Wasserburg: Nachruf für Anna Heinrichsberger, die Seele der Paulanerstuben

Anna Heinrichsberger.

Kurz vor ihrem 92. Geburtstag starb Anna Heinrichsberger, die Senior-Chefin und Seele des Hotel-Gasthofs Paulanerstuben.

Wasserburg – Das Licht der Welt erblickte Anna Heinrichsberger in Guratin im Egerland, als eine der beiden Töchter des Ehepaars Anna und Josef Dürl. Sie war eine fleißige und wissbegierige Schülerin und bekam vom Lehrer so manches Lob, was sie auch im hohen Alter noch gerne erzählte. Auch von ihrer Oma, der „Wawa“, sprach sie gerne, von der sie ihre Gelassenheit und Großzügigkeit übernahm.

Nach der Schulzeit arbeitete sie bei Bauern und im Haushalt des Ortspfarrers, bis sie 1945 durch die Vertreibung ihre Heimat verlor. In Au bei Schonstett fand sie mit den Eltern und der Schwester Aufnahme und schließlich eine zweite Heimat. In den folgenden Jahren sammelte sie im Sonnenhof in Brannenburg als Küchenmädchen wichtige Erfahrungen für ihre künftigen Aufgaben als Wirtin. In dieser Zeit kannte sie ihren Ehemann Stefan bereits. Als junge Familie mit zwei Söhnen ließen sich Heinrichsbergers am Kellerberg in Wasserburg nieder. 1956 ergriff Anna Heinrichsberger die Gelegenheit und pachtete mit ihrem Mann das Paulanerstüberl am Marienplatz. Ihr Lebensprojekt wäre ohne die Hilfe der Eltern nicht möglich gewesen, die sich um die beiden Buben und nachgeborenen zwei Töchter kümmerten.

Mit großem Fleiß baute sich das Ehepaar Heinrichsberger seine Existenz auf, erwarb 1970 das Gebäude und baute es zum Hotel-Gasthof Paulanerstuben um. Anna Heinrichsberger war Wirtin mit Leib und Seele und stets um das Wohlergehen der Gäste und auch ihrer Mitarbeiter bemüht. Doch auch ihren Kindern und Enkelkindern gehörte ihr Herz, Für sie hatte sie immer ein offenes Ohr. Ab 2000 übergab sie die Verantwortung für ihr Lebenswerk nach und nach an die jüngste Tochter. 2004 verwitwete sie, drei Jahre später zog sie ins Altenheim St. Konrad.

Nun verabschiedeten sie ihre Lieben in der Trauerhalle des Altstadtfriedhofs, die Trauerfeier zelebrierte Stadtpfarrer Dr. Paul Schinagl. Anschließend wurde die Verstorbene im Familiengrab der Erde übergeben. mep

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