Paketflut vor Weihnachten so groß wie nie

Wasserburger Versand-Profi: „Sendungsmenge kaum zu bewältigen - aber wir schaffen das!“

Maria Stöckl vom Unternehmen „Gartner der Versandprofi“ bearbeitet zwar mehr Pakete als sonst, doch hinter der Maske lächelt sie.
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Maria Stöckl vom Unternehmen „Gartner der Versandprofi“ bearbeitet zwar mehr Pakete als sonst, doch hinter der Maske lächelt sie.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Pandemiezeit ist Päckchenzeit. Die Sendungsmenge ist in der Corona und Adventszeit kaum noch zu bewältigen. Wie sich die Versandunternehmen darauf vorbereiten und wann Sie Ihre Pakete abschicken müssen, damit sie pünktlich ankommen, erfahren Sie hier.

Wasserburg– Pandemiezeit ist Päckchenzeit, das haben die vergangen Monate deutliche gezeigt. Aufgrund des Lockdowns und des Infektionsrisikos sind viele auf den Onlinehandel umgestiegen und haben sich ihre Einkäufe nach Hause schicken lassen. Jetzt im Dezember kommt auch noch die Vorweihnachtszeit hinzu, die eigentliche Hauptsaison für Pakete. Die Sendungsmenge ist kaum noch zu bewältigen.

Menge um 40 Prozent gestiegen

Ein Gespräch mit Stefan Gartner, dem Inhaber des Wasserburger und Haager Unternehmens „Gartner der Versandprofi“ zu bekommen, gestaltet sich derzeit schwierig. „Gerade habe ich überhaupt keine Zeit“, sagt er gehetzt am Telefon, „wir arbeiten achtzehn Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.“

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Es gibt zwei Gründe für seinen Stress: Einerseits ist die Sendungsmenge im ganzen Jahr um 40 Prozent gestiegen, so Gartner. Andererseits kommt der Druck des Weihnachtsgeschäfts noch hinzu. „In den Wochen vor Weihnachten haben wir immer 60 bis 70 Prozent mehr Pakete.“ Derzeit verarbeitet allein die Wasserburger Filiale etwa 1500 Pakete pro Tag. Neben Weihnachtsgeschenken seien dies vor allem Retourpakete. „Dadurch, dass die Leute mehr bestellen, schicken sie auch mehr zurück.“ Deshalb komme eine Sendungsmenge zustande, die kaum zu bewältigen sei.

DHL hat bereits Rekord des vergangen Jahres geknackt

Auch der bundesdeutsche Paketservice DHL spricht von erhöhten Paketmengen im gesamten Corona-Jahr 2020. Bereits fünf Wochen vor Jahresende habe man mehr 1,5 Millionen Pakete versendet, so heißt es in einer Pressemitteilung der DHL. Damit hat sie den Rekord, der erst im vorherigen Jahr aufgestellt wurde, noch vor der Weihnachtszeit geknackt. Insgesamt spricht die DHL von 15 Prozent mehr Paketsendungen im Corona-Jahr.

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Auch für die Weihnachtszeit erwartet die DHL neue Rekorde, das teilt Pressesprecher Dieter Nawrath auf Anfrage mit. Elf Millionen Sendungen werden täglich erwartet. Zum Vergleich: Die tägliche Menge im Jahresdurchschnitt beträgt 5,2 Millionen. Doch die DHL sieht sich gut vorbereitet, bereits im Frühsommer wurden mehrere tausend Mitarbeiter eingestellt. Für die Vorweihnachtszeit seien noch einmal tausende Aushilfskräfte angeheuert worden. Dennoch gilt die Devise, sollen die Päckchen bis Weihnachten bei den Liebsten unterm Baum liegen, müssen sie heuer besonders früh verschickt werden.

Gartner ist zuversichtlich

Auch Gartner ist zuversichtlich. „Wir schaffen das schon. Wir haben es immer geschafft. Ich habe tolle Mitarbeiter, die hart arbeiten. Und“, so setzt er hinzu, „in diesen Zeiten bin ich sehr froh, dass es uns so gut geht.“ Das habe er nicht nur der Pandemie und Weihnachten, sondern auch Amazon zu verdanken. „So oft auch über solche Internetriesen geschimpft wird, mein Unternehmen profitiert davon.“

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Tipps, damit Sendungen pünktlich zu Weihnachten ankommen:

1. Pakete frühzeitig versenden, spätestens bis

•19. Dezember um 12 Uhr innerhalb Deutschlands

•14. Dezember in europäische Nachbarländer,

2. Briefe und Postkarten verschicken bis spätestens

•22. Dezember innerhalb Deutschlands

•16. Dezember in europäische Länder

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