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Sanierung in Wasserburg

Ordinariat möchte Sankt Jakobs „Kirchenraum in die Jetztzeit holen“

Der Kirchenraum der Jakobskirche soll in die „Jetztzeit“ geholt werden, dafür werden beispeilsweise die gläsernen Windfänge an den Seiteneingängen abmontiert.
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Der Kirchenraum der Jakobskirche soll in die „Jetztzeit“ geholt werden, dafür werden beispeilsweise die gläsernen Windfänge an den Seiteneingängen abmontiert.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Wie sieht ein moderner Kirchraum aus? Wie kann eine Kirche in der „Jetztzeit“ ankommen? Darum macht sich derzeit die Pfarrei Sankt Jakob und die Erzdiözese München-Freising Gedanken, denn die Sanierung des Innenraums steht an.

Wasserburg – Wochenlang war der Turm der Jakobskirche eingerüstet, nun steht er wieder frei. Fertig sind die Arbeiten am Gebäude aber noch lange nicht. An der restlichen Fassade wird im Moment gearbeitet und die nächste große Baustelle, der Innenraum, steht schon in den Startlöchern.

Größte Baustelle des Ordinariats

Ordinariat und Pfarrei haben sich hier ein ehrgeiziges Zeil gesetzt: „Wir wollen den Kirchenraum in der Jetztzeit ankommen lassen“, erklärte Dr. Hans Rohrmann von der Erzdiözese interessierten Mitgliedern der Stadt und Pfarrgemeinde bei einer Führung. Gar nicht so einfach, wenn Denkmalschutz und die schmalen finanziellen Mittel des Ordniariats berücksichtigt werden müssen.

Als Fachreferent für kirchliche Kunst- und Denkmalpflege ist Rohrmann der Chef der derzeit größten Baustelle des Ordinariats und gibt gleich zu Beginn der Führung zu: „Wir wagen hier ein Experiment: Die Kirche soll in einen würdigen Zustand gesetzt, ohne eine Gesamtinstandsetzung vorzunehmen“, denn für eine diese fehle es unter anderem an Geld. Große Pläne gibt es dennoch, wie Rohmann im Überblick deutlich macht.

Besonderheit: Umgangskirche

Um die „Jetztzeit“ in der Jakobskirche ankommen zu lassen, möchte Rohrmann den Fokus dabei auf die Struktur des Innenraumes legen. „Es ist eigentlich etwas sehr Ungewöhnliches, dass wir in Wasserburg noch eine Umgangskirche habe.“ Also eine Kirche, in der Besucher auch um den Hochaltar herumgehen können. Die meisten Kirchen der Umgebung, so Rohrmann, seien irgendwann zu Hallenkirchen umgebaut worden. Nicht so Wasserburg, hier ist sogar genau hinter dem Hochaltar noch eine Kapelle versteckt.

Interessierten Zuhörern aus Stadt und Pfarrgmeiende erklärte Hans Rohrmann (links) von der Erzdiözese das Konzept für die Jakobskirche

Bisher kam diese Besonderheit aber kaum zur Geltung. „Man traut sich ja gar nicht so richtig, rumzulaufen“, stellt Rohrmann fest. Das soll sich in Zukunft durch mehrere Aspekte ändern.

Zukünftig soll der Besucher in einer Art Foyer begrüßt werden, wo er sich auch Informationen zur Kirche einholen kann, auch eine Kinderecke soll es geben. Zum Rundgang soll der Besucher vor allem mithilfe von Lichtakzenten animiert werden. „Als Anbetungsraum und für Gottesdienste bleibt natürlich die Mitte vorbehalten.“

Um auch Menschen mit Behinderung den Eintritt zur Jakobskirche zu ermöglichen, plant das Ordinariat den linken Seiteneingang barrierefrei umzubauen, mit automatisch öffnendenden Holztüren. Die gläsernen Windfänge werden an beiden Seiten abmontiert.

Neue Gestühle sollen den Umgang noch attraktiver machen und auch zum Verweilen an den kleineren Kapellen einladen.

„Museumscharakter“ soll weg

Hier und da wird sich auch bei den Altären etwas ändern. So soll die Kapelle hinter dem Hochaltar zur „Wasserburger Bürgerkapelle“ umgebaut werden und die gesammelten Tafel und Grabplatten hier ihren Platz finden. „Es kommt nichts weg“, versichert Rohrmann, lediglich an eine andere Stelle. Denn der „Museumscharakter“ der Kirche soll weg. „Wir wollen nicht mehr alles, was wir haben, einfach nur zeigen“, erklärt Rohrmann, stattdessen sei eine sinnvolle Platzierung das Ziel.

Kleine Tafeln mit Beschriftungen sollen dem Besucher außerdem etwas über die Kapellen und die Altäre verraten. Den Bestand möchten Pfarrei und Ordinariat zudem noch erweitern, so läuft derzeit die Suche nach einer geeigneten Floriansstatue, denn die Kirche hat zwar eine Florianskapelle, aber keine dazu passende Heiligenfigur, vor allem keine, die in die „Jetztzeit“ passt. „Wir sind im Moment nach einem Künstler, der diesen Auftrag übernimmt.“

Bis die „Jetztzeit“ aber wirklich in der Jakobskirche ankommt, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern. Denn unter anderem weil der Kirchenraum auch während der Bauarbeiten zugänglich bleiben soll, arbeiten Pfarrei und Diözese mit kleinen Baustellen, die sich noch lange hinziehen werden.

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