Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wohnpark kommt mit Einschränkungen

Wasserburg sagt „Ja, aber...“ zu 77 Wohnungen in Tegernau

Der Wohnpark Tegernau darf gebaut werden, dazu hat sich der Bauauschuss durchgerungen.
+
Der Wohnpark Tegernau darf gebaut werden, dazu hat sich der Bauauschuss durchgerungen.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
    schließen

Zwei Häuser mit 77 Wohnungen sollen im Wohnpark Tegernau entstehen. Der Wasserburger Bauauschuss hat sich nach einem ursprünglichen „So nicht“ nun zu einem „Ja“ durgerungen, denn Mängel weißt der Plan immer noch auf.

Wasserburg – Ursprünglich war in der Tegernau ein Seniorenheim geplant, dieses ist nun endgültig vom Tisch. Jetzt werden dort wohl zwei Häuser mit 77 Wohnungen, sowie einer Lager- und Ladennutzung entstehen. Die Zustimmung des Bauausschusses hat der Bauherr des „Wohnpark Tegernau“ nun – wenn auch mit Einschränkungen. Denn trotz der Verbesserungen, die der Bauherr seit der Vorlage des Plans im Dezember – damals wurde er abgelehnt – vorgenommen hat, hatte der Ausschuss noch einiges zu bemängeln.

Stellplätze werfen Fragen auf Baugrenzen werden überschritten

So tadelte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann die erneuten Überschreitungen der Baugrenzen durch Vorbauten und Quergibel. Insbesondere, da nicht für alle Überschreitungen Genehmigungen beantragt worden seien.

Zudem, so Herrmann, stimmten die vorgelegten Pläne zum Teil nicht überein und müssten dringend überarbeitet werden.

Stellplatzsituation wirft Fragen auf

Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) bemängelte die Stellplatzsituation. Denn laut Satzung benötigt eine Lagerfläche weniger Plätze, als ein Laden. Im Plan wären „auffällig viele Lagerflächen“ eingezeichnet und die Stellplätze genau darauf zugeschnitten. „Wenn sich aber daran was ändern, dann sind es zu wenig Plätze“, befürchtet Kölbl.

Spielplatz ist zu klein

Immerhin, das Problem der Fahrradstellplätze hatte der Bauherr inzwischen gelöst. Wie Kölbl (SPD) in Erinnerung rief, waren diese zuvor ausschließlich in der Tiefgarage angesiedelt und wären nicht nutzbar gewesen, sobald Autos dort geparkt hätten.

Nun wurden die Fahrradstellplätze in den Plänen zum Teil nach oben verlegt. Doch dadurch entstand ein neues Problem: der Kinderspielplatz wurde fast halbiert. Statt der eigentlich vorgeschriebenen 230 Quadratmeter, hat der geplante Spielplatz aktuell nur 120 Quadratmeter.

Bebauungsplan wird nicht geändert

Doch trotz der Mängel plädierten Bürgermeister Kölbl und Bauamtsleiterin Hermann dafür, dem Plan zuzustimmen – mit Einschränkungen. „Wir wollen auf keinen Fall den Bebauungsplan ändern“, stellte Kölbl fest, dieser sei lange und intensiv debattiert worden, manchen Überschreitungen müssten deshalb im Beschluss abgelehnt werden. Eine Lösung müsse der Bauherr dann selbst regeln. „Wir legen ihm keinen vorgefertigten Plan vor“, erklärte Herrmann, „das ist nicht unsere Aufgabe und dafür haben wir auch gar nicht die Zeit.“

Ablöse für fehlende Spielplatzfläche

Auch die Stellplatzsituation müsse der Bauherr notfalls überdenken. Der aktuelle Plan sehe genügend vor, sodass hier eine Zustimmung grundsätzlich gewährt werden könnte. Zudem liege die endgültige Entscheidung ja ohnehin beim Landratsamt.

Beim Spielplatz verwies Herrmann darauf, dass es sowieso schwierig sei, hier die vorgegebene Größe einzuhalten. Kölbl schlug deshalb vor, darüber hinwegzusehen und stattdessen eine Ablöse zu verlangen, die in den öffentlichen Spielplatz investiert werden sollte.

Stadler: „Wir stimmen zu und lehnen gleichzeitig ab“

Christian Stadler (Grüne) begrüßte den Ansatz der Ablöse. „Solange wir das Geld für Kinder und Jugendliche ausgeben, ist das schon in Ordnung“, meinte er, zumal es genügend Spielmöglichkeiten in der Gegend gebe. Er schlug vor, auch den neuen Skaterpark zu berücksichtigen. Er kritisierte aber den generellen Beschlussvorschlag. „Wir stimmen hier zu und lehnen gleichzeitig ab“, meinte Stadler und befürchtete, dass dies gegen die Stadt verwendet werden könnte.

Wunsch nach mehr Ladenflächen

Auch Friederike Kayser-Büker (SPD) war nicht zufrieden mit dem vorgelegten Bauplan. Zum einen stellte sie infrage, ob es in der Gegend wirklich genügend Spielmöglichkeiten für Kleinkinder gebe und ein größerer Spielplatz nicht doch nötig sei. Zum anderen ärgerten sie trotz der prekären Stellplatzsituation, die vielen Lagerflächen im Haus. Sie wünsche sich im Zuge des Quartiermanagements einen stärkeren Fokus auf die Läden. „Wir brauchen dort mehr Gewerbe“, stellte sie fest.

Schließlich rang sich der Bauausschuss zu einer Zustimmung mit Einschränkungen durch – mit einer Gegenstimme von Christian Stadler.

Mehr zum Thema

Kommentare