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Leichter gesagt als getan:

Wasserburg ringt um die Verkehrsberuhigung

Dieser Planentwurf zur Verkehrsberuhigung im Bereich Realschule und Altstadtkindergarten wird jetzt weiterverfolgt und überarbeitet.
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Dieser Planentwurf zur Verkehrsberuhigung im Bereich Realschule und Altstadtkindergarten wird jetzt weiterverfolgt und überarbeitet.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Im Wasserburger Bauausschuss ist ein Streit um die Verkehrsberuhigung vor der Realschule und dem Altstadtkindergarten entbrannt. Einige Mitglieder reagierten verschnupft auf einen der drei Lösungsvorschläge.

Wasserburg –Der Bauausschuss hatte im April beschlossen, in der Oberen Innstraße und Landwehrstraße einen verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen. Umbaumaßnahmen sollen jedoch auf das mindest notwendige Maß beschränkt werden, stand ebenfalls im Beschluss. Die Verwaltung wurde beauftragt, Planungen erstellen zu lassen. Zu ähnlichen Ergebnissen war auch die Verkehrsklausur des Stadtrates gekommen.

Nur morgens die Hölle los?

Eine Verkehrszählung hatte laut Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann ergeben, dass pro Stunde morgens 85 Pkw in diesem Bereich unterwegs sind. Selbst zu Stoßzeiten sei nicht die Hölle los, habe auch die Polizeiinspektion Wasserburg bestätigt. Durch parkende Autos und Schülerströme werde die Straße vor Anton-Heiligbrunner-Realschule und Altstadtkindergarten so verengt, dass es nicht möglich sei, schnell zu fahren. Mittags entzerren sich außerdem die Schülerströme, denn es gibt unterschiedliche Zeiten für den Unterrichtschluss. Nur zwischen 7 und 8 Uhr ist wirklich viel los, zeigte sich Herrmann überzeugt.

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Diese Meinung teilte auch Christian Peiker (Linke Liste). Er unterstrich ebenfalls, gefährlich sei es für die Schüler und Eltern nicht in diesem Bereich. Autos seien maximal in Schrittgeschwindigkeit unterwegs. „Hier fährt keiner schnell, es geht gar nicht“, zeigte sich Peiker überzeugt.

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Herrmann legte dem Ausschuss deshalb auch eine Variante vor, die keine verkehrsberuhigte Zone vorsah. Bei diesem Konzept wird nur der Gehweg verbreitert. Parkplätze auf der Straße könnten auf eine nicht genutzte schmale Grünfläche am Kindergarten verschoben werden, um noch mehr Platz für die Schüler zu schaffen. Kostenpunkt: nur 60.000 Euro.

Konzept Nummer zwei sieht eine verkehrsberuhigte Zone mit optisch deutlich sichtbarer neuer Pflasterung vor. Investitionen von 195.000 Euro seien dafür notwendig. Vorschlag drei verlängert die Zone bis zum Heisererplatz – für 332.000 Euro. Zur Entscheidung standen also eine Mini-, Midi- oder Maxilösung.

Mini-Lösung eine Null-Lösung

Mini geht gar nicht, schimpfte Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Für ihn ist Konzept eins keine Mini-, sondern eine Null-Lösung. Schließlich gebe es einen klaren Beschluss, eine verkehrsberuhigte Zone zu erstellen. Das könne Variante eins nicht liefern. Im Gegenteil: Friederike Kayser-Büker, Fraktionsvorsitzende von SPD und Linker Liste, sah diesem Vorschlag mehr Platz für Pkw geschaffen. Das widerspreche dem Ziel, einen Raum zu bilden, in dem Autos nicht das Sagen hätten. Stadler sah die Aufgabenstellung sogar generell nicht erfüllt: Lösungsvorschlag eins sei ein falscher Ansatz, die Konzepte zwei und drei zu aufwendig und teuer. Es sei doch aufgegeben worden, mit minimalen Mitteln eine verkehrsberuhigte Zone zu erreichen.

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Das ist jedoch einfacher gesagt als getan, denn die Rechtslage ist eindeutig: Es reicht nicht aus, Schilder aufzustellen, einen Drei-Zeiler aus Pflaster oder ein paar Querrillen einzubauen, betonten Herrmann, ihr Kollege Helmut Schmid und Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). Es müssten umfangreichere bauliche Maßnahmen erfolgen, die klar und deutlich optisch auf der Straßenoberfläche signalisieren würden: Hier ist eine verkehrsberuhigte Zone, in der alle Verkehrsteilnehmer – Autofahrer, Radler und Fußgänger – gleichberechtigt sind. Einen Gehweg gibt es in einer solchen Zone gar nicht. Es muss also umfangreich neu gepflastert werden.

Ziel: Es muss doch auch einfacher gehen

Zu hoch fand auch Christoph Klobeck (CSU) die Investition für eine Midi-Lösung. Deshalb soll jetzt Variante zwei noch einmal überarbeitet werden. Es müsse doch auch günstiger und einfacher gehen – und trotzdem eine verkehrsberuhigte Zone erreicht werden, zeigte sich der Ausschuss einstimmig überzeugt. Der Vorschlag mit alleiniger Gehwegverbreiterung ist nun vom Tisch.

Info für die Anlieger: Bei allen Konzepten entfallen laut Herrmann keine Stellflächen. Diese Befürchtung, geäußert in Anwohnerschreiben, ist vom Tisch.

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