Wasserburg soll fahrradfreundlicher werden - An diesen Stellen gibt es Probleme

Radeln – ob in der Freizeit oder im Alltag – soll in Wasserburg sicherer werden.
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Radeln – ob in der Freizeit oder im Alltag – soll in Wasserburg sicherer werden.

Buckel, Risse, gefährliche Kanten, Engstellen, fehlende oder verwirrende Beschilderung: Es gibt Schwachstellen im Radwegenetz in Wasserburg. Ist es notwendig, dass sich ein Fachmann der Problematik annimmt? Die Grünen finden: ja, die Bauausschussmehrheit sagt: nein. Trotzdem wird Wasserburg radelfreundlicher werden.

Von Heike Duczek

Wasserburg – Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte den Antrag gestellt, von einem Planungsbüro ein Fahrradstraßen- und Radwegenetz erstellen zu lassen. Nur ein externer Fachmann oder eine externe Fachfrau mit dem Blick von außen könne die Lage in den Griff bekommen, zeigte sich Fraktionsvorsitzender Christian Stadler im Bauausschuss überzeugt. „Ich laufe seit zwölf Jahren gegen die Wand, wenn ich Verbesserungen vorschlage, und werde ignoriert“, machte Stadler seiner Verärgerung Luft. Diese Kritik wies Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) zurück. Er räumte zwar ein, dass es Verbesserungsbedarf gebe, doch die Stadt sei dran – im Zusammenhang mit dem landkreisweiten Radwegenetz, an dem derzeit gearbeitet werde.

Hier hat sich die Stadt nach Angaben von Kölbl intensiv eingebracht. Er und der zuständige Verwaltungsexperte Andreas Hiebl haben Vorschläge für die Vervollständigung der Strecken und Lückenschließungen im Bereich Wasserburg in die Untersuchungen des vom Landkreis beauftragten Büros eingebracht. Auf der Grundlage dieser Beurteilung wird die Infrastruktur fachlich beurteilt, danach geht es an Verbesserungsmaßnahmen und an eine einheitliche Beschilderung.

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Dabei wird in Zukunft, so Kölbl, nicht mehr unterschieden, ob Radler aus touristischen Zwecken und in der Freizeit unterwegs sind oder das Fahrrad auch im Alltag als Fortbewegungsmittel nutzen. Das tun immer mehr Menschen, weshalb es nicht nur um gut ausgebaute und gut ausgeschilderte Radwege, sondern auch um Straßen geht, die sich für das sichere und auch schnelle Radeln eignen, so Stadler.

Die Stadt kann die Problemstellen schon klar benennen: Es sind vor allem die enge Innbrücke und die anschließende Salzburger Straße (ohne Radwege). Hier ist allerdings das Staatliche Bauamt zuständig, das jedoch aufgeschlossen für Verbesserungen sei, so Kölbl. Weiterer Knackpunkt: Reitmehring. Hier hängen viele Maßnahmen vom Großprojekt der Auflösung des Bahnübergangs im Zuge der B 304 ab. Doch es gibt weitere Schwachstellen – etwa in Gabersee am Kreisverkehr.

Bürger können Problembereiche melden

Stadler sieht es als notwendig an, dass angesichts des landkreisweiten Konzeptes auch im Stadtgebiet selber nachjustiert wird:. „Eine Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied.“ Aufbauend auf der Landkreisplanung muss in der Tat auch vor Ort was geschehen, sicherte die Stadt eine bessere Feinerschließung innerörtlich zu. Sie soll jetzt ohne Fachplaner, dafür in Zusammenarbeit mit dem neuen Ortsverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Gang gesetzt werden. Das Landkreiskonzept sei ein Motivationsschub, auch vor Ort Gas zu geben, versicherte der Bürgermeister. Herrmann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) forderte ebenso wie Stadler, die Bürger mit ins Boot zu holen. Sie sollen Schwachstellen nennen. Auf dem Internetportal der Stadt wird ein entsprechender Aufruf mit Kontaktformular veröffentlicht, sicherte Hiebl zu.

Für diese Vorgehensweise sprach sich das Gremium nach Ablehnung des grünen Antrags einstimmig aus.

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