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Ei, was ist da in Gars und Wasserburg los?

Bodyguards für Legehennen und Hühner, die für ihre Brüder mitverdienen

Auch Stefanie Sengeleitner kümmert sich um die Hühner.
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Auch Stefanie Sengeleitner kümmert sich um die Hühner.
  • VonBirgit Schlinger
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  • Petra Maier
    Petra Maier
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Regional, nachhaltig, gesund – so sollen am besten die Ostereier sein, die sich Verbraucher wünschen. Stiftung Attl setzt dafür auf fleißige Sandys – Biohof Eisgruber in Gars auf „Security“.

Wasserburg – Regional, nachhaltig, gesund – so sollen am besten die Ostereier sein, die sich Verbraucher wünschen. Für die Bio-Eier vom Attler Naturlandhof trifft dies zu und ebenso für die 223 Hennen, die auf dem Biohof Eisgruber ihren Freiluftstall schätzen und von „Security-Schafen“ bewacht werden.

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Während die rund 700 Hennen der Rasse Sandy in Attl fleißig Eier legen, wachsen die Bruderhähne in einem Betrieb nahe Krems in Österreich auf. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dieser Rasse gemacht, seit wir vor vier Jahren auf die Bruderhahn-Nutzung umgestiegen sind“, sagt Peter Steinmüller, Leiter des Attler Naturlandhofs. „Es entspricht unserer wertschätzenden Haltung dem Leben gegenüber, dass die männlichen Küken nicht unnötig getötet werden, sondern in einem Mastbetrieb heranwachsen können.“

Peter Steinmüller, Leiter des Attler Naturlandhofs.

Etwa 600 Eier legen die fleißigen Sandy-Hühner am Tag. Dies sei zwar etwas weniger als bei konventionellen Legehennenrassen.

Drei Cent pro Ei für die Aufzucht der Gockel

„Dafür produzieren unsere Hühner schöne, große Eier und finanzieren mit ihrer Legeleistung die Bruderhähne gleich mit.“ Etwa drei Cent aus dem Eierverkauf fließen in die Aufzucht der Bruderhähne, welche ohne diese Subvention nicht rentabel wäre.

Vermarktet werden die Eier gleich nebenan im Attler Markt, wo sie legefrisch schon am Folgetag in den Verkauf kommen.

Weitere Abnehmer sind Hofläden in der Region sowie einige Großkunden. Und schließlich lässt der Attler Hof noch Bio-Eiernudeln fertigen.

Diese Vielfalt ist dringend nötig, denn insgesamt kommen dort rund 18.000 Eier pro Monat zusammen. „Die Eierproduktion umfasst etwa fünf Arbeitsstellen für Menschen mit Assistenzbedarf“, sagt Peter Steinmüller. „Vom Reinigen der Ställe übers Füttern der Hühner, Eier Abtragen, Säubern, Durchleuchten, Stempeln, Verpacken und Einräumen übernehmen die Beschäftigten alle Arbeiten eigenverantwortlich. Damit sorgen unsere Hühner gleichzeitig für begehrte Jobs und für regionale Bioprodukte.“

Bis zum Verkauf der Attler Bio-Eier fallen viele Arbeitsschritte für das Hühner-Team des Hofes an.

Der einzige Nachteil der Attler Eier: Sie lassen sich gleich nach dem Kauf schlecht schälen, weil sie so frisch sind. Hofleiter Peter Steinmüller rät daher: „Unsere Eier kann man ohne Probleme erst mal acht bis zehn Tage lagern. Danach sind sie ideal zum Kochen.“ Gut gekühlt halten die Attler Bio-Eier bis zu vier Wochen. Derzeit ist die Legebereitschaft der Sandy-Hühner extrem gut.

Auf dem Biohof Eisgruber in Huttenstätt, bei Gars, ist Franz Eisgruber für die Hühner zuständig. Gemeinsam mit seinen Eltern Josef und Mechthild bewirtschaftet er den Traditionshof. „Aus tiefster Überzeugung haben wir seit 1991 unsere Landwirtschaft auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt und uns dem Bioland-Verband angeschlossen. Wir handeln mit viel Respekt und Liebe zu Natur und Tier und möchten die Vielfalt erhalten und schützen“, erklärt der Junior.

Dasselbe gilt auch für das Federvieh: 223 Hühner und zwei Hähne betreut der studierte Agrarwissenschaftler in Gars. Der 27-Jährige hat die Hühnerhaltung am Hof selbst aufgebaut „weil ich einfach Hühner mag und für mich immer wichtig war, dass wir uns auf dem Hof mit unseren verschiedenen Angeboten breit aufstellen“.

Er hält seine Hühner in einem mobilen Freilandstall und möchte sich dieses Jahr einen weiteren für noch einmal 223 Hennen anschaffen. Auch er zahlt für die Bruderhähne, damit diese nicht wie früher üblich, gleich nach dem Schlüpfen getötet werden müssen. Älter als drei Monate werden die jungen Gockel aber nicht. Ihr Fleisch wird dann für Tiernahrung oder als Frikassee verarbeitet.

Eisgruber möchte irgendwann einmal eigene Legehennen züchten. Sie sollen dann bei ihm so natürlich wie möglich aufwachsen, mit ganz viel frischem Futter von der Wiese. „Aber diese Optimierung sollte sich natürlich auch wirtschaftlich rechnen“, fügt er hinzu.

Franz Eisgruber mit seinen Legehennen und einem „Security-Schaf“, das dafür sorgt, dass kein Habicht die Hühner angreift.

Ein gesundes Huhn erkenne man an seinem vollen Federkleid, seinem roten Kamm, einem unversehrten Schnabel und „spiegeligen“ Augen. Auch das Brustbein solle natürlich in Ordnung sein. Damit es den Hühnern auf dem Eisgruber-Hof bei ihrem Auslauf auf der grünen Wiese gut geht, wachen zwei „Security-Schafe über das Wohl der Tiere. „Vor dem Habicht waren die Hühner durch die beiden Aufpasser bisher gut geschützt“, freut sich der Landwirt.

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