Wasserburg: Nachruf für Siegfried Mühl

Siegfried Mühl
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Siegfried Mühl

Wasserburg – Eine Woche nach seinem 91. Geburtstag entschlief Siegfried Mühl friedlich.

Er kam als jüngstes von neun Kindern eines Bauernehepaares im Bayerischen Wald zur Welt. Mit 15 Jahren verließ er den elterlichen Hof, um in einem Milchverarbeitungsbetrieb in Rottalmünster zum Molkereifachmann ausgebildet zu werden. Da ihn die Firma dringend benötigte, wurvom Kriegsdienst zurückgestellt und beendete dort seine Lehre.

Vier Jahre später bekam er eine Anstellung bei der Firma Meggle in Reitmehring. Hier arbeitete er 40 Jahre bis zum Ruhestand. 1950 holte er seine „Cilli“ aus Rottalmünster nach. Sie heirateten 1952. Eine Tochter und ein Sohn wurden geboren, mit denen die Eheleute 1964 das mit viel Fleiß erbaute Eigenheim in der „Antonius-Siedlung“ bezogen.

Nachdem die Kinder erwachsen waren, besuchte das Ehepaar viele europäische Städte und verbrachte den Sommerurlaub gerne in Italien. Siegfried Mühl war seit Jugendtagen begeisterter Sportler. So war es nicht verwunderlich, dass er als Gründungsmitglied dem DJK-SV Edling aktiv angehörte. Nach dem Ende seiner Fußballerkarriere fand er zum Stockschießen, im Winter auf dem Eis, während des Sommers auf Asphalt. Auch hier war er Gründungsmitglied der Abteilung, stieg mit der ersten Mannschaft bis zur vierthöchsten Liga in Deutschland auf. Er holte sich mehrmals den Titel des Vereinsmeisters und war unter dem Spitznamen „Eisstock-Professor“ bekannt. Eine weitere Leidenschaft war das Schwammerlsuchen.

Seine Mitmenschen erlebten ihn als hilfsbereit, gesellig und lebenslustig. Er war gerne unter Menschen, sei es beim Kartenspielen oder auf einen Ratsch mit Nachbarn, beim Kegeln mit den „Meggle-Rentnern“ oder bei Feiern mit seiner großen Familie. Seinen sieben Enkel- und fünf Urenkelkindern war er ein liebevoller und verständnisvoller Opa. 2017 feierte er mit seiner Frau noch das Fest der „Eisernen Hochzeit“.

Ein Jahr später erlitt er einen schweren Schlaganfall und war seither ans Bett gebunden. Zu Hause am Wohnzimmerfenster hatte er immer seinen Garten im Blick. Im Mai letzten Jahres ging ihm seine geliebte Cilli im Tod voraus, ein Schicksalsschlag, an dem er schwer trug. In den vergangenen Wochen verschlechterte sich seine Gesundheit zunehmend, nun schloss sich sein Lebenskreis. mep

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