbereich in unterschiedlicher Stärke. Das technische Personal arbeitet mit reduzierten Stunden an den Maßnahmen.

Nun wurde ein bislang unentdeckter Rohbruch am Außenbereich relativ kostengünstig repariert, Regler hofft, die fällige Summe von etwa 50 000 Euro über die Versicherung abrechnen zu können.

Die große Hoffnung aller ist, dass die Bäder nach Pfingsten wieder öffnen dürfen. „Wir sind bis dahin jedenfalls startklar“, so Kölbl. Regler blickt auf das „vorpreschende Nordrhein-Westfalen“, wo die Freibäder schon ab 20. Mai wieder aufsperren und zehn Tage später alle anderen Bäder und Saunen und sagt, „wir lernen aus den Erfahrungen der anderen Länder und Bundesländer“.

Übertragung im Chlorwasser sehr unwahrscheinlich

Noch völlig unklar sei, wie eine Öffnung nach dem Lockdown von der der Staatsregierung ausgestaltet werde. „Ich könnte mir vorstellen, dass man ohne Umkleiden und Duschen wieder aufmachen kann. Besucherzahlenbeschränkung und Abstand auf der Wiese ist kein Problem. Es werden sich keine Schlangen am Eingang bilden und auch keine Schulklassen durch das Drehkreuz quetschen, sondern man schafft einen anderen Zugang“, so Regler. Ob man mehr Personal für die Aufsicht über die Abstandsregeln in den Becken brauchen wird, wisse er nicht. In einem Schwimmbad seien die Hygienemöglichkeiten, beispielsweise zum Händewaschen, viel besser als auf einem Spielplatz.

Über den neuartigen Corona-Virus sei noch wenig bekannt. Aber die Bäderwirtschaft gehe davon aus, dass das Ansteckungsrisiko in Bädern vergleichsweise gering sei und dass die Übertragung des Virus über das Chlorwasser nicht möglich ist, „selbst wenn jemand in das gechlorte Wasser rein hustet“.

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Im Moment laufen alle Arbeiten auf Hochtouren. Das Außenbecken etwa wurde sandgestrahlt, 500 Meter Dehnungsfugen zwischen den Betonelementen erneuert und eine ökologische Farbe für den Beckenanstrich verwendet. Die Beckenstruktur ist auch nach 40 Jahren in einem guten Zustand, Fliesen und Technik aber weniger. Die wurden ausgetauscht oder repariert.

20.000 Euro für Ampel in der Rutsche

Im Innenbereich wurden die Filter für das Gaudibecken und das Hallenbecken nach 15 Jahren für 60.000 Euro aufwendig saniert. Hier musste eine neue Schutzbeschichtung aufgebracht werden. Damit das Wasser gefiltert werden kann, kommen noch Filterkerzen, Sand und Aktivkohle hinein. Zudem wurden diverse Ausbesserungsarbeiten auf den Flächen zwischen den Becken gemacht, neue Rauchmelder installiert und Kommunikationskabel eingezogen, eine neue Ampelanlage mit Sensoren für die Innenrutsche (20.000 Euro) eingebaut und die Elefantenrutsche für das Freibad runderneuert. „Trotz Reiseverbot war unser Elefant auf einer Beautyfarm“, so Regler schmunzelnd.

Die Summe, die für die Revision und die Brandschutzmaßnahmen ausgegeben wird, beträgt rund 500.000 Euro. „Wir sind im Rahmen des Wirtschaftsplanes“, erklärte Regler. Heuer werden außerdem noch 100.000 Euro in die Kanalsanierung gesteckt, die dann bei laufendem Betrieb erfolgen soll.

Im generalsaniertenLokal, das durch den Eingang im Innenhof neben den Kassen betretenwird und das diePächter Oguz und Saban Korkmaz von „Classic K“ betreiben, wurden die Fenster ausgetauscht und eine hochwertige Schiebetür eingebaut, damit der Chlorgeruch und die Wärme über den Gastro-Bereich im Badria nicht in den eleganten Speiseraum dringen kann. Rund 500.000 Euro hat man in die gastronomischen Anlagen im Badria, die alle von Korkmaz betrieben werden, investiert – über die Hälfte stemmt der Pächter. Ein ausführlicher Bericht über die Gastronomie folgt.

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