Nachruf

Wasserburg – Pfarrer Holger Möller begleitete Irmgard Charlotte Fuchs auf ihrem letzten Erdenweg zum Grab im Friedhof am Herder.

Irmgard Fuchs wuchs mit drei Brüdern und einer Schwester auf. Die Mutter war sehr krank, deshalb lebte sie mit den Brüdern auch zeitweise bei den Großeltern mütterlicherseits im Erzgebirge. Dort besuchte sie auch die Schule. Nach der Schulzeit machte sie eine Ausbildung zur Verkäuferin, anschließend leistete sie ein Jahr Arbeitsdienst ab. Danach war sie als dentistische Helferin tätig, legte ein Jahr später die Prüfung zur Sprechstundenhelferin ab. Im August 1943 feierte sie während seines Heimaturlaubs mit ihrem Mann Kurt Hochzeit, ein Jahr später kam Sohn Günter in Plauen zur Welt. Wegen der Bombardierung holte die Schwiegermutter Mutter und Kind zu sich nach Straßberg. Zum Glück, denn ihr bisheriger Wohnsitz wurde völlig zerstört.

Dann zog sie mit den Eltern und Geschwistern nach Untersteinach in Oberfranken, der Heimat des Vaters. Hier fand ihr Ehemann nach kurzer Gefangenschaft zur Familie und Tochter Ursula kam zur Welt, später Tochter Dagmar dazu.

Nun arbeitete Irmgard Fuchs als Näherin im Betrieb des Schwagers. Zudem kümmerte sie sich um die Mutter. Kurt Fuchs fand in München Arbeit in seinem erlernten Beruf als Maschinenschlosser, nach zwei Jahren zog die Familie nach. Irmgard trug mit Heimarbeit zum Familieneinkommen bei, bis sie durch einen Fahrradunfall einen längeren Krankenhausaufenthalt hinnehmen musste. Wieder gesund fand sie 1963 Arbeit in einer Firma für Arzneimittel, wo sie bis zum Renteneintritt 1979 blieb. Irmgard ging offen auf die Menschen zu und knüpfte daher schnell Kontakte. Sie nahm am Leben teil und war gerne gesehen. In ihren Urlauben war sie oft auf Wanderschaft, auch in Österreich und in der Schweiz. Zur Silberhochzeit unternahm sie mit ihrem Mann ihre einzige Flugreise, die sie nach Rumänien führte. 1982 reiste sie mit Dagmar und Familie nach Norwegen. Sie dichtete und sang, ging noch weit über den 80. Geburtstag hin wöchentlich zum Seniorentanz. Ihre große Leidenschaft war aber von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen.

2007 zog Irmgard Fuchs mit ihrem an Demenz erkrankten Ehemann nach Wasserburg, in die Nähe des Pflegeheims in der Burgau. Sie wollte ihrem erkrankten Mann nahe sein, der 2008 starb. Danach fand sie eine Wohnung in der Altstadt, im betreuten Wohnen. Sie fühlte sich sehr wohl, musste sich aber vor sechs Jahren in die Obhut des Pflegeheims Sonnengarten in Edling begeben.

Nach mehreren Krankenhausaufenthalten entschlief sie nun im 98. Lebensjahr nach einem ereignisreichen Leben. mep

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