Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Aus dem Gerichtssaal

Wasserburger Autohaus betrogen: Verkäufer muss sich vor Gericht verantworten

Das Amtsgericht Rosenheim verurteilte einen Autoverkäufer zu einer Haftstrafe auf Bewährung. Er hatte Gebrauchtwagen verkauft und den Erlös für sich behalten sowie Dokumente gefälscht.
+
Das Amtsgericht Rosenheim verurteilte einen Autoverkäufer zu einer Haftstrafe auf Bewährung. Er hatte Gebrauchtwagen verkauft und den Erlös für sich behalten sowie Dokumente gefälscht.
  • VonTheo Auer
    schließen

Finanzielle Probleme nach einer Scheidung haben wohl einen Angeklagten bewogen, das Vertrauensverhältnis zu seinem Arbeitgeber - einem Wasserburger Autohändler - zu missbrauchen. Wegen Fälschung von Dokumenten und kriminellem Verkaufsgebaren stand der 41-Jährige jetzt vor dem Amtsgericht Rosenheim.

Wasserburg – Im November 2020 stellten Mitarbeiter des Autohauses fest, dass ein Skoda in der Ausstellung für Gebrauchtwagen fehlte. Eine genauere Kontrolle wurde veranlasst – mit dem Ergebnis, dass auch ein Einser-BMW abgängig war.

Das könnte Sie auch interessieren: Polizist beleidigt: Als Strafe schreibt 20-Jähriger aus dem Wasserburger Land einen Aufsatz

Die Firma meldete den Diebstahl – und kurz darauf stellte sich heraus, dass ein Autohändler in Waldkraiburg genau diese vermissten Wagen im Internet zum Verkauf anbot. Offenkundig hatte der Angeklagte die Fahrzeuge – weit unter dem Listenpreis – verkauft, allerdings ohne den Verkauf bei seinem Arbeitgeber zu melden und das Geld abzuliefern, stellte sich vor Gericht heraus.

Papiere und Ausweise gefälscht

Daraufhin erfolgte eine polizeiliche Durchsuchung beim Angeklagten – daheim und am Arbeitsplatz. Dabei wurde festgestellt, dass der gebürtige Berliner am firmeneigenen Computer diverse Fälschungen von Papieren, Ausweisen und Einkommensbestätigungen fabriziert hatte.

Damit wollte er sich trotz eigener schlechter Schufa-Bewertung einen Bankkrediterschleichen, hieß es vor Gericht. Mit dem Kredit konnte der Angeklagte seiner Lebensgefährtin einen Mittelklassewagen zahlen.

Vorwurf Unterschlagung und Urkundenfälschung

Unterschlagung und Urkundenfälschung machte ihm deshalb die Staatsanwältin beim Amtsgericht Rosenheim zum Vorwurf. Der Verkäufer hatte sich auch bei einem Versandhaus und der Deutschen Post mit gefälschten Unterlagen schuldig gemacht. Hierzu wurde angesichts der schwerwiegenderen Vorwürfe nach der Strafprozessordnung jedoch die Verfolgung eingestellt.

Zwar hatte der Mann bislang keinerlei Vorstrafen im Bundeszentralregister verzeichnet, auch sein Geständnis rechnete ihm die Staatsanwältin zu seinen Gunsten an. Jedoch wurde das planvolle Vorgehen beim Produzieren der Fälschungen und Täuschungsaktionen bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Rosenheim erschwerend vermerkt.

Lesen Sie auch: Schluss mit lustig nach Wasserburger Faschingsumzug

Auch der Missbrauch des Vertrauens, das ihm sein damaliger Arbeitgeber entgegengebracht hatte, wurde zu seinem Nachteil ausgelegt.. Außerdem hatte er bisher noch keinerlei Anstalten gemacht, den Schaden wieder gut zu machen, wurde in der Gerichtsverhandlung bekannt.

Deshalb könne hier eine Geldstrafe nicht ausreichend sein. Die Staatsanwältin beantragte zwölf Monate Haft, die aber, weil der Angeklagte bislang noch nicht vor geahndet war, zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Angeklagter sah Fehlverhalten ein

Dass er selber sein Fehlverhalten einsah und bedauerte, schien der Vorsitzenden Richterin Julia Haager glaubhaft. So verurteilte sie ihn zu neun Monaten Gefängnis, die sie zur Bewährung aussetzte – obwohl sie vor Gericht eine bedauerlich hohe kriminelle Energie feststellte. Zur Bewährungsauflage machte sie eine Wiedergutmachung des Schadens, der in monatlichen Raten abzuzahlen sei. Der Angeklagte und die Staatsanwältin akzeptierten das Urteil, sodass es sofort rechtskräftig wurde.

Kommentare