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Redaktionsteam im Selbstversuch

Mit Wolldecke und Wattestäbchen: Wasserburger Außengastro eröffnet wieder

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  • Andrea Klemm
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    Sophia Huber
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    Winfried Weithofer

Geimpft, Getestet, Genesen: Mit diesen 3 G können die Wasserburger seit heute wieder die Außengastronomie genießen. Das Wasserburger Redaktionsteam machte den Selbstversuch und stellt fest: Es ist ein logistischer Aufwand, der sich aber lohnt.

Wasserburg – 3G ist derzeit in Österreich die Formel für den Gast zum Gastro-Glück: Geimpft, getestet, genesen, so heißen im Nachbarland die Eintrittskarten auf die Terrassen der Restaurants und Cafés. Seit gestern darf auch hierzulande die Außengastronomie wieder Gäste bewirten. Für die ausgehungerte Gästeschar das Highlight seit über einem halben Jahr Lockdown.

Warmherziger Empfang

Ausgerüstet mit Impfpass, Schnelltest und warmen Mänteln macht sich das Redaktionsteam der Wasserburger Zeitung auf den Weg zur ersten richtigen Mittagspause seit vergangenem November. Der Empfang im Stechlkeller ist warmherzig, auch wenn das „Einchecken“ nun etwas anders abläuft als in präpandemischen Zeiten.

„Ich bin auf Wolke Sieben“, sagt OVB-Volontärin Sophia Huber (rechts), die seit August in keiner Wirtschaft mehr saß und mittels Selbsttest einen Platz auf der Terrasse des Stechlkellers bekommen hat. Wie auch Nicola Zajac (links) von der Geschäftsstelle der Wasserburger Zeitung, die sich freut, als würde es mit den Kollegen zum Rosenheimer Herbstfest gehen. Redakteurin Andi Klemm (hinten links mit Impfpass) und Reporter Winfried Weithofer (mit Test von den Johannitern) genießen das erste Mal Essen gehen nach fast sieben Monaten Gastro-Lockdown.

Vor Corona war das größte Problem, ohne Reservierung mittags einen Tisch zu ergattern. Seit Corona braucht es einen logistischen Vorlauf. Wer hat einen Impfpass? Der zählt quasi nur mit seinem Hintern, weil er einen Platz belegt – wie Reporterin Andi Klemm, die wegen einer Vorerkrankung bereits zweifach AstraZeneca intus hat.

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Winfried Weithofer ging vorab ins Testzentrum der Johanniter.

Wer will ins Testzentrum? Der muss ein bisserl Vorlauf einplanen, so wie der Kollege Winfried Weithofer, der sich am Vormittag bei den Johannitern das Zertifikat holt, dass er Covid-frei ist. Und wer hat keine Scheu, sich das Wattestäbchen beim Selbsttest vor den Augen der Servicekraft am Rande der Terrasse in sein Näslein zu schieben? Volontärin Sophia Huber und Nicola Zajac vom Kundenschalter nehmen dies gern in Kauf – als Belohnung wird man nämlich endlich wieder bedient und gehätschelt.

„Bin auf Wolke Sieben“

Genesene sind bei der Mittagspause nicht dabei, deshalb musste sich auch niemand eine „Biergartenerlaubnis“ vom Hausarzt holen und die überstandene Covid-19-Erkrankung bestätigen lassen. Bevor es an den Tisch geht, wird noch eine Trennwand aufgestellt, denn trotz aller der G-Regeln: Es sind nur zwei Haushalte an einem Tisch erlaubt.

„Ich genieße das total“, sagt Reporterkollege Weithofer. Ende des Jahres 2020 habe auch ihn ein Tief gepackt, ob das mit den Einschränkungen jemals wieder ende. „Jetzt hier zu sitzen und zu essen, ist wunderbar.“

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Vorm Betreten der Gastfläche muss Sophia Huber einen Selbsttest machen.

Volontärin Sophia Huber sagt: „Ich bin auf Wolke Sieben und freu mich so sehr auf das Essen.“ Das erste gemeinsame mit den Kollegen, seit sie vergangenen Herbst zum Team stieß. Nicola Zajac hat nur eine halbe Stunde Mittag und ist so euphorisch, als würde es zum Betriebsausflug aufs Herbstfest gehen. Die Suppen und die Ofenkartoffeln mit Pute schmecken wie ein Gala-Diner.

Nicola Zajac tropft die extrahierte Probe auf den Test.

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Wasserburger Wirte teilweise nicht überzeugt von der neuen Öffnungsstrategie

Markus Hofer

Markus Hofer, Bohnenröster Wasserburg: „Normalerweise dürften wir seit Donnerstag, 20. Mai, aufmachen, aber wir werden es nicht tun, solange die Kunden die Pflicht haben, ihren Corona-Test vorzulegen oder den Nachweis, dass sie geimpft oder genesen sind. Das ist ja ein personeller Aufwand, die Kunden müssen auch noch einen Termin buchen. Kaffee und Essen gibt es weiter nur zum Mitnehmen. Wenn die Inzidenz-Zahlen aber weiter runtergehen, wenn sich die Lage positiv weiter entwickelt, werden wir wieder für die Bestuhlung sorgen. Wir sind vorbereitet, auch kurzfristig zu reagieren.“

Massimo D’Altoè, Eiscafé Gondola:

Massimo D‘Altoè

Claro freue ich mich, das ist unser Leben. Aber man braucht einen Test oder muss zweimal geimpft sein – ein Chaos. Ich lasse mir die Testbescheinigungen vorlegen, lasse mir Namen und Telefonnummer geben. Wie ich mich auf die Wiedereröffnung vorbereitet habe? Auf jedem Tisch steht ein Desinfektionsspray. Das hat mich 53 Euro gekostet.

In seinem Element: Stechlkeller-Wirt Peter Fichter bei den Gästen.

Peter Fichter, Stechl Keller: „Bis es wieder normal läuft, wird es ganz lang dauern. Seit über einem halben Jahr habe ich darauf gewartet, wieder öffnen zu dürfen. Aber jetzt muss ich mich erst einmal mit den Auflagen beschäftigen, das sind sechs DIN-A-4-Seiten. Das ist der größte Schwachsinn. Alle, die umsetzbar sind, haben wir erfüllt, dazu habe ich 200 Test-Kits vorrätig. Aber es macht Spaß, wieder zu arbeiten. Meine Schaufensterpuppen, die als stummer Protest auf der Terrasse bisher auf den Stühlen saßen, bleiben aber in Bereitschaft. Allein das Gefühl, dass die Wirtschaften wieder offen haben dürfen,fühlt sich toll an“

Christine Deliano, Backstube und Konditorei:

Christine Deliano

„Wir öffnen ab Dienstag den Außenbereich. Erstens ist die Wetterlage noch so unsicher, zweitens müssen ja die Mitarbeiter wieder zurückgeholt und geschult werden. Wir freuen uns alle sehr. Die Auflagen? Das schaffen wir, da sind wir Profis. Investiert haben wir in neue Sonnenschirme mit Regenrinnen, damit die Gäste auch bei schlechtem Wetter draußen sitzen können, sie dürfen bei Regen ja nicht rein. Das hat uns einen fünfstelligen Betrag gekostet. Dazu kommen die ganzen Investitionen für die Hygienemaßnahmen.“

Barbara Hinterberger, Die Schranne :

Barbara Hinterberger

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„Wir dürften zwar wieder öffnen, tun es aber jetzt nicht, weil es, so spontan wie es gekommen ist, schwer umsetzbar ist. Das geht nicht so Knall auf Fall. Manche meiner Mitarbeiter haben sich auch anderswohin orientiert, es hat ihnen zu lange gedauert. Wir sind von Wochen ausgegangen und nicht von Monaten. Vielleicht machen wir erst in zwei Wochen wieder auf, wenn auch das Wetter besser geworden ist. Coronabedingte Investitionen habe ich nicht geleistet. Beim letzten Lockdown hat sich ja gezeigt, dass es rausgeschmissenes Geld ist.“

Rubriklistenbild: © Bauer-Würdinger

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